Zusammenfassung von Sportverletzungen, Rehabilitation und Trainingslehre
Sportverletzungen, Rehabilitation & Trainingslehre: Dein Guide
Einführung
Das Acromioclaviculargelenk (AC-Gelenk) verbindet Schlüsselbein (Clavicula) und Schulterdach (Akromion). Verletzungen dieses Gelenks treten häufig bei Stürzen auf die Schulter oder beim direkten Aufprall auf die Schulter auf. Dieses Material erklärt die wichtigsten Klassifikationen (Tossy, Rockwood), Behandlungsoptionen (konservativ vs. operativ) und praxisrelevante Testverfahren für die Rehabilitation.
Definition: Das AC-Gelenk ist ein kleines Synovialgelenk zwischen Akromion und lateraler Clavicula; Verletzungen werden nach dem Ausmaß der Bandverletzung und der Klavikulalage eingeteilt.
Klassifikation: Tossy vs. Rockwood
Tossy-Klassifikation (kurz)
- Tossy I: Zerrung des Lig. acromioclaviculare; Lig. coracoclaviculare intakt.
- Tossy II: Ruptur des Lig. acromioclaviculare, Teilruptur des Lig. coracoclaviculare, Subluxation im AC-Gelenk (klinisch: tastbare „Klaviatur“).
- Tossy III: Ruptur beider Ligamente (acromioclaviculare und coracoclaviculare), Luxation des Gelenkes (deutliche Klavikulahochstand / „Klaviatur“).
Definition: „Klaviaturzeichen“ – sicht- und tastbarer Verschiebungshub der Clavicula bei Druck auf das distale Schlüsselbein.
Rockwood-Klassifikation (detaillierter)
| Typ | Befund |
|---|---|
| I | Zerrung Lig. acromioclaviculare; Lig. coracoclaviculare intakt |
| II | Ruptur Lig. acromioclaviculare; Subluxation im AC-Gelenk |
| III | Ruptur beider Ligamente; Luxation; korakoklavikulärer Abstand um 30–100 % vergrößert |
| IV | Dorsale Luxation der Clavicula hinter das Akromion |
| V | Ruptur beider Ligamente; Abstand >100 % vergrößert |
| VI | Inferiore Luxation der Clavicula unter das Akromion (kaudal) |
Konservative vs. operative Versorgung
Allgemeine Hinweise
- Anhaltende Schmerzen nach einem Sturz auf die Hand (FOOSH) oder direkte Schultertrauma immer ärztlich abklären.
- Operativ ist typischerweise erst ab Tossy/Rockwood III ggf. indiziert; Entscheidung abhängig von Patientenzielen (Arbeit, Sport), Begleitverletzungen und klinischer Instabilität.
Definition: FOOSH = Fall on Outstretched Hand, häufige Ursache für Schulter- und Handgelenksverletzungen.
Konservative Therapie (Tossy I–III möglich)
- Armschlinge 6–8 Wochen, 24 h/Tag zur Vermeidung von Scherkräften auf verletzte Ligamente.
- Schonung der Scapulaebene: keine vordere Kippung (anterior tilt) der Scapula, keine GH-Extension.
- Passive Mobilisation und schrittweise aktive Kräftigung der Scapula- und Schulterstabilisatoren.
Komplikationen bei konservativer Therapie:
- Glenohumerale (GH) Steife
- Anhaltende AC-Instabilitäten
- Kraftverlust der scapulären Muskulatur
Operative Therapie (Tossy/Rockwood III und höher)
- Ziel: anatomische Reposition, Rekonstruktion der korakoklavikulären und akromioklavikulären Bänder.
- Meta-Analyse (Tang et al., 2018, n=954):
- Kein signifikanter Unterschied in Schmerz und Funktion zwischen operativ und konservativ.
- Konservative Therapie führte zu schnellerer Rückkehr an Arbeit.
- Höhere Komplikationsrate in der OP-Gruppe.
- Radiologisch vergleichbare mittelfristige Arthrosebefunde.
Rehabilitations- und Testkonzept (phasenorientiert)
Rehabilitationsphasen (vereinfacht)
- Akut: Schmerzreduktion, Schutz (Armschlinge/Brace), passive Mobilität nach ärztlicher Vorgabe.
- RTA (Return to Activity): Passive Gelenkprüfung, Wiederherstellung ROM in Scapulaebene, keine Instabilitäten.
- RTS (unspezifische Sportfähigkeit): Kraftaufbau (Hypertrophie, RM), 90% der Baseline-Tests oder Erfüllung der Kraftwerte.
- RTP/RTT (sportartspezifisch): Plyometrie, Stoßbewegungen, funktionelle Tests (Wall Hop, Line Hop),
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AC-Gelenk: Klassifikation & Rehabilitation
Klíčové pojmy: AC-Gelenk verbindet Akromion und Clavicula, Tossy I–III: von Zerrung bis Luxation, Rockwood I–VI ergänzt dorsale/kaudale Luxationen, Konservativ: Armschlinge 6–8 Wochen, Stufenaufbau, Operativ meist ab Rockwood III+ je nach Bedarf, Meta-Analyse: kein Vorteil OP bei Typ-III bzgl. Schmerz/Funktion, CKCUEST ≤21 erhöht Verletzungsrisiko, Line Hop misst posteriorale Translationalkräfte und Serratus-Belastung, YMCA Bench misst Kraftausdauer mit definierten Lasten, Wall Hop prüft Stoßdämpferfunktion im AC-Gelenk, Reha phasen: Akut → RTA → RTS → RTP/RTT → RTC, Return-to-Play basieren auf testbaren Cut-Offs