Rentabilitäts- und Make-or-Buy-Entscheidungen

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Willkommen zu einem der spannendsten Themen der Betriebswirtschaftslehre: Rentabilitäts- und Make-or-Buy-Entscheidungen. Für Studierende und angehende Betriebswirte im Gesundheits- und Sozialbereich ist das Verständnis dieser Konzepte unerlässlich, um fundierte strategische und operative Entscheidungen zu treffen. Dieser Artikel bietet dir eine umfassende Übersicht und praktische Einblicke, um die komplexen Zusammenhänge von Rentabilität, Wirtschaftlichkeit und der Wahl zwischen Eigenfertigung (make) und Fremdbezug (buy) zu meistern. Lass uns die Grundlagen, Methoden und Herausforderungen dieser Entscheidungen gemeinsam beleuchten, damit du optimal vorbereitet bist für deine Prüfungen oder die Praxis.

Grundlagen der Wirtschaftlichkeit: Die 80/20 Regel verstehen

Die 80/20 Regel, auch bekannt als Pareto-Prinzip, ist ein fundamentales Konzept in der Betriebswirtschaft. Es besagt, dass eine Minderheit von Ursachen (ca. 20%) für die Mehrheit der Wirkungen (ca. 80%) verantwortlich ist. Dies gilt für Aufwand, Anstrengungen und die daraus resultierenden Erträge oder Ergebnisse.

Anwendung und ökonomische Möglichkeiten

Im Arbeitsalltag bedeutet das oft, dass 80% der Ergebnisse mit nur 20% des Ressourceneinsatzes erzielt werden. Die verbleibenden 80% der Anstrengungen bleiben weitgehend wirkungslos. Beispiele hierfür sind, dass 20% des Personals 80% der Vorgänge bearbeiten oder 20% der Vorschriften 80% aller Fälle regeln.

Bei der ökonomischen Umsetzung gibt es zwei Hauptansätze:1. Effizienzsteigerung: Konzentration darauf, die „unproduktiven“ 80% der Ressourcen ähnlich den produktiven 20% einzusetzen. Das Ziel ist, die Erträge aus den bisher weniger produktiven Bereichen zu maximieren.2. Rationalisierung: Fokus auf die entscheidenden 20% und Verzicht auf die restlichen „unproduktiven“ 80%. Dies führt zu einer Konzentration auf Kernbereiche und einer möglichen Kostenreduktion.

Herausforderungen bei der Umsetzung der 80/20 Regel

Trotz der Effizienzpotenziale birgt die konsequente Umsetzung der 80/20 Regel Risiken. Lösungen, die nur 80% der Perfektion anstreben, können Fehler beinhalten und scheitern. Oft fehlt es an einer Unternehmenskultur, die Fehler zulässt und Risikobereitschaft fördert.

Mitarbeiter bevorzugen oft 100%-Lösungen aus Angst vor Fehlern. Zudem fehlen häufig klare Entscheidungskriterien, wann der Ressourceneinsatz beendet werden sollte.

Die Input-Output-Wirtschaftlichkeitsanalyse: Ein Überblick

Die Wirtschaftlichkeitsanalyse ist ein zentrales Instrument zur Beurteilung und Optimierung von betrieblichen Prozessen und Projekten. Sie bildet die Basis für fundierte Rentabilitäts- und Make-or-Buy-Entscheidungen.

Definition und AnwendungsgebieteWirtschaftlichkeit wird als die Differenz oder das Verhältnis zwischen Output (Ergebnis, Ertrag, Leistung) und Input (Aufwand, Kosten, Ressourcen) definiert. Sie dient der Beurteilung geplanter Maßnahmen, Projekte und Investitionen, zum Beispiel: - Anschaffung einer neuen Anlage- Erweiterung des Leistungsspektrums- Outsourcing von Prozessen- Standortwahl- MessebeteiligungenSie ist auch entscheidend für die wirtschaftliche Optimierung des gesamten Betriebes, einzelner Geschäftsgebiete, Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen.

Das Minimal- und Maximalprinzip der Wirtschaftlichkeit

Diese Prinzipien leiten sich aus der allgemeinen Definition der Wirtschaftlichkeit ab: - Minimalprinzip: Ein genau definiertes Ziel (Output) mit dem geringstmöglichen Mitteleinsatz (Input) erreichen.- Maximalprinzip: Mit einem festen Budget (Input) ein größtmögliches Ergebnis (Output) erzielen.

Das sogenannte Mini-Max-Prinzip, das geringsten Input für größtmöglichen Output anstrebt, ist theoretisch wünschenswert, in der Praxis jedoch oft schwer umsetzbar, da es Zielkonflikte birgt.

Input- und Output-Überlegungen bei Projekten

Für eine fundierte Analyse ist eine detaillierte Strukturierung von Input und Output notwendig.

Der Input umfasst alle Kosten und Aufwände wie Personal, Betriebsmittel, Material, Informationsmaterial, Fremdleistungen, Raumbedarf und kalkulatorische Zinsen. Es ist wichtig, zwischen cashwirksamem und kalkulatorischem Input zu unterscheiden.

Der Output sollte möglichst monetär messbar sein. Wo dies nicht möglich ist (z.B. bei der Bewertung von Prozessen), werden Leistungsmaßgrößen wie Leistungsmenge, Qualität oder Durchlaufzeiten herangezogen. Bewertungsbereiche sind: - Einsparungen: Kostenreduktionen durch die Maßnahme.- Leistungswirkungen: Verbesserungen für Kunden, Klienten oder Patienten.- Gesellschaftliche Folgewirkungen: Vermiedene Kosten oder positive Effekte für die Gesellschaft.

Prozessverlauf und Wirtschaftlichkeitsaussagen

Projekte durchlaufen typischerweise drei Phasen:1. Analyse-/Planungsphase: Hier entstehen hauptsächlich Input-Kosten (Personal, externe Dienstleistungen).2. Einführungs-/Umsetzungsphase: Input-Kosten für Personal, Betriebsmittel, Schulungen. Erste, aber meist bedingte Outputs (Einsparungen) können entstehen.3. Betriebs-/Wirkungsphase: Die Projektwirkung entfaltet sich dauerhaft (z.B. 5 Jahre). Es entstehen laufender Input (Wartung, Personal) und Output (Kosteneinsparungen, Umsatzwirkungen, Folgewirkungen).Wirtschaftlichkeitsaussagen von Projekten lassen sich monetär und nicht-monetär treffen: - Kalkulatorischer Projektgewinn pro Jahr: Output minus Input für ein Geschäftsjahr, wobei einmaliger Input über kalkulatorische Abschreibungen und Zinsen verteilt wird.- Gesamter Projektzeitraum: Vergleich von Gesamt-Output und Gesamt-Input über die gesamte Projektlaufzeit (z.B. 5 Jahre), um ein Gesamtergebnis oder eine Gesamtrendite zu ermitteln.- Amortisationszeit: Die Zeitdauer, bis der einmalige Projektinput durch den finanzwirksamen Projektgewinn erwirtschaftet wird. Eine Amortisationszeit von über 5 Jahren gilt oft als unwirtschaftlich.

Die monetäre Bewertung von Folgewirkungen bei Kunden oder der Gesellschaft ist oft schwierig. Hier ist Transparenz entscheidend: Alle monetären Wirkungen erfassen, Ursache-Wirkungs-Ketten dokumentieren und Modellbetrachtungen (best case, expected case, worst case) durchführen.

Make-or-Buy-Entscheidungen: Selbermachen oder Fremdvergeben?

Die Make-or-Buy-Entscheidung ist eine spezielle Form der Wirtschaftlichkeitsanalyse, bei der Unternehmen abwägen, ob sie eine Leistung selbst erbringen (make) oder von externen Anbietern beziehen (buy) sollen. Diese Entscheidung hat weitreichende strategische und operative Konsequenzen.

Kriterien für die Make-or-Buy-Entscheidung

Die Wahl zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug hängt von verschiedenen Kriterien ab: | Kriterium | „Make“ (Eigenfertigung) | „Buy“ (Fremdbezug) | |:-----------------------------|:----------------------|:----------------------| | Wertschöpfungsbezug | hoch | gering | | Innovationsgrad | hoch | gering | | „externe“ Innovationsgeschw. | gering | hoch | | Know-how-Gewinn bei „make“ | hoch | gering | | Einbindung der Konkurrenz | schwierig | günstig | | Kapazitätsauslastung | hoch | niedrig | | Schwankungen Kapazitätsauslastung | hoch | gering | | Eingriffsnotwendigkeit Störungen | hoch | gering | | Gefahr Lieferantenmonopol | gering | hoch | | Kostenvorteile Fremdbezug | gering | hoch |

Methodische Vorgehensweise bei Make-or-Buy-Entscheidungen

Eine strukturierte Herangehensweise ist entscheidend für eine fundierte Make-or-Buy-Entscheidung:1. Festlegung und Abgrenzung des Entscheidungsobjektes: Präzise Definition der Teilprozesse, Leistungsarten und -mengen. Analyse der Schnittstellen zu anderen Bereichen.2. Bewertung des Entscheidungsobjektes mit KO-Kriterien: Ausschluss von Alternativen, die Kernkompetenzen betreffen. Ist eine Leistung Kernkompetenz, scheidet der Fremdbezug aus.3. Qualitative Projektbewertung über eine Nutzwertanalyse: Eine Arbeitsgruppe aus Experten entwickelt und gewichtet Kriterien. Die Alternativen

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