Orthopädische Fuß- und Zehendeformitäten

Erfahren Sie alles über Orthopädische Fuß- und Zehendeformitäten wie Klumpfuß, Spreizfuß, Plattfuß und Hallux valgus. Dieser Leitfaden für Studierende deckt Ätiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie ab. Jetzt informieren und Wissen vertiefen!

Orthopädische Fuß- und Zehendeformitäten sind weit verbreitete Fehlstellungen, die von angeborenen Zuständen bis zu erworbenen Problemen reichen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die häufigsten Fuß- und Zehendeformitäten, ihre Ursachen, Symptome, Diagnoseverfahren und Behandlungsmöglichkeiten, um Studierenden ein fundiertes Wissen zu vermitteln.

Grundlagen der Fuß- und Zehendeformitäten

Fuß- und Zehendeformitäten bezeichnen kongenitale oder erworbene Verformungen der Füße. Sie gehen in der Regel mit Fehlstellungen der Knochen, Veränderungen der Fußgewölbe und oft auch Sehnenverkürzungen einher. Eine genaue Diagnose erfordert eine umfassende Anamnese, Inspektion, Palpation, Funktionsuntersuchung und bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Sonografie.

Leitbeschwerden bei Fußdeformitäten umfassen sichtbare Fehlstellungen, belastungsabhängige Schmerzen, druckschmerzhafte Schwielen, Hühneraugen, Druckgeschwüre, Zehenverformungen, Achsfehlstellungen der unteren Extremität und pathologische Gangbilder.

Anatomie des Fußes: Ein kurzer Überblick

Der Fuß fungiert als Dreibein-Stativ, gestützt von Ferse und den Ballen der äußeren Zehen. Seine Stabilität und Flexibilität verdankt er den komplexen Strukturen seiner Gewölbe:

  • Quergewölbe: Befindet sich im Vorfuß zwischen Groß- und Kleinzehenballen. Wichtige stabilisierende Bänder sind das Lig. metatarsale transversum profundum und nachrangig das Lig. cuboideonaviculare plantare. Muskeln wie der M. fibularis (peroneus) longus, M. tibialis posterior und M. adductor hallucis unterstützen es.
  • Längsgewölbe: Maximal ausgeprägt zwischen Ferse und Großzehenballen. Stabilisiert wird es durch das Lig. calcaneonaviculare plantare (Pfannenband), Lig. plantare longum und die Plantaraponeurose. Die Muskeln M. flexor digitorum longus, M. flexor digitorum brevis, M. flexor hallucis longus und M. flexor hallucis brevis sind hier aktiv.

Klumpfuß (Pes equinovarus adductus supinatus et excavatus)

Der Klumpfuß ist die häufigste angeborene Fußdeformität, die oft bilateral auftritt und Jungen dreimal häufiger betrifft als Mädchen. Es handelt sich um eine komplexe Fehlbildung, die eine Kombination mehrerer Fußdeformitäten darstellt.

Ätiologie des Klumpfußes

Die genaue Ursache des Klumpfußes ist nicht eindeutig geklärt. Er ist in der Regel angeboren, kann aber sehr selten auch durch neurologische oder traumatische Schäden erworben werden. Mögliche Ursachen sind polygenetische Faktoren und Umwelteinflüsse während der Schwangerschaft, wie eine ungünstige Lage des Embryos in der Gebärmutter oder Oligohydramnion.

Klinik und Symptome des Klumpfußes

Der Klumpfuß ist eine Kombination aus verschiedenen Fehlstellungen:

  • Pes equinus (Spitzfuß): Steilstellung des oberen Sprunggelenkes (Plantarflexion) aufgrund einer verkürzten Achillessehne und Dominanz der tiefen Flexoren am Unterschenkel (insbesondere M. tibialis posterior).
  • Pes varus: Supinationsstellung des Calcaneus (Fersenbein) mit O-Stellung des unteren Sprunggelenkes; die Ferse ist nach innen geneigt.
  • Pes adductus (Sichelfuß): Mittelfuß und Zehen sind einwärts gedreht.
  • Pes supinatus: Supination des Fußes, ebenfalls durch Dominanz der tiefen Flexoren am Unterschenkel (M. tibialis posterior).
  • Pes excavatus (Hohlfuß): Die Längswölbung des Fußes ist erhöht.

Diagnostik des Klumpfußes

Die Diagnose erfolgt durch eine klinische Untersuchung, beginnend mit der Blickdiagnose. Es werden Muskeln, Skelett und angrenzende Gelenke (Fuß, Knie, Hüfte, Wirbelsäule) untersucht. Röntgenbilder zeigen einen Winkel zwischen Talus und Calcaneus von unter 30°, im Extremfall eine Parallelstellung.

Differentialdiagnostisch ist die Klumpfußhaltung abzugrenzen. Diese sieht ähnlich aus wie ein Klumpfuß, erlaubt jedoch eine manuelle Korrektur in die normale Fußstellung und heilt spontan innerhalb der ersten Lebenswochen aus.

Zur Unterscheidung zwischen einem flexiblen und rigiden Problem wird getestet, ob der Patient die Fehlstellung aktiv beheben oder der Behandler sie passiv korrigieren kann. Eine rigide Fehlstellung deutet auf strukturelle Probleme wie verkürzte Sehnen oder veränderte Knochenstrukturen hin, während eine flexible Fehlstellung auf eine muskuläre Dysbalance hinweist, z.B. der tiefen Flexoren (M. flexor digitorum longus, M. tibialis posterior, M. flexor hallucis longus).

Therapie des Klumpfußes

Die Behandlung beginnt idealerweise am Tag der Geburt.

Konservative Therapie

  1. Redression (Ponseti-Methode): Manuelle Korrektur der Fehlstellung, gefolgt von einer Gipsfixation des Fußes in korrigierter Stellung. Der Gips reicht immer bis zum Oberschenkel, und das Kniegelenk muss mindestens 60° gebeugt sein. Dies wird in länger werdenden Zeitabständen wiederholt, um die Fehlstellung stufenweise auszugleichen.
  2. Nachlagerungsschiene: Im Anschluss an die Gips-Redression wird eine Schiene (z.B. Alfa-flex-Schiene, Denis-Brown-Schiene) eingesetzt, um die korrigierte Stellung zu erhalten.

Operative Therapie

Eine Operation wird in der Regel ab dem 8. bis 9. Lebensmonat indiziert, wenn die konservative Therapie scheitert. Die Durchführung umfasst typischerweise:

  • Achillessehnenverlängerung oder Achillotomie
  • Dorsale Kapsulotomie
  • Rekonstruktion des Rückfußes
  • Korrektur der Talus-Kalkaneus-Stellung

Spreizfuß (Pes transversoplanus)

Der Spreizfuß ist die häufigste erworbene Fußdeformität. Er ist gekennzeichnet durch ein Auseinanderweichen der Metatarsalia und ein Absenken der Metatarsalköpfchen, wodurch die Köpfchen 2-4 auf dem Boden aufliegen.

Ätiologie des Spreizfußes

Ursachen sind muskuläre und bindegewebige Schwäche. Begünstigende Faktoren sind schlechtes Schuhwerk, genetische Prädisposition, langes Stehen im Beruf, starke Gewichtszunahme und häufiges Heben schwerer Lasten.

Klinik und Symptome des Spreizfußes

Die Absenkung der Metatarsalia II-IV führt zu einer verstärkten Belastung dieser Metatarsalköpfchen, was schmerzhafte Schwielen (Metatarsalgie) verursacht. Komplikationen können die Entwicklung eines Hallux valgus, Metatarsalgie sowie die mechanische Reizung kleiner Nervenäste im Vorfuß sein, was sich in attackenartigen, brennenden oder elektrisierenden Schmerzen mit Kribbeln äußert. Hierbei können Äste des N. tibialis oder N. fibularis communis gereizt werden.

Diagnostik des Spreizfußes

Die Diagnose erfolgt durch Anamnese (Risikofaktoren) und klinische Untersuchung, die meist eine Blickdiagnose erlaubt. Es wird der Einfluss auf Muskeln und Skelett sowie angrenzende Gelenke (Fuß, Knie, Hüfte, Wirbelsäule) untersucht. Röntgenbilder zeigen auseinandergetretene Metatarsalköpfchen, Erosionen der mittleren Köpfchen und Fehlstellungen des 1. und 5. Strahls.

Therapie des Spreizfußes

Die Therapie umfasst Einlagen mit einer Pelotte zur Abstützung des Quergewölbes und Eigenübungsprogramme zur Förderung der Fußmuskulatur. Präventiv wird häufiges Barfußlaufen empfohlen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

Knicksenkfuß (Pes valgus)

Der Knicksenkfuß ist definiert durch ein mediales Abknicken des Rückfußes, oft begleitet von einer Lateralabweichung des Vorfußes und einer Abflachung des Längsgewölbes. Die Übergänge zwischen Knickfuß und Plattfuß sind fließend, oft spricht man von einem Knickplattfuß. Er ist in der Regel schmerzfrei.

Ätiologie des Knicksenkfußes

Ursachen sind konstitutionelle Veranlagung, Bandinstabilität und gegebenenfalls muskuläre Schwäche, beispielsweise der Ausfall des M. tibialis posterior. Dieser Muskel wird vom N. tibialis innerviert und ist entscheidend für die Supination und Adduktion des Fußes sowie für die Stabilisierung des Fußgewölbes.

Diagnostik und Therapie des Knicksenkfußes

Die Diagnose erfolgt per Blickdiagnose, Beurteilung der Fußstellung und des Muskelreliefs, gegebenenfalls ergänzt durch eine Muskelfunktionsdiagnostik des M. tibialis posterior. Nicht immer ist eine Behandlung notwendig, da kindliche Knickfüße eine hohe Tendenz zur Spontanheilung zeigen. Einlagen können unterstützend wirken.

Erworbener Plattfuß (Pes planus)

Der erworbene Plattfuß ist eine flexible Fehlstellung des Fußes mit Abflachung oder vollständiger Verflachung des Längsgewölbes, bis hin zur Konvexität. Der Rückfuß ist dabei normalerweise nicht medial eingeknickt, und die Fehlstellung ist in der Regel schmerzfrei.

Ätiologie des Erworbenen Plattfußes

Ursachen sind konstitutionelle Veranlagung, Bandinstabilität, Übergewicht, muskuläre Schwäche (z.B. des M. tibialis posterior) und Nervenschäden (z.B. des N. tibialis).

Diagnostik und Therapie des Erworbenen Plattfußes

Die Diagnose erfolgt durch Blickdiagnose, Beurteilung der Fußstellung und des Muskelreliefs, gegebenenfalls mit Muskelfunktionsdiagnostik des M. tibialis posterior. Die Therapie umfasst Einlagen und Krankengymnastik. Operative Therapien wie Arthrodesen, Korrekturosteotomien oder Sehnenverkürzungen werden erst nach jahrelanger, erfolgloser konservativer Therapie in Betracht gezogen.

Kongenitaler Plattfuß (Pes planus congenitalis)

Der kongenitale Plattfuß ist eine seltene, komplexe angeborene Fehlbildung des Fußes. In 50% der Fälle tritt er isoliert auf, in den anderen 50% in Verbindung mit neurologischen Erkrankungen.

Ätiologie des Kongenitalen Plattfußes

Die Ursache ist angeboren und umfasst eine rigide Steilstellung des Talus, eine Luxation des Talocalcaneonaviculargelenks und möglicherweise eine verkürzte Achillessehne.

Diagnostik und Therapie des Kongenitalen Plattfußes

Die Diagnose erfolgt per Blickdiagnose. Die Therapie beginnt sofort nach der Geburt mit Gipsredression, gefolgt von einer Ringorthese. Oft ist eine operative Therapie erforderlich, die eine Verlängerung der Achillessehne, Kapsulotomie des OSG und USG sowie eine offene Reposition des Talocalcaneonaviculargelenks umfassen kann, mit anschließender Nachbehandlung im Gips.

Spitzfuß (Pes equinus)

Beim Spitzfuß steht der Fuß im oberen Sprunggelenk gestreckt, und die Ferse wird beim Gehen nicht vollständig aufgesetzt.

Ätiologie des Spitzfußes

Ursachen sind eine Verkürzung der Achillessehne, Folgen von Muskel- oder Knochenverletzungen, postinfektiöse Zustände, kompensatorische Mechanismen (z.B. zum Beinlängenausgleich) oder neurologische Ursachen wie Spastik der Wadenmuskulatur (M. triceps surae, bestehend aus M. gastrocnemius und M. soleus, sowie M. plantaris). Diese Muskeln werden vom N. tibialis innerviert und sind für die Plantarflexion verantwortlich.

Klinik und Therapie des Spitzfußes

Charakteristisch sind ein Steppergang und Gangunsicherheit. Bei einseitigem Spitzfuß kommt es zu einer funktionellen Beinverlängerung der betroffenen Seite beim Gehen, was zu einem Ausweichen des Beines zur Seite, Beckenschiefstand und Rückenbeschwerden führen kann. Bei beidseitigem Spitzfuß besteht mangelnde Stabilität und erhöhte Sturzgefahr.

Die Therapie umfasst das Ausgleichen von Beinlängenunterschieden. Konservativ werden Krankengymnastik, Redressionsgipse und Orthesen eingesetzt. Operativ kann eine Achillessehnenverlängerung durchgeführt werden.

Hohlfuß (Pes excavatus / Pes cavus)

Der Hohlfuß ist durch ein überhöhtes Längsgewölbe gekennzeichnet.

Ätiologie des Hohlfußes

Ursachen sind neurogene Störungen oder idiopathische Faktoren. Es kann zu einer Kontraktur der Plantarfaszie und der Zehenstrecker sowie zu einer muskulären Dysbalance kommen.

Klinik und Therapie des Hohlfußes

Klinisch äußert sich der Hohlfuß in einem instabilen Gangbild, Schmerzen beim Gehen und erheblichen Schwierigkeiten beim Schuhkauf. Bei einem flexiblen Hohlfuß ist die Therapie konservativ mit Physiotherapie, Einlagen und Orthesen. Bei einem rigiden Hohlfuß ist oft eine Operation nach erfolgloser konservativer Therapie notwendig, die Sehnenverlängerungen, Osteotomien oder Arthrodesen umfassen kann.

Hackenfuß

Der Hackenfuß ist gekennzeichnet durch eine verstärkte Dorsalextension und eine eingeschränkte bis unmögliche Plantarflexion.

Ätiologie des Hackenfußes

Der Hackenfuß kann angeboren sein, wobei die Fehlbildung im Mutterleib beginnt und sich häufig in den ersten Lebenstagen zurückbildet. Ursachen sind Muskelungleichgewicht, Schädigungen von Gehirn (z.B. Hypoxie, Embryopathien) oder Rückenmark (z.B. Meningomyelozele, Spina bifida). Eine Embryopathie ist eine Schädigung des Embryos, die durch äußere Einflüsse während der Schwangerschaft hervorgerufen wird.

Er kann auch erworben sein durch Schädigungen der Wadenmuskulatur oder Schwäche der Achillessehne. Ursachen hierfür sind Lähmungen, Verletzungen (z.B. Achillessehnenruptur) oder entzündliche Erkrankungen (z.B. autoimmun bei Myasthenia gravis). Die Wadenmuskeln (M. triceps surae, M. gastrocnemius, M. soleus, M. plantaris) sind entscheidend für die Plantarflexion und werden vom N. tibialis innerviert.

Therapie des Hackenfußes

Die Therapie umfasst Gipsredressionsbehandlungen bei Säuglingen, Orthesen und Krankengymnastik. Operationen sind selten erforderlich.

Zehendeformitäten

Hallux Valgus

Der Hallux valgus ist die häufigste und relevanteste Zehendeformität, die 2-4% der Bevölkerung betrifft, wobei Frauen stärker betroffen sind als Männer. Es besteht ein starker Zusammenhang mit dem getragenen Schuhwerk.

Definition und Ätiologie des Hallux Valgus

Der Hallux valgus ist eine Adduktion der Großzehe im Metatarsophalangealgelenk. Ursachen sind genetische Prädisposition, ungeeignetes Schuhwerk (enge Vorfußbox, hohe Absätze), Bindegewebsschwäche und die Zugrichtung der Sehnen, die die distale Phalanx nach medial ziehen. Die Sehnen des M. flexor hallucis longus und M. extensor hallucis longus spielen hier eine Rolle. Diese werden vom N. tibialis bzw. N. fibularis profundus innerviert.

Klinik und Diagnostik des Hallux Valgus

Klinisch zeigt sich eine sichtbare Achsabweichung der Großzehe, eingeschränkte Beweglichkeit im Großzehengrundgelenk (MTD), Druckdolenz, Hornhautschwielen und Ulcera. Der Verdacht ergibt sich aus der Blickdiagnostik, bestätigt durch Röntgen in zwei Ebenen bei stehendem Patienten.

Therapie des Hallux Valgus

Konservativ werden bequemes Schuhwerk, langsohlige Einlagen mit Längsgewölbe-Abstützung, Nachtlagerungsschienen und Orthesen eingesetzt. Operativ gibt es über 100 Verfahren; häufig sind Achskorrekturen am Knochen in Kombination mit Weichteileingriffen (z.B. Release der Sehnen).

Hammerzehe (Hallux malleus)

Die Hammerzehe ist eine Streckkontraktur im Zehengrundgelenk, Hyperflexion im proximalen Interphalangealgelenk (PIP) und Hyperextension im distalen Interphalangealgelenk (DIP). Sie ist oft mit einem Hallux valgus assoziiert.

Krallenzehe

Die Krallenzehe ist gekennzeichnet durch eine Streckkontraktur im Zehengrundgelenk sowie Hyperflexion sowohl im proximalen Interphalangealgelenk (PIP) als auch im distalen Interphalangealgelenk (DIP).

Häufig gestellte Fragen zu Fuß- und Zehendeformitäten

Was sind die häufigsten angeborenen Fußdeformitäten?

Der Klumpfuß (Pes equinovarus adductus supinatus et excavatus) ist die häufigste angeborene Fußdeformität. Er tritt oft bilateral auf und ist eine komplexe Fehlbildung, die durch verschiedene Fehlstellungen charakterisiert ist.

Wie unterscheidet man einen echten Klumpfuß von einer Klumpfußhaltung?

Eine Klumpfußhaltung sieht einem echten Klumpfuß ähnlich, kann aber manuell in die normale Fußstellung korrigiert werden und heilt spontan innerhalb der ersten Lebenswochen aus. Ein echter Klumpfuß ist rigide und lässt sich nicht vollständig korrigieren.

Welche Muskeln und Nerven sind für die Stabilität des Fußgewölbes besonders wichtig?

Für die Stabilität des Fußquergewölbes sind M. fibularis (peroneus) longus, M. tibialis posterior und M. adductor hallucis relevant. Das Längsgewölbe wird hauptsächlich durch die Flexoren der Zehen und des Großzehens (M. flexor digitorum longus/-brevis, M. flexor hallucis longus/-brevis) gestützt. Der M. tibialis posterior, innerviert durch den N. tibialis, spielt eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung beider Gewölbe und ist bei vielen Deformitäten wie dem Knicksenkfuß betroffen.

Wann sollte eine konservative Therapie bei Fußdeformitäten durch eine Operation ersetzt werden?

Eine operative Therapie wird in der Regel dann in Betracht gezogen, wenn konservative Maßnahmen wie Gipse, Orthesen, Einlagen und Physiotherapie nach einer angemessenen Dauer (oft Monate bis Jahre, je nach Deformität) keinen ausreichenden Erfolg zeigen und die Lebensqualität des Patienten durch Schmerzen oder Funktionseinschränkungen stark beeinträchtigt ist.

Welche Risikofaktoren begünstigen die Entwicklung eines Spreizfußes oder Hallux valgus?

Schlechtes Schuhwerk (enge Vorfußbox, hohe Absätze), genetische Prädisposition, langes Stehen im Beruf, starke Gewichtszunahme, häufiges Heben schwerer Lasten sowie muskuläre und bindegewebige Schwächen sind wesentliche Risikofaktoren für die Entwicklung eines Spreizfußes und in der Folge oft auch eines Hallux valgus.

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