Erkrankungen und Verletzungen des Kniegelenks

Umfassender Leitfaden zu Erkrankungen und Verletzungen des Kniegelenks für Studierende. Lerne Ursachen, Symptome, Diagnostik und Therapie. Jetzt lesen!

Willkommen zu deinem umfassenden Leitfaden über Erkrankungen und Verletzungen des Kniegelenks! Das Knie ist ein komplexes Gelenk, das täglich enormen Belastungen ausgesetzt ist. Daher sind Knieprobleme weit verbreitet. Dieser Artikel bietet dir einen detaillierten Überblick über die häufigsten Knieerkrankungen und -verletzungen, ihre Ursachen, Symptome, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten. Lerne alles Wichtige für dein Studium und für ein besseres Verständnis deines Körpers.

Erkrankungen und Verletzungen des Kniegelenks: Ein Überblick

Das Kniegelenk ist ein Meisterwerk der Natur, doch es ist auch anfällig für eine Vielzahl von Beschwerden. Von angeborenen Fehlstellungen bis hin zu traumatischen Verletzungen – die Palette der Knieprobleme ist breit. Wir decken die wichtigsten Kategorien ab: Fehlbildungen und Formabweichungen, degenerative Erkrankungen, entzündliche Zustände und traumatische Verletzungen.

Fehlbildungen und Formabweichungen im Kniegelenk

Fehlstellungen der Beinachse können im Kindesalter physiologisch sein, jedoch im Erwachsenenalter zu Problemen führen.

Genu varum (O-Bein) und Genu valgum (X-Bein)

Definition:

  • Genu varum (O-Bein): Hier weichen die Kniegelenksachsen in der Frontalebene nach außen ab, was zu einer Hauptbelastung im medialen Kniebereich führt. Bis zum 2. Lebensjahr ist dies physiologisch.
  • Genu valgum (X-Bein): Hier weichen die Kniegelenksachsen nach innen ab, mit Hauptbelastung im lateralen Kniebereich. Vom 2. bis 6. Lebensjahr ist dies meist physiologisch.

Ursachen:

Ursachen für Genu varum oder valgum können vielfältig sein:

  • Stoffwechselerkrankungen wie Rachitis (gestörter Einbau von Calcium und Phosphat, Erweichung und Verformung des Knochens) oder Phosphatdiabetes (vermehrte Phosphatausscheidung der Niere).
  • Osteogenesis imperfecta, eine erbliche Erkrankung mit gestörter Bindegewebssynthese, die zu brüchigen Knochen führt (Glasknochenkrankheit).
  • Unphysiologische Belastung im Wachstumsalter, Tumoren oder knöcherne Verletzungen im Kniegelenk mit Beteiligung der Hüfte.

Folgen:

Chronische Fehlbelastung des Kniegelenks kann eine frühzeitige Arthrose zur Folge haben.

Diagnostik:

Die Diagnose erfolgt durch:

  • Anamnese: Meist sind die Fehlstellungen lange asymptomatisch.
  • Körperliche Untersuchung (IPMF): Blickdiagnose, Messung der Beinachsen im Stehen (Abstand zwischen medialen Kondylen > 5 cm oder medialen Malleolen > 3 cm ist pathologisch).
  • Bildgebung: Röntgenaufnahmen des gesamten Beines im Stehen.

Therapie:

  • Bei Kindern: Bei altersentsprechender Achsabweichung ist keine Therapie nötig. Eine temporäre Epiphyseodese (Platte auf die Wachstumsfuge geschraubt) kann zur Achsangleichung eingesetzt werden.
  • Bei Erwachsenen: Therapie der Ursache und operative Umstellungsosteotomie.

Genu recurvatum (Knieüberstreckung)

Definition:

Genu recurvatum bezeichnet eine Hyperextension (Überstreckung) des Kniegelenks. Bei Kindern ist eine Extension bis 10° physiologisch; ab 15° gilt sie als pathologisch.

Ätiologie:

Die Ursachen sind:

  • Muskulär: Muskelhypotonie oder Parese des Musculus quadriceps.
  • Bindegewebserkrankungen: Zum Beispiel das Ehlers-Danlos-Syndrom (Störung der Kollagensynthese, die zu Überdehnbarkeit der Gelenke führt).
  • Verletzungen der ventralen tibialen Epiphysenfuge oder chronische Überstreckung/Fehlbelastung.

Diagnostik:

  • Körperliche Untersuchung (NNM): In Extremfällen eine Blickdiagnose. Führt meist erst im Erwachsenenalter zu Beschwerden wie Schmerzen und Instabilität im Kniegelenk.

Therapie:

  • Eine Knieorthese bei Muskelparese oder Bindegewebsschwäche.
  • Korrekturosteotomie bei Verletzung der Epiphysenfuge.

Baker-Zyste: Hintere Kniekehlenzyste

Definition:

Eine Baker-Zyste ist eine dorsale Aussackung der Kniegelenkskapsel, die flüssigkeitsgefüllt ist. Die Ursache ist eine erhöhte intraartikuläre Flüssigkeitsansammlung. Sie liegt in der Fossa poplitea, begrenzt medial durch M. semitendinosus & M. semimembranosus, lateral durch M. biceps femoris und distal durch M. gastrocnemius.

Ätiologie:

Sie entsteht durch entzündliche Prozesse im Kniegelenk, wie rheumatoide Arthritis, degenerative Veränderungen (z.B. Gonarthrose), chronisch-mechanische Überbelastung oder Trauma.

Klinik:

Typisch ist eine Schwellung der Kniekehle. Komplikationen können Schmerz, Druck auf Nervus fibularis communis oder Nervus tibialis sowie Thrombose durch Abklemmen der Vena poplitea sein.

Diagnostik:

  • Anamnese und Körperliche Untersuchung (IPMF).
  • Bildgebung: Sonografie der Kniekehle ist die erste Wahl, ergänzend MRT.

Therapie:

  • Asymptomatische Zyste: Keine Therapie notwendig.
  • Symptomatische Zyste: Behandlung der Ursache. Eine chirurgische Resektion ist nur in Einzelfällen und bei erfolglosen anderen Therapien angezeigt.

Degenerative Erkrankungen des Kniegelenks verstehen

Degenerative Erkrankungen entstehen durch Verschleiß und können chronische Schmerzen verursachen.

Gonarthrose: Kniegelenksarthrose

Definition:

Gonarthrose ist eine degenerative Erkrankung des Gelenkknorpels. In der Frühphase treten bewegungsabhängige Schmerzen auf, in der Spätphase persistierende Schmerzen auch in Ruhe.

  • A) Primärarthrose: Idiopathisch. Risikofaktoren sind weibliches Geschlecht, BMI > 25 und höheres Lebensalter.
  • B) Sekundärarthrose: Durch eine andere Erkrankung verursacht. Risikofaktoren sind posttraumatische Funktionsstörungen, Stoffwechselerkrankungen, Genu valgum/varum/recurvatum und Retropatellararthrose.

Klinik:

  • Frühe Leitsymptome: Anlaufschmerz, Ermüdungsschmerz, Belastungsschmerz, Ausstrahlen in benachbarte Gelenke, Entzündungszeichen.
  • Späte Leitsymptome: Dauerschmerz, Nachtschmerz, Bewegungseinschränkung im Kniegelenk, Entzündungszeichen.

Diagnostik:

  • Anamnese: Akuter vs. chronischer Schmerz, Bewegungsschmerz, Morgensteifigkeit, Ruhe- und Nachtschmerz.
  • Körperliche Untersuchung (IPMF): Inspektion (Achsenverhältnisse, Gangbild), Palpation (Druckschmerz über dem Gelenkspalt, Schwellungen), Messung & Funktionsprüfung (Flexionshemmung, Zohlen-Zeichen).
  • Bildgebung: Röntgen (a.p./lateral) zeigt Osteophyten und einen schmalen Gelenkspalt.

Therapie:

  • Konservativ: Analgetika, Physiotherapie, gelenkschonende Sportarten, Einlagen, Gehhilfen.
  • Operativ:
  • A) Gelenkerhalt: Arthroskopien, Knorpelersatz/-transplantation, Umstellungsosteotomien.
  • B) Gelenkersatz:
  • Unikondyläre Schlittenprothese: Ersatz einer Femurkondyle und Tibiagelenkfläche mit Kunststoffgleitfläche.
  • Totalendoprothese (TEP): Bikondylärer Ersatz plus Tibiagelenkfläche.
  • Arthrodese: Gelenkversteifung.

Morbus Osgood-Schlatter: Knieschmerz bei Jugendlichen

Definition:

Morbus Osgood-Schlatter ist eine Osteonekrose (Absterben eines Knochenabschnitts aufgrund verminderter Durchblutung) im Bereich der Tuberositas tibiae. Der Altersgipfel liegt zwischen 8 und 15 Jahren.

Ätiologie:

Die Ursache ist idiopathisch, assoziiert mit sportlicher Aktivität und einem Ungleichgewicht zwischen Belastungsanspruch und Belastbarkeit des Knorpelgewebes, was zu einem verstärkten Zug des Ligamentum patellae führt.

Pathomechanismus:

Überlastung der Tibiaapophyse (Knochenfortsatz für Bänder- und Sehnenansätze) führt zu einer Störung der Ossifikation, Verdickung der Apophyse und freien Ossikeln unter dem Ligamentum patellae.

Diagnostik:

  • Anamnese: Belastungsabhängige Beschwerden.
  • Körperliche Untersuchung (IPMF): Lokale Schwellung und Druckschmerz über der Tuberositas tibiae, Schmerzverstärkung bei Streckung im Kniegelenk gegen Widerstand.
  • Bildgebung: Röntgen ist die erste Wahl, ergänzend MRT.

Therapie:

  • Konservativ:
  • Frühstadium: Ruhigstellung, Befreiung vom Schulsport.
  • Spätstadium: Völlige Entlastung durch Unterarmgehstützen. Regelmäßige Kontrollen.
  • Operativ: Nach Wachstumsabschluss Entfernung freier intratendinöser Ossikel.

Osteochondrosis dissecans des Kniegelenks

Definition:

Dies ist eine lokale Osteochondrose eines subchondralen Knochenareals (direkt unter dem Gelenkknorpel gelegen), häufig mit Beteiligung des angrenzenden Gelenkknorpels. Das Knochen-Knorpel-Fragment kann sich lösen (freier Gelenkkörper oder „Gelenkmaus“), was einen Gelenkflächendefekt („Mausbett“) hinterlässt. Am häufigsten tritt sie im Kniegelenk (insbesondere am medialen Femurkondylus) und am oberen Sprunggelenk auf. Altersgipfel ist das Ende des Wachstumsalters (ca. 10–20 Jahre), Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Ätiologie:

Die Ursache ist idiopathisch, vermutet wird eine Dauerbelastung der Gelenkfläche (z.B. Leistungssport).

Pathomechanismus:

Eine subchondrale Vaskularisationsstörung führt zu Osteolyse des betroffenen Knochenbereichs und Mikrofrakturierung, wodurch freie Gelenkkörper entstehen.

Diagnostik:

  • Anamnese: Schmerzen bei Belastung/Sport, Erguss bzw. Schwellung.
  • Körperliche Untersuchung (IPMF): Gelenkblockade.
  • Bildgebung: In der Frühphase Szintigrafie oder MRT, in der Spätphase Röntgen und Arthroskopie.

Therapie:

  • Konservativ: Bei offenen Wachstumsfugen und stabiler Läsion: Reduktion der Belastung (ggf. Teilbelastung), zeitlich befristetes Sportverbot.
  • Operativ: Bei instabiler Läsion oder erfolgloser konservativer Therapie: Refixation des Dissekats, Anbohrung des Knorpels (Revaskularisierung), Entfernung des Dissekats, Knorpelzelltransplantation.

Weitere degenerative Knieerkrankungen (Kurz erwähnt)

  • Morbus Ahlbäck: Eine aseptische Knochennekrose des medialen Femurkondylus.
  • Chondromalacia patellae: Erweichung des Knorpels unter der Kniescheibe.
  • Patellares Schmerzsyndrom: Auch als Läuferknie bekannt, Schmerzen um die Kniescheibe.

Entzündliche Erkrankungen des Kniegelenks: Gonitiden & Bursitiden

Entzündungen im Knie können verschiedene Ursachen haben und starke Beschwerden hervorrufen.

Gonitiden und Infektionen des Kniegelenks (Kniegelenksentzündung)

Definition:

Gonitis ist eine Entzündung des Kniegelenks.

Ätiologie:

Ursachen sind bakterielle Infektionen (z.B. iatrogen nach Punktion, OP), rheumatische Erkrankungen, parainfektiöse Zustände (sekundär durch Infektion an anderem Ort) oder Arthrose (durch Abrieb kleinster Knorpel-Knochen-Fragmente).

Diagnostik:

  • Anamnese: Schmerz- und medizinische Anamnese.
  • Körperliche Untersuchung (IPMF): Bewegungseinschränkung, Erguss.
  • Bildgebung & Sonstige: Kniegelenkspunktion zur Untersuchung des Punktats.

Therapie:

Behandlung der Ursache (z.B. Antibiotika), Eröffnung des Kniegelenks mit Spülung, Einlage einer Drainage und Physiotherapie.

Bursitiden (Schleimbeutelentzündungen im Knie)

Definition:

Eine Bursitis ist eine Entzündung eines Schleimbeutels (Bursa). Die Bursae am Knie sind die Bursa subsartorius, Bursa praepatellaris (am häufigsten), Bursa infrapatellaris und Bursa suprapatellaris.

Diagnostik:

  • Anamnese: Schmerzanamnese.
  • Körperliche Untersuchung (IPMF): Deutliche Schwellung, meist direkt über der Patella. Der Test auf eine „tanzende Patella“ ist hier negativ.

Therapie:

Entlastung, Kühlung/Salben, Knieschoner im Beruf. Bei Rezidiven ist eine operative Entfernung möglich.

Traumatologie des Kniegelenks: Akute Verletzungen

Sportunfälle und Stürze sind häufige Ursachen für traumatische Knieverletzungen.

Patellaluxation: Ausrenkung der Kniescheibe

Definition:

Eine Patellaluxation ist das Herausrutschen der Patella aus dem femoralen Gleitlager, meist nach lateral. Sie macht 2–3 % aller Knieverletzungen aus, mit einem Altersgipfel von 10–20 Jahren.

Anatomische Grundlagen:

Die Patella wird stabilisiert durch ihre eigene Form, die Form des femoralen Gleitlagers, sowie Bänder und Muskeln (M. vastus medialis, M. vastus lateralis, M. rectus femoris/M. vastus intermedius, Retinaculum patellae longitudinale mediale/laterale, Ligamentum patellae).

Ätiologie:

  • Anlagebedingt
  • Traumatisch: Direkte Gewalteinwirkung auf das Kniegelenk, Verdrehung des Kniegelenks in leichter Flexion.
  • Habituelle Reluxation: Wiederholtes Ausrenken.

Diagnostik:

  • Anamnese: Entstehung (Unfall vs. Sport vs. habituell), Schmerzanamnese, Vorgeschichte (einmalig vs. Reluxation).
  • Körperliche Untersuchung (IPMF): Blickdiagnose, Schwellung, „Tanzende Patella“, Hämarthros (blutiger Gelenkerguss), Funktionseinschränkung.
  • Bildgebung:
  • Röntgen: Erkennung knöcherner Begleitverletzungen.
  • Sonografie
  • MRT: Erkennung von Band-, Knochen- und Knorpelverletzungen.
  • Arthroskopie: Diagnostik und Therapie von Knochen- und Knorpelschäden.

Therapie:

  • Konservativ: Reposition, Immobilisation im Gipstutor, Orthese mit stufenweise limitierter Flexion, Muskelaufbau und Stabilisierungstraining. Es besteht ein hohes Risiko für erneute Luxation und Arthrose.
  • Operativ: Bei osteochondraler Fraktur oder fehlgeschlagener Reposition. Offen oder arthroskopisch (z.B. MPFL-Rekonstruktion mit Gracilissehne).

Nachsorge nach Patellaluxation:

Entlastung, Teilbelastung für mehrere Wochen, schrittweise Mehrbelastung mit Muskelaufbau und Koordinationstraining.

Meniskusverletzungen und -rupturen

Definition:

Schädigung von Meniskusgewebe. Der mediale Meniskus ist C-förmig und mit dem Ligamentum collaterale mediale verwachsen, wodurch er unbeweglicher ist und häufiger reißt. Der laterale Meniskus ist O-förmig.

Funktion der Menisken:

Lastverteilung, „Bremsklötze“, Stoßdämpfer und Stabilisierung.

Ätiologie:

  • Degenerativ (50%): Altersbedingter Verschleiß, repetitive Mikrotraumata, Achsfehlstellung, kniebelastende Bewegungsabläufe (z.B. Fliesenleger).
  • Traumatisch (48%): Verdrehen unter Belastung beim Sport, direktes Trauma, Fraktur. Häufig im Rahmen einer Unhappy Triad (Lig. cruciatum anterius, Meniscus medialis, Lig. collaterale tibiale).
  • Anlagebedingt (2%): Scheibenmeniskus, Kalkeinlagerungen im Meniskus.

Diagnostik:

  • Anamnese: Unfallanamnese, Sportart, belastungsabhängige Schmerzen, verringerte Belastbarkeit des Knies, Wandern des Schmerzes, Streckhemmung im Kniegelenk (Hinweis auf eingeklemmten Meniskus).
  • Körperliche Untersuchung (IPMF): Bewegungseinschränkung, Ganganalyse, Druckschmerz über Gelenkspalt, fühlbares Schnappen („Gelenkblockierung“), Erguss, Schwellung, Meniskustests (Steinmann I, Steinmann II, Apley-Grinding-Zeichen, Payr-Zeichen).
  • Bildgebung: MRT ist die erste Wahl, ergänzend Röntgen.
  • Kniegelenkspunktion (optional): Seröser Erguss deutet eher auf eine zentrale Läsion hin, blutiger Erguss auf eine periphere Läsion oder intraartikuläre Bandverletzungen.

Therapie:

  • Konservativ: Bei symptomatischer degenerativer Läsion ohne Blockade oder asymptomatischer Meniskusläsion. Physiotherapie (Mobilisierung, Muskelkräftigung), eigenständiges Training und Analgetika.
  • Operativ (Arthroskopie): Sparsame Entfernung des geschädigten Bereichs. Risse in der Basis (peripher) werden genäht (gute Durchblutung, Hoffnung auf Wiederanwachsen).

Postoperativ nach Meniskus-OP:

Schonender Belastungsaufbau, Physiotherapie, Eigentraining.

Kreuzbandverletzungen: Vordere und hintere Kreuzbandruptur

Definition:

Eine Ruptur des vorderen oder hinteren Kreuzbandes. Die vordere Kreuzbandruptur (VKB-Ruptur) ist mit einem Verhältnis von 9:1 wesentlich häufiger als die hintere (HKB-Ruptur).

Vordere Kreuzbandruptur – Ätiologie:

Rotationstrauma (beim Sport, bei Verkehrsunfällen mit fixiertem Unterschenkel und Rotationsbewegung des Oberschenkels nach lateral), Hyperextensionstrauma durch Umknicken. Oft einhergehend mit einer Unhappy Triad (Lig. cruciatum anterius, Meniscus medialis, Lig. collaterale tibiale).

Hintere Kreuzbandruptur – Ätiologie:

Sturz auf das flektierte Knie (andere Kniegelenksstabilisatoren sind in Flexion ausgesetzt), Hochrasanztrauma (z.B. Dashboard Injury).

Diagnostik:

  • Anamnese: Unfallhergang.
  • Körperliche Untersuchung (IPMF): Ort von Hämatomen und Druckschmerzen, spezifische Tests wie Schubladentest (vorderer/hinterer), Lachman-Test, Pivot-Shift-Test.
  • Bildgebung: Röntgen und MRT.

Therapie:

  • Akut: Schonung, Kühlung, Hochlagerung.
  • Operation VKB: Rekonstruktion des VKB (z.B. mittels eigener Sehne des M. semitendinosus oder M. gracilis).
  • Operation HKB: Transplantat/Implantat muss gedoppelt werden, da das HKB das stärkste Band des Kniegelenks ist.

Patellarsehnenruptur: Riss der Kniescheibensehne

Ätiologie:

Trauma kurz unterhalb der Kniescheibe, Sturzereignis beim Treppe-Ab-Steigen/Bergab-Gehen, wobei der Musculus quadriceps gegen einen Widerstand angespannt wird.

Diagnostik:

  • Anamnese: Schmerzen im Kniegelenk, Unfallhergang.
  • Körperliche Untersuchung (IPMF): Schwellung im Kniegelenk, tastbare Lücke im Sehnenverlauf, Patellahochstand.
  • Bildgebung: Röntgen, Sonografie, MRT.

Therapie:

Operative End-zu-End-Naht (McLaughlin) zwischen Tuberositas tibiae und Patella oder End-zu-End-Naht der Bandenden, ggf. mit Stabilisierung in der Patella.

Häufig gestellte Fragen zu Knieerkrankungen (FAQ für Studierende)

Was sind die Hauptursachen für Kniegelenksarthrose (Gonarthrose)?

Gonarthrose kann primär (idiopathisch, Risikofaktoren wie weibliches Geschlecht, BMI > 25, höheres Alter) oder sekundär durch andere Erkrankungen verursacht werden. Zu den sekundären Ursachen zählen posttraumatische Funktionsstörungen, Stoffwechselerkrankungen und Fehlstellungen wie Genu valgum oder varum.

Wie unterscheidet sich die Behandlung bei Genu varum bei Kindern und Erwachsenen?

Bei Kindern ist bei altersentsprechender Achsabweichung oft keine Therapie nötig. Eine temporäre Epiphyseodese kann zur Achsangleichung eingesetzt werden. Bei Erwachsenen hingegen konzentriert sich die Therapie auf die Ursache und kann eine operative Umstellungsosteotomie umfassen.

Welche Meniskusverletzungen sind am häufigsten und warum?

Traumatische Meniskusverletzungen (48%) und degenerative Verletzungen (50%) sind am häufigsten. Der mediale Meniskus ist öfter betroffen, da er mit dem medialen Kollateralband verwachsen und somit weniger beweglich ist, was ihn anfälliger für Risse macht. Traumatische Risse treten oft bei Verdrehungen unter Belastung auf, während degenerative Risse durch altersbedingten Verschleiß entstehen.

Was sind die Symptome einer Baker-Zyste und wie wird sie behandelt?

Das Hauptsymptom einer Baker-Zyste ist eine Schwellung in der Kniekehle. Es können Schmerzen, Druck auf Nerven oder in seltenen Fällen eine Thrombose durch Abklemmen der Vena poplitea auftreten. Asymptomatische Zysten benötigen keine Behandlung. Bei symptomatischen Zysten wird die Ursache behandelt, und nur in Ausnahmefällen ist eine chirurgische Resektion erforderlich.

Wie wird eine Patellaluxation diagnostiziert und was sind die Risiken?

Die Diagnose einer Patellaluxation erfolgt oft per Blickdiagnose, körperlicher Untersuchung (Schwellung,

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