Die Wirbelsäule und der Thorax sind zentrale Säulen unseres Körpers, die Stabilität, Bewegung und Schutz für das Nervensystem und innere Organe bieten. Zahlreiche Erkrankungen können diese komplexen Strukturen beeinträchtigen, von degenerativen Veränderungen über entzündliche Prozesse bis hin zu Fehlbildungen und Traumata. Dieser Artikel bietet dir eine umfassende Übersicht über die häufigsten und wichtigsten Erkrankungen der Wirbelsäule und des Thorax, die du für dein Studium oder deine Ausbildung kennen solltest.
Erkrankungen der Wirbelsäule und des Thorax: Ein Überblick
Wir werden die verschiedenen Krankheitsbilder systematisch behandeln, von Bandscheibenproblemen bis zu traumatischen Verletzungen. Dabei liegt der Fokus auf Definitionen, Ursachen (Ätiologie), Symptomen, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten. Dies soll dir helfen, die Inhalte zu verstehen und optimal für Prüfungen vorzubereiten.
Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen verstehen
Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule sind altersbedingt und sehr häufig. Sie betreffen insbesondere die Bandscheiben und kleinen Wirbelgelenke.
Diskusprotrusion und Diskusprolaps: Wenn die Bandscheibe Probleme macht
Die Bandscheiben (Disci intervertebrales) wirken als Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern. Sie bestehen aus einem äußeren Faserring (Anulus fibrosus) und einem gallertartigen Kern (Nucleus pulposus). Probleme entstehen, wenn der Nucleus pulposus durch den Anulus fibrosus austritt und auf umliegende Spinalnerven oder das Rückenmark drückt.
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Definitionen & Formen:
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Diskusprotrusion (Bandscheibenvorwölbung): Der Anulus fibrosus ist angerissen, der Nucleus pulposus lagert sich in den Riss ein. Dies führt zu einer Vorwölbung des Anulus fibrosus und des Ligamentum longitudinale posterius.
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Diskusprolaps (Bandscheibenvorfall / Herniation): Der Nucleus pulposus tritt vollständig durch den Anulus fibrosus aus.
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Mediolateral (90%): Austritt seitlich am Lig. longitudinale posterius vorbei, Druck auf Spinalnerven.
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Medial: Austritt durch das Lig. longitudinale posterius, Druck direkt aufs Rückenmark.
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Diskussequester: Teile des Nucleus pulposus reißen ab und verlieren die Verbindung zur ursprünglichen Bandscheibe.
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Ursachen und Risikofaktoren:
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Altersgipfel: 30. und 50. Lebensjahr.
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Pathophysiologie: Ab dem 20. Lebensjahr bildet sich die Gefäßversorgung des Diskus zurück. Der Anulus fibrosus verändert seine Zusammensetzung und wird anfälliger für Risse durch Mikrotraumata. Diese heilen aufgrund reduzierter Blutversorgung schlecht aus, wodurch der Nucleus pulposus eindringen kann.
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Traumatischer Bandscheibenvorfall: Seltener, direkter Riss des Anulus fibrosus durch Trauma.
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Risikofaktoren: Übergewicht, mangelnde Bewegung, falsche biomechanische Belastung.
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Lokalisation: Am häufigsten lumbal, selten zervikal, sehr selten thorakal.
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Symptome eines Bandscheibenvorfalls:
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Schmerz: Akut (<6 Wochen), subakut (6–12 Wochen), chronisch (>12 Wochen). Stechend, „Einschießen“.
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Ausstrahlung: Brachialgie (Arme), Dorsalgie (Rücken), Interkostal-Neuralgie (Rippenbögen), Lumbalgie (unterer Rücken), Ischialgie (Nervus ischiadicus).
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Sensibilitätsstörungen: Missempfindungen, Kribbelparästhesien, Taubheitsgefühl.
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Paresen: Inkompletter Funktionsausfall eines Muskels, Reflexminderung.
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Neurologische Funktionsausfälle: Plötzliches Nachlassen der Schmerzen mit Verstärkung einer Parese kann auf einen drohenden Wurzeltod hinweisen.
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Diagnostik bei Bandscheibenproblemen:
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Anamnese: Ausführliche Schmerz- und neurologische Anamnese (Kribbeln, Taubheitsgefühl), Vorerkrankungen, Sozialanamnese.
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Körperliche Untersuchung (IPMF): Inspektion (Schonhaltung, Lateralflexion), Palpation (paravertebraler Hartspann, Druck-/Klopfschmerz), Sensibilitätsprüfung.
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Tests: Lasègue-Zeichen, Kernig-Zeichen, Bragard-Test.
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Reflexe: Testung je nach Anamnese (z.B. Patellasehnenreflex, Achillessehnenreflex, Bizepssehnenreflex, Trizepssehnenreflex).
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Bildgebung:
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MRT (Magnetresonanztomographie): 1. Wahl, besonders bei degenerativem Bandscheibenvorfall.
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Röntgen/CT (Computertomographie): Bei Beschwerden nach Trauma zum Ausschluss von Frakturen.
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Therapie des Bandscheibenvorfalls:
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Konservativ (i.d.R. erste Wahl): Multimodales Therapiekonzept.
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Schmerztherapie, Periradikuläre Injektion von Lokalanästhetika.
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Physiotherapie: Muskuläre Verspannungen lösen (Wärme, Massagen), Rückenmuskulatur kräftigen (Krankengymnastik).
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Operativ (bei schweren motorischen Ausfällen – MFD 0-2/5):
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Nukleotomie: Entfernen des Nucleus pulposus.
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Diskektomie: Entfernen des gesamten Diskus, ggf. Ersatz mit synthetischem Diskus und zusätzliche Versteifung der Wirbelsäule.
Degenerative Spinalkanalstenose: Wenn der Nervenkanal eng wird
Die Spinalkanalstenose ist eine Verengung des Wirbelkanals, die oft durch altersbedingte Abbauprozesse am Wirbelknochen entsteht.
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Definition & Epidemiologie:
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Definition: Verengung des Spinalkanals, z.B. durch Abbauprozesse am Wirbelknochen.
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Altersgipfel: 60. – 70. Lebensjahr.
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Häufigste Lokalisation: Lendenwirbelsäule (LWS).
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Ätiologie (Ursachen):
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A) Osteophyten: Knöcherne Anbauten an Gelenkflächen (Knochenvorsprung, flächige Verdichtung oder Sporn).
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Spondylophyt: Osteophyt am Rand von Wirbelkörpern.
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Syndesmophyt: Osteophytenbrücke zwischen zwei Wirbelkörpern.
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B) Degenerative Veränderung der Wirbelkörper: Keilwirbel, Plattwirbel, Fischwirbel.
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C) Sonstige: Arthrose und Verwachsungen der Facettengelenke, Degeneration der Bandscheibe (Höhenverlust).
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Symptome einer Spinalkanalstenose:
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Belastungsabhängige Kreuzschmerzen mit plötzlichem Einstrahlen in die Beine.
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Taubheitsgefühl.
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Claudicatio intermittens spinalis: Schmerzbedingtes Hinken, verursacht durch kompressionsbedingte Nervenreizung (im Stehen) im Bereich der Cauda equina.
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Differentialdiagnosen: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), Bandscheibenvorfall, Tumoren, Blockade im Iliosakralgelenk (ISG-Blockade).
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Diagnostik bei Spinalkanalstenose:
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Anamnese: Ausführliche Schmerzanamnese, Schmerzlinderung in gebeugter Haltung (typisch).
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Körperliche Untersuchung: pDMS (siehe Untersuchung bei Bandscheibenvorfall).
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DD zu pAVK: Bei pAVK Schmerzen beim Radfahren, bei degenerativer Spinalkanalstenose keine Schmerzen durch Entlordosierung der Wirbelsäule beim Radfahren.
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DD zu Bandscheibenvorfall: Keine Schmerzlinderung bei Vorbeugehaltung (im Gegensatz zur Spinalkanalstenose).
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Bildgebung:
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MRT: 1. Wahl. Spondylophyten und Spinalnervenkompression gut sichtbar.
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Röntgen: Begrenzte Aussagekraft, Weichteile nicht gut sichtbar.
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Therapie der Spinalkanalstenose:
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Konservativ: Physiotherapie, Schmerzmedikation, Lokalanästhesie epidural.
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Operativ: Entlastung durch Entfernung der komprimierenden/einengenden Strukturen (z.B. Laminotomie = partielle Entfernung eines Wirbelbogens).
Spondylolyse und Spondylolisthese: Spaltbildung und Wirbelgleiten
Diese Erkrankungen betreffen die knöchernen Strukturen der Wirbelsäule und können zu Instabilitäten führen.
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Definitionen:
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Spondylolyse: Interartikuläre Spaltbildung eines Wirbelbogens.
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Spondylolisthesis (Wirbelgleiten): Gleiten eines Wirbelkörpers nach ventral (Anterolisthesis) oder dorsal (Retrolisthesis) bei Vorliegen einer Spondylolyse. Anterolisthesis ist wesentlich häufiger.
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Spondyloptose: Komplikation der Spondylolisthesis, vollständiges Abkippen eines Wirbelkörpers.
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Epidemiologie:
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Häufigkeit: Frauen > Männer.
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Altersgipfel: 12. – 17. Lebensjahr.
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Ätiologie (Ursachen):
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Genetische Prädisposition (Krankheit ist bei Geburt nie manifest, bildet sich erst im Jugendalter aus).
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Traumatisch.
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Degenerative Veränderungen.
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Dysplasie (Fehlkonstruktion) der Wirbelbogengelenke.
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Starke körperliche Beanspruchung in Hyperlordose (Hohlkreuz): Kunstturnen, Delphinschwimmen, Speerwerfen, Gewichtheben.
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Klinik (Symptome):
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Meist beschwerdefrei (90%).
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Wenn Schmerzen: Lokaler, dumpfer, belastungsabhängiger Rückenschmerz mit Ausstrahlung in Gesäß und Oberschenkel.
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Schmerzen bei Extension des Rückens.
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Diagnostik:
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Anamnese: Schmerz, Sozialanamnese (Beruf/Hobby), Vorerkrankungen.
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Körperliche Untersuchung: Inspektion des Hohlkreuzes, tastbare Stufe im Bereich der lumbalen Dornfortsatzreihe bei Spondylolisthesis (beim aufrechtstehenden Patienten).
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Bildgebung:
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Röntgen der Wirbelsäule: Seitlich und 45° Winkel.
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Einteilung nach Meyerding: Grad des Wirbelgleitens (Unterteilung des kaudal gelegenen Wirbelkörpers in 4 Teile, Verschiebung des kranialen Wirbelkörpers daran gemessen).
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Therapie:
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Konservativ:
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Krankengymnastik mit Stärkung der Rumpfmuskulatur, Gewichtsreduktion bei Übergewicht.
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Meiden von Sportarten/Belastungen, die zum Progress beitragen.
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Bei akuten Symptomen: Medikamentöse Schmerztherapie, Detonisierung der Muskulatur bei Hartspann, temporäre entlastende Rumpforthese.
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Operativ (Indikation):
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Hochgradige Spondylolisthesis (Meyerding 3-4), Spondyloptose.
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Neurologisches Defizit.
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Schmerzen über 6 Monate, die unter konservativer Therapie nicht besser werden.
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Progress des Wirbelgleitens.
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Durchführung: Direktverschraubung der Spondylolyse (v.a. bei Kindern), Spondylodese, Wurzeldekompression (z.B. Abtragen des inneren Teils des Wirbelbogens).
Torticollis (Schiefhals): Wenn der Kopf schief steht
Torticollis bezeichnet eine dauerhafte Fehlhaltung des Kopfes, die verschiedene Ursachen haben kann.
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Definition: Dauerhafte Schiefhaltung des Kopfes (Neigung zur betroffenen Seite, Rotation zur gesunden Seite). Kann reversibel sein und wird teilweise als Symptom angesehen.
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Häufigste Form: Torticollis muscularis congenitus (angeborener muskulärer Schiefhals):
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Ursachen: Angeborene einseitige Verkürzung des Musculus sternocleidomastoideus, Fehlhaltung im Mutterleib, Beckenendlage.
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Mögliche Folgen: Schädelasymmetrie.
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Sonstige Formen des Torticollis:
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Torticollis osseus: Kurzhals und Schiefhals in Kombination durch Fehlbildungen der Halswirbel oder fehlerhafte Heilung nach HWS-Fraktur.
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Torticollis spasticus: Schiefhals mit Dystonie der Halsmuskeln (idiopathisch, durch Spasmen, Nerven-/Hirnschädigung, Medikamente wie Antipsychotika).
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Torticollis opticus: Selbst herbeigeführter Schiefhals als Kompensation bei einseitiger Sehstörung (z.B. Parese von Augenmuskeln).
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Torticollis acusticus: Selbst herbeigeführter Schiefhals als Kompensation bei einseitiger Hörminderung.
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Diagnostik:
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Anamnese: Vorerkrankungen (Trauma, Neurologie, Infektionen), Geburtsvorgang/-komplikationen, Schwangerschaftskomplikationen.
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Körperliche Untersuchung: Blickdiagnose, Testung von Fehlhaltung vs. Fehlstellung, neurologische Untersuchung (Augen!), ggf. Hörtest, Testung des M. sternocleidomastoideus.
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Bildgebung: Röntgen der HWS bei rigider Fehlstellung.
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Therapie (für T. muscularis):
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Frühzeitige Physiotherapie (im Babyalter, z.B. nach Vojta).
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Korrigierende Lagerung, Kind auf der Gegenseite ansprechen.
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Stärkung der Eigenbewegung/aktiven Muskelarbeit des Kopfes zur Seite.
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Komplikationen (bei T. muscularis):
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Schädeldeformitäten (ausschließlich einseitige Kopflage als Säugling).
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Skoliose der HWS, Schulterhochstand.
Skoliose: Die verdrehte Wirbelsäule
Die Skoliose ist eine Wachstumsdeformität der Wirbelsäule, die durch eine Seitabweichung und Rotation gekennzeichnet ist.
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Definition: Fixierte Seitabweichung der Wirbelsäule >10° (in Frontalebene) mit Rotation der Wirbelsäule (in Transversalebene).
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Formen der Skoliose:
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Idiopathische Skoliose: Häufigste Form, Entwicklung im Wachstumsalter.
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Säuglingsskoliose: Durch intrauterine Lage.
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Kongenitale Skoliose: Durch Knochenfehlbildung.
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Neuropathische Skoliose: Durch nervale Schäden.
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Myopathische Skoliose: Durch Muskelatrophie, -dystrophie.
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Idiopathische Skoliose im Detail:
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Entstehung: Während des Wachstums; These: eine Seite der Wirbelkörper wächst schneller als die andere, Höhenwachstum wird behindert, Rotation entsteht.
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Epidemiologie: Altersgipfel 10. – 12. Lebensjahr, ca. 1% aller Jugendlichen. Geschlechterverhältnis: Frauen : Männer = 6 : 1.
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Einteilung nach Hauptkrümmung: Thorakal, Thorakolumbal, Lumbal, Gemischt.
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Einteilung nach Alter:
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Adoleszente Skoliose: >10. LJ (ca. 90%), thorakal + rechtskonvex.
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Juvenile Skoliose: 4-10. LJ, thorakal + rechtskonvex.
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Infantile Skoliose: 0-3. LJ, thorakal + linkskonvex.
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Symptome:
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Deutliche 3D-Achsabweichung der Wirbelsäule, in schwerer Form auch Verkürzung des Oberkörpers.
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Meist schmerzfrei, bis degenerative Veränderungen entstehen.
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In schwerer Form können innere Organe (Lunge, Herz) beeinträchtigt sein.
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Diagnostik:
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Anamnese: Familienanamnese, Vorerkrankungen, Besonderheiten während der Schwangerschaft, Schmerzanamnese.
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Körperliche Untersuchung (IPMF): Asymmetrie der Taillendreiecke, Asymmetrie der Rückenoberfläche, Vorneige-Test im Seitenvergleich, Schulterstand, Beckenstand, Lot von HWK7 beurteilen. Ggf. Lungenfunktionsprüfung (Vitalkapazität).
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Bildgebung:
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Röntgen der gesamten Wirbelsäule in 2 Ebenen: Schätzung der Wirbelsäulenrotation.
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Messung nach Cobb: Zur Quantifizierung des Krümmungsausmaßes (Scheitelwinkel bestimmt Art der Skoliose).
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Risser-Zeichen (1-5): Verknöcherung der Apophyse der Crista iliaca wird gemessen. Zur Beurteilung der Wachstumsreife der Wirbelsäule (Risser 5 = abgeschlossenes Wachstum). Je stärker das Wachstum fortgeschritten ist, desto schwieriger wird eine Korrektur.
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Bending-Aufnahme: Bestimmt den Grad der Rigidität der Deformität (Patient beugt sich maximal nach links/rechts, um zu sehen, ob die Krümmung ausgleichbar ist).
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Therapie: Abhängig vom Cobb-Winkel.
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Cobb-Winkel <20°: Physiotherapie.
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Cobb-Winkel 20°-50°: Physiotherapie + Korsett.
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Cobb-Winkel >50° oder schnell progrediente Skoliose: Operation.
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Physiotherapie: Krankengymnastik, ausgleichende Rückenschulung, Therapie nach Schroth (Körperwahrnehmung schulen).
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Korsett: 23 Stunden am Tag tragen (Abnahme bei Sport, Duschen/Baden). Korrektur geht später oft wieder verloren.
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Operation: Zeitpunkt am besten mit Abschluss des Wachstums. Bei sehr starker Skoliose (>90°) ggf. mehrere schrittweise Operationen.
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Spondylodese: Wirbelsäulenstellung wird korrigiert und mit Implantaten fixiert (z.B. durch Fixateur interne oder Plattenosteosynthese).
Morbus Scheuermann: Die jugendliche Kyphose
Morbus Scheuermann ist eine kyphotische Erkrankung der Wirbelsäule, die im Jugendalter auftritt.
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Definition:
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Synonyme: Adoleszentenkyphose, Juvenile Kyphose.
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Kyphotische Erkrankung der Wirbelsäule, meist thorakal, seltener thorakolumbal oder lumbal.
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Häufigste Wirbelsäulenerkrankung.
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Geschlecht: Männer > Frauen.
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Alter: Häufigkeitsgipfel 10. – 13. Lebensjahr.
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Ätiologie (Ursachen):
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Wachstumsbedingt, genaue Ätiologie unklar.
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Mögliche Faktoren: Schnelles Längenwachstum, erbliche Disposition, schlaffe Rückenhaltung.
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Symptome:
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Starker Rundrücken, i.d.R. ohne Schmerzen.
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Rückenschmerzen können bei lumbaler Manifestation oder Bandscheibendegeneration im Erwachsenenalter auftreten.
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Ggf. muskuläre Verspannungen.
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Diagnostik:
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Anamnese: Familienanamnese, Vorerkrankungen, Hobbys, Wachstumsverlauf.
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Körperliche Untersuchung:
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Aufrichttest: Patient in Bauchlage richtet Oberkörper auf. Korrektur bei Aufrichtung = flexible Deformität. Bestehende Kyphose bei Aufrichtung = rigide Deformität.
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Muskelfunktionsdiagnostik (MFD) und Verkürzungstests (z.B. M. pectoralis-Verkürzung).
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Bildgebung:
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Röntgen oder CT: Keilwirbel mit Verkleinerung des Intervertebralraumes.
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CT: Einkerbungen in der Wirbelkörper-Bodenplatte (= Schmorl-Knötchen), vermehrtes Knochenwachstum der Wirbelkörper-Deckplatte.
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Therapie:
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I.d.R. konservativ.
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Physiotherapie: Stärkung der Rückenmuskulatur.
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Korsettbehandlung bei schwerer Kyphose.
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In Extremfällen: Operation.
Entzündliche Erkrankungen der Wirbelsäule
Entzündungen können die Wirbelkörper, Bandscheiben und Gelenke der Wirbelsäule betreffen und erhebliche Beschwerden verursachen.
Spondylitis und Spondylodiszitis: Wenn die Wirbelsäule entzündet ist
Diese Erkrankungen umfassen Entzündungen der Wirbelkörper und/oder Bandscheiben, meist durch bakterielle Infektionen ausgelöst.
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Definition:
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Spondylitis: Entzündung von Wirbelkörper(n).
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Spondylodiszitis: Entzündung von Bandscheibe(n) und Wirbelkörper(n).
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Typische Lokalisation: untere BWS, Lendenwirbelsäule.
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Meist ausgelöst durch bakterielle Infektionen.
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Ätiologie (Ursachen):
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A) Hämatogene Streuung (indirekt): Keimverschleppung von entfernten Infektionsherden (z.B. Schnittwunde, Atemwegsinfektionen wie Tuberkulose) oder iatrogen (bei kleineren operativen Eingriffen, z.B. Knie-Endoskopie, Angiografie).
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Spezifische Spondylodiszitis: Durch Tuberkulose ausgelöst (meist mehrere Segmente betroffen von Beginn an).
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Unspezifische Spondylodiszitis: Durch andere Bakterien (Staphylococcus aureus, E. Coli) ausgelöst (beginnend monosegmental, spätere Ausbreitung möglich).
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B) Iatrogen (direkt): Durch Injektionen, Liquorpunktion, Bandscheiben-OP.
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Risikofaktoren: Höheres Alter, Alkoholismus, Diabetes mellitus, langfristige Kortisoneinnahme, Tuberkuloseinfektion.
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Symptome:
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Stärkste Rückenschmerzen (Schmerzverstärkung im Stehen, Sitzen).
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Fieber.
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Ggf. neurologische Defizite.
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Bildung von Abszessen möglich, die sich in den Spinalkanal ausbreiten und Nerven reizen können.
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Gibbus: Spitze Kyphose der Wirbelsäule durch Destruktion der Wirbelkörper.
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Diagnostik:
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Anamnese: Medizinische Vorgeschichte, Operationen, Reiseanamnese, frühere Infektionen, Schmerzanamnese/-Skala.
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Körperliche Untersuchung: Neurologische Untersuchung, lokaler Druckschmerz, Schonhaltung.
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Labor: Erhöhung der Entzündungsparameter, Blutkultur zum Erregernachweis, ggf. Punktion zur Erregerkultur und Antibiogramm.
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Bildgebung:
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Röntgen: Aufgehellte Spongiosa/mottenfraßähnliche Osteolysen, Gibbus.
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MRT: Frühere Diagnostik möglich, 1. Wahl.
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Ggf. Skelettszintigraphie, Sonographie.
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Hinweis: Diagnose oft spät gestellt, da Beschwerden fälschlicherweise auf degenerative Veränderungen geschoben werden.
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Therapie:
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Konservativ: Ruhigstellung/Bettruhe (oft mehrere Wochen nötig), Antibiotika.
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Operativ (Indikation): Multisegmentale Herde, starke Wirbelkörperschäden mit Abszessen.
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Débridement: Chirurgische Entfernung von infiziertem/nekrotischem Gewebe.
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Implantation von Ersatzmaterial (als Stütze) oder Fixateur interne.
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Zeitgleich konservative Therapie (Antibiotika).
Morbus Bechterew (Ankylosierende Spondylitis): Versteifung der Wirbelsäule
Morbus Bechterew ist eine chronisch entzündlich-rheumatische Systemerkrankung, die zur Versteifung der Wirbelsäule führen kann.
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Definition:
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Synonyme: Spondylitis ankylosans, ankylosierende Spondylitis.
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Chronisch entzündlich-rheumatische Systemerkrankung, nicht heilbar.
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Führt zur Versteifung der Wirbelsäule.
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Epidemiologie:
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Altersgipfel: 15-40. Lebensjahr.
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Geschlecht: Männer > Frauen (3:1).
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Typische Lokalisation: Wirbelsäule, Iliosakralgelenke, aber auch an peripheren Gelenken möglich.
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Ätiologie (Ursachen): Genetische Faktoren (insbesondere HLA-B27).
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Symptome:
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Schleichend einsetzende, dumpfe Rückenschmerzen (auch nachts, in Rückenlage).
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Morgensteifigkeit, Besserung durch Bewegung im Tagesverlauf.
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Entzündliche Enthesiopathien (= Schmerz am Knochen-Sehnen-Übergang, z.B. costosternaler Übergang, Dornfortsätze).
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Sonstige Entzündungen von: Augen/Iris, Magen-Darm-Trakt, Prostata.
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Im späteren Verlauf: Müdigkeit, Fieber, Gewichtsabnahme.
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Diagnostik:
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Anamnese: Schmerzanamnese, familiäre Vorerkrankungen.
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Körperliche Untersuchung:
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A) Druckschmerz der Iliosakralgelenke (Mennell-Zeichen): Verschiedene Provokationstests in Rücken-, Seiten- und Bauchlage.
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B) Verminderte Beweglichkeit der Wirbelsäule:
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Schober-Maß: Prüft Beweglichkeit der LWS (Abstand der Markierungen bei Vorbeugung sollte um mind. 4 cm steigen).
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Ott-Maß: Prüft Beweglichkeit der BWS (Abstand der Markierungen bei Vorbeugung sollte um mind. 2 cm steigen).
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EA-AA-Differenz Thorax: Thorax-Umfangsdifferenz in Ausatmung vs. Einatmung (Differenz mind. 2,5 cm).
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Flèche-Maß: Prüft Beweglichkeit der HWS (Abstand zwischen Wand und Hinterkopf im Stehen sollte physiologisch 0 cm sein).
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C) Sonstiges: Ganganalyse, Standanalyse, Muskelfunktionsdiagnostik (MFD), Krafttests.
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Labor: Blutuntersuchung auf genetische Faktoren (z.B. HLA-B27), Entzündungsparameter (CRP, BSG).
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Bildgebung:
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MRT: 1. Wahl, besser für die Frühdiagnostik (Entzündung der Wirbelkörper mit kleinen Frakturierungen sichtbar).
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Röntgen.
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Therapie:
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Physiotherapie: Stärkung der Rückenmuskulatur, Förderung des Bewegungsausmaßes, Verlangsamung des Krankheitsprogresses.
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Entzündungshemmende, schmerzstillende Medikation (NSAR, Biologika).
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Operativ: Nur in Extremfällen (Osteosynthesen, Versteifung der Wirbelsäule in Aufrichtung).
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DD: Morbus Scheuermann und Morbus Bechterew im Vergleich:
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Morbus Bechterew: Autoimmune rheumatische Erkrankung, permanente Entzündung des Rückens.
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Morbus Scheuermann: Keilförmige Veränderung der Rückenwirbel, Schmorl-Knötchen.
Wirbelsäulen- und Thorax-Fehlbildungen
Angeborene Fehlbildungen können sowohl die Wirbelsäule als auch den Thorax betreffen und unterschiedliche Ausprägungen haben.
Spina Bifida (Offener Rücken): Eine angeborene Wirbelkanaldeformität
Die Spina Bifida ist eine angeborene Entwicklungsstörung des Wirbelkanals, die mit neurologischen Ausfällen einhergehen kann.
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Definition: Angeborene Entwicklungsstörung des Wirbelkanals mit neurologischen Ausfällen je nach Höhe des Ausfalls.
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Typische Lokalisation: Lumbal, lumbosakraler Übergang.
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Risikofaktor: Folsäuremangel während der Schwangerschaft.
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Ätiologie:
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Wirbelkanal verschließt sich embryonal nicht vollständig.
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Mögliche Folgen: Ausstülpung der Meningen, Ausstülpung des Rückenmarks, Fehlbildung des Gehirns, Abflussstörung des Liquors (Hydrocephalus), Offener Rücken bei Geburt.
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Formen:
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A) Spina Bifida occulta: Einfachste Form. Knöcherner Wirbelbogen nicht geschlossen. Keine Vorwölbung von Rückenmark/Meningen. Haut intakt. Diagnose meist zufällig (Röntgen).
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B) Spina Bifida aperta: Knöcherner Wirbelbogen nicht geschlossen.
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Meningozele: Vorwölbung der Meningen.
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Myelomeningozele: Vorwölbung der Meningen + Rückenmark (Myelon).
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Vermehrtes Fett- und Bindegewebe unter der Haut. Haut ggf. offen.
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Symptome:
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Spina Bifida occulta: Oft asymptomatisch, häufig erst im Erwachsenenalter zufällig entdeckt (z.B. beim Röntgen der Wirbelsäule). Oft vermehrte Behaarung am lumbalen Rücken.
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Spina Bifida aperta: Neurologische Ausfälle je nach Höhe der Schädigung.
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Sensibilität: Fehlende Sensibilität, Druckulzerationen.
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Motorik: Spastische Paresen und/oder schlaffe Lähmungen (z.B. Lähmung der Becken-/Genitalmuskulatur).
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Inkontinenz und Katheterpflicht, häufige aufsteigende Harnwegsinfekte, sekundäre Niereninsuffizienz.
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Ggf. Hydrocephalus.
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Diagnostik:
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Schwangerschaft (Mutter): Fruchtwasserdiagnostik, Sonographie, Folsäurekontrolle.
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Anamnese: Krankheitsverlauf, Einschränkungen in Beruf/Alltag, Miktion, Stuhlgang, sexuelle Aktivität.
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Körperliche Untersuchung: Komplette neurologische Untersuchung (Reflexe, Sensibilität, Motorik), Stand- und Ganganalyse, Muskelfunktionsdiagnostik (MFD), Neutral-Null-Methode (NNM).
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Labor: Nierenwerte kontrollieren (bei häufigen Harnwegsinfekten).
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Bildgebung: MRT (Form der Spina Bifida bestimmen, genaue Höhe des Defekts bestimmen).
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Therapie:
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Bei offenem Rücken: Intrauterine OP (Hautverschluss), Geburt per Kaiserschnitt, OP direkt nach der Geburt (Hautverschluss).
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Bei Hydrocephalus: Shunt-OP zum Ableiten des Liquors.
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Bei Fußdeformitäten durch Spasmus: Orthopädische Schuhe.
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Lebenslange Therapie: Urologische Therapie/Betreuung, Physiotherapie, gelenkschonende, zyklische Sportarten.
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Spätere Operationen schwierig aufgrund instabiler knöcherner Strukturen. Eigene Schwangerschaft oft nicht empfohlen (Verstärkung neurologischer Defekte befürchtet).
Trichterbrust (Pectus Excavatum): Die eingezogene Brustwand
Die Trichterbrust ist die häufigste Thoraxdeformität, bei der die ventrale Thoraxwand eingezogen ist.
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Definition: Einziehung der ventralen Thoraxwand, meist am kaudalen Sternum.
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Geschlecht: Männer > Frauen (3:1).
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Häufigste Thoraxdeformität.
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Ätiologie (Ursachen): Idiopathisch, genetische Faktoren. Bei Geburt noch nicht vorhanden, Ausbildung erst während Wachstumsphase.
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Symptome:
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Körperlich wenig bis keine Beeinträchtigung.
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Kosmetisch-psychische Belastung.
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In Extremfällen: Kardiopulmonale Beschwerden (Einengung des Thorax, Verlagerung des Herzens), Wirbelsäulen-Deformitäten.
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Diagnostik:
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Blickdiagnose.
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Anamnese: Schmerzen/Beschwerden, Familienanamnese, pulmonale/kardiale Beschwerden bei Belastung.
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Körperliche Untersuchung: Beweglichkeit des Thorax und der Wirbelsäule (Schober, Ott), Atemumfänge.
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Bildgebung: Röntgen in zwei Ebenen (Bleistreifen an Thorax modellieren, um Trichter besser erkennbar zu machen).
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Therapie:
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Konservativ: Physiotherapie (v.a. Atemtherapie/Krankengymnastik), Ausdauersport.
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Operativ: Einsetzen einer Metallschiene, um das Sternum anzuheben. Indikation: kardiale oder pulmonale Beschwerden. Nicht vor dem 12. Lebensjahr.
Kielbrust (Pectus Carinatum): Die vorgewölbte Brustwand
Die Kielbrust ist eine seltenere Thoraxdeformität, bei der Sternum und Rippenansatz spitz hervorstehen.
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Definition: Sternum und Rippenansatz ragen spitz hervor (Synonyme: Pectus Carinatum, Hühnerbrust).
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Häufig einseitig, selten symmetrisch.
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Entwicklung in den ersten Lebensjahren.
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10-fach seltener als Trichterbrust.
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Ätiologie (Ursachen): Idiopathisch. Oft in Kombination mit anderen Erkrankungen (Marfan-Syndrom, Turner-Syndrom).
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Symptome:
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I.d.R. schmerzfrei.
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Ggf. eingeschränkte Beweglichkeit des Thorax mit eingeschränkter Atmung.
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Diagnostik:
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Blickdiagnose.
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Anamnese: Schmerzen? Atemproblematik?
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Körperliche Untersuchung: Beweglichkeit des Thorax, Atemumfänge.
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Bildgebung: Röntgen in regelmäßigen Abständen.
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Therapie:
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Thoraxpelotte (drückt auf die Erhebung).
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Im Extremfall: Korrektur-Operation.
Traumatologie der Wirbelsäule: Verletzungen des Rückgrats
Wirbelsäulentraumata sind Notfälle und können schwerwiegende neurologische Folgen haben. Es wird zwischen Verletzungen der oberen und unteren Halswirbelsäule sowie des Brust- und Lendenwirbelsäulenbereichs unterschieden.
Verletzungen der oberen HWS (C0-C2): Eine kritische Region
Verletzungen im Bereich C0 (Os occipitale), C1 (Atlas) und C2 (Axis) sind besonders gefährlich aufgrund der Nähe zu Hirnstamm und Rückenmark.
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Definition: Frakturen, Schleudertrauma o.ä. Verletzungen im Bereich C0-C2.
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Formen: Atlasfrakturen, Axisfrakturen, Schleudertrauma.
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Atlasfraktur (C1):
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Ursache: Axiale Stauchung.
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Formen: Nur vorderer Atlasbogen, nur hinterer Atlasbogen, Jefferson-Fraktur (vorderer + hinterer Atlasbogen, ggf. einhergehend mit atlanto-okzipitaler Luxation).
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Häufige Folgen: Schwere Schädigung von Rückenmark und Hirnstamm, Tod innerhalb weniger Stunden.
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Axisfraktur (C2):
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Ursache: Sturz auf Kopf/Hals.
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Formen:
- Stabile Fraktur der Densspitze.
- Instabile Querfraktur des Dens.
- Fraktur von Dens und Corpus.
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Sonderform: „Hangman‘s Fraktur“: Fraktur des Axis-Wirbelbogens durch Hyperextension + Zug oder Kompression (Ursache: Verkehrsunfall, Erhängen).
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Allgemein: Axisfrakturen häufiger als Atlasfrakturen.
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Schleudertrauma („Whiplash Injury“):
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Definition: Distorsion der HWS.
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Ursache: Hyperflexion und/oder Hyperextension der HWS (z.B. Auffahrunfall mit plötzlicher Akzeleration/Dezeleration). Starke Belastung für Muskeln, Bänder, Wirbelkörper.
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Symptome bei HWS-Verletzungen:
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Bewegungseinschränkung.
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Schmerz mit Ausstrahlung in Nacken, Schultern, Arme.
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Schwindel, Kopfschmerz, Konzentrationsstörungen.
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Neurologische Defizite: Sensibilitätsstörungen (Kribbelparästhesien, Taubheitsgefühl), Lähmungen, Spasmen.
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Tod (bei schweren Verletzungen).
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Diagnostik:
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Anamnese: Schmerzanamnese, Unfallhergang, neurologische Beschwerden, Vorerkrankungen/Frakturanfälligkeit.
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Körperliche Untersuchung: NNM der HWS (nach Frakturausschluss), neurologische Untersuchung (periphere Sensibilität an Rumpf, oberen/unteren Extremitäten, periphere Reflexe), Untersuchung der 12 Hirnnerven (nach Frakturausschluss), lokale Sensibilität.
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Bildgebung: Röntgen in 2 Ebenen (a.p., lateral), CT, Sonographie (Verletzung der Halsgefäße), MRT (bei unklaren neurologischen Ausfällen).
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Therapie:
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Sofortige Immobilisation der Wirbelsäule: Z.B. Stiffneck, bis zum Frakturausschluss bzw. zur endgültigen Versorgung.
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Konservativ: Bei stabilen Frakturen (ggf. ohne Krawatte), leicht instabilen Frakturen (Schanz-Krawatte).
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Operativ (Indikation): Bei instabilen Frakturen (z.B. durch Spondylodese), bei Bandverletzungen der HWS, immer bei neurologischen Defiziten.
Verletzungen der unteren HWS, BWS und LWS (C3-S1): Traumatische Wirbelsäulenschäden
Verletzungen in diesen Bereichen können die Rumpfstabilität beeinträchtigen und ebenfalls zu neurologischen Ausfällen führen.
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Definition: Verletzungen der Wirbelsäule im Bereich C3-S1 (kaudal davon = Verletzung des hinteren Beckenrings).
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Häufigste Lokalisation: Thorakolumbaler Übergang.
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Die Wirbelsäule ist ein zentrales knöchernes Bindeglied des Körpers, bei Verletzung Gefahr der Rumpfstabilität.
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Ätiologie (Ursachen):
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Traumatisch: Durch große Krafteinwirkung (Verkehrsunfälle, (Extrem-)Sportverletzungen, Sturz aus großer Höhe).
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Atraumatisch: Spontane Verletzung ohne adäquates Trauma (bei Osteoporose, Knochenerkrankungen wie Tumoren, Metastasen).
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Klassifikation (nach der Art der Krafteinwirkung):
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Vordere, mittlere, hintere Wirbelsäule.
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Typ A = Axiale Kompression: I.d.R. der ventralen Wirbelsäule (z.B. Kopfsprung ins flache Wasser, Sturz aus großer Höhe mit Landung auf gestreckten Beinen/Hüfte).
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Typ B = Distraktionsverletzungen: Durch Hyperextension oder Hyperflexion der Wirbelsäule. Hyperextension: ventraler Abriss + dorsale Kompression. Hyperflexion: dorsaler Abriss + ventrale Kompression. Verletzung der vorderen und/oder hinteren Wirbelsäule (z.B. Verkehrsunfälle).
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Typ C = Torsion/Translation/Rotation: Mit Verletzung der vorderen und/oder hinteren Wirbelsäule. Zusätzliche Ruptur der Bänder führt zu großer Instabilität. Häufig neurologische Komplikationen.
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Symptome:
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Schmerzen: Druckschmerz, Klopfschmerz über der Wirbelsäule, Bewegungsschmerz.
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Neurologische Wurzel-Beschwerden: Kribbelparästhesien, Taubheitsgefühl der Haut, Paresen (unvollständige Muskellähmung), Plegien (vollständige Muskellähmung), abgeschwächte Reflexe.
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Neurologische Beschwerden des Rückenmarks:
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A) Komplettes Querschnittsyndrom: Läsion der gesamten auf- und absteigenden Leitungsbahnen des Rückenmarks. Kompletter Verlust von Sensibilität und Motorik, komplettes Fehlen der Reflexe (Areflexie) ODER spastische Parese und Hyperreflexie.
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B) Inkomplettes Querschnittsyndrom: Nicht komplette Läsion des Rückenmarks.
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Halbseitig (= Brown-Séquard-Syndrom): Linke oder rechte Rückenmarkshälfte geschädigt. Gleichseitig: spastische/schlaffe Parese. Gegenseitig: Sensibilitätsstörung, gestörtes Wärmeempfinden.
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Diagnostik:
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Anamnese: Genauer Unfallhergang, Schmerzanamnese, neurologische Anamnese, Vorerkrankungen (Osteoporose, Tumoren?).
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Körperliche Untersuchung: Allgemeine Frakturzeichen? Fehlstellung/-haltung? Stufen/Lücken zwischen den Dornfortsätzen? Druck-/Klopfschmerz? Neurologische Untersuchung (Dermatome zur Abschätzung der Verletzungshöhe, Sensibilitätsprüfung, Muskelfunktionsdiagnostik peripherer Versorgungsgebiete).
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Bildgebung: CT/Röntgen = 1. Wahl zur Diagnostik (Unterbrechung der Wirbelsäule, eingeengter Spinalkanal durch Fragmente, vergrößerter Abstand zwischen den Dornfortsätzen).
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Therapie:
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Multimodale, interdisziplinäre Therapie.
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Transport in stabiler Lage: Mit Zervikalstütze und Vakuummatratze. Bei operativer Versorgung: Lage beibehalten bis zur OP!
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Konservative Therapie: Bei stabilen Kompressionsfrakturen ohne neurologische Beschwerden. Mobilitätssicherung, Analgesie, später Muskeltraining. Regelmäßige Röntgenkontrolle.
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Operative Therapie (Indikation): Instabile Frakturen. Präoperatives MRT hilfreich. Fixateur interne, Wirbelkörper-Cage + Fixateur interne, Ersatz der Bandscheiben (falls zerstört).
Häufig gestellte Fragen zu Wirbelsäulen- und Thoraxerkrankungen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen einer Diskusprotrusion und einem Diskusprolaps?
Eine Diskusprotrusion ist eine Bandscheibenvorwölbung, bei der der äußere Faserring der Bandscheibe (Anulus fibrosus) angerissen ist und sich der Gallertkern (Nucleus pulposus) in den Riss einlagert, wodurch sich die Bandscheibe vorwölbt. Ein Diskusprolaps, auch Bandscheibenvorfall genannt, ist schwerwiegender: Hier tritt der Nucleus pulposus vollständig durch den Anulus fibrosus aus und drückt direkt auf Nerven oder das Rückenmark.
Welche Symptome deuten auf eine Spinalkanalstenose hin?
Typische Symptome einer Spinalkanalstenose sind belastungsabhängige Kreuzschmerzen, die plötzlich in die Beine ausstrahlen können, sowie Taubheitsgefühle. Besonders charakteristisch ist die sogenannte Claudicatio intermittens spinalis, ein schmerzbedingtes Hinken, das durch Nervenreizung im Stehen im Bereich der Cauda equina verursacht wird. Oft bessern sich die Schmerzen in gebeugter Haltung.
Was versteht man unter Spondylolisthese und warum ist sie relevant?
Spondylolisthese bezeichnet das Gleiten eines Wirbelkörpers nach vorne (Anterolisthesis) oder hinten (Retrolisthesis), oft in Verbindung mit einer Spaltbildung im Wirbelbogen (Spondylolyse). Dies kann zu Instabilität der Wirbelsäule führen und in seltenen Fällen starke Schmerzen oder neurologische Defizite verursachen. Die Meyerding-Klassifikation hilft, das Ausmaß des Wirbelgleitens zu bestimmen und die Notwendigkeit einer Therapie, oft Physiotherapie oder in schweren Fällen eine Operation, zu entscheiden.
Wie wird ein Morbus Scheuermann diagnostiziert und behandelt?
Morbus Scheuermann, eine jugendliche Kyphose, wird durch eine Anamnese, körperliche Untersuchung (inkl. Aufrichttest zur Unterscheidung flexibler/rigider Deformität) und Bildgebung (Röntgen/CT) diagnostiziert, wobei Keilwirbel und Schmorl-Knötchen typische Merkmale sind. Die Therapie ist meist konservativ und umfasst Physiotherapie zur Stärkung der Rückenmuskulatur sowie bei schwerer Kyphose eine Korsettbehandlung. Operationen sind selten und nur in Extremfällen notwendig.
Was ist der Unterschied zwischen Morbus Scheuermann und Morbus Bechterew?
Morbus Scheuermann ist eine wachstumsbedingte kyphotische Deformität der Wirbelsäule im Jugendalter, die durch keilförmige Wirbelkörper und Schmorl-Knötchen gekennzeichnet ist und oft schmerzfrei verläuft. Morbus Bechterew (Ankylosierende Spondylitis) hingegen ist eine chronisch entzündlich-rheumatische Systemerkrankung, die zur Versteifung der Wirbelsäule führt, meist im Erwachsenenalter auftritt und typischerweise mit entzündlichen Rückenschmerzen, Morgensteifigkeit und Besserung durch Bewegung einhergeht. Die Ätiologie von Morbus Bechterew ist autoimmun und genetisch bedingt, während Morbus Scheuermann primär wachstums- und haltungsbedingt ist.