Zusammenfassung von Stetige Wahrscheinlichkeitsverteilungen
Stetige Wahrscheinlichkeitsverteilungen: Grundlagen & Beispiele
Einführung
Stetige Wahrscheinlichkeitsverteilungen modellieren Zufallsgrößen, deren Wertebereich überabzählbar ist, zum Beispiel Intervalle $[a,b]$ oder ganzes $\mathbb{R}$. Solche Verteilungen beschreiben z.B. Wartezeiten, Längen, Gewichte oder Zeiten zwischen Ereignissen und sind zentral in Statistik, Warteschlangentheorie und Zuverlässigkeitsanalyse.
Definition (stetige Zufallsvariable): Eine Zufallsvariable $X$ ist stetig, wenn es eine Dichtefunktion $f$ gibt, so dass für alle $a<b$ gilt: $$W(a \leqslant X \leqslant b) = \int_{a}^{b} f(x),dx = F(b) - F(a)$$
Wichtige Begriffe kurz
- Dichtefunktion $f(x)$: Nichtnegativ, integriert zu 1 über den Wertebereich.
- Verteilungsfunktion $F(x)$: $F(x)=\int_{-\infty}^{x} f(t),dt$, liefert Wahrscheinlichkeiten $W(X\leqslant x)$.
- Erwartungswert: $E(X)=\int_{-\infty}^{\infty} x f(x),dx$.
- Varianz: $\operatorname{Var}(X)=\int_{-\infty}^{\infty} (x-E(X))^{2} f(x),dx$.
Quantile
Definition (Quantil): Ein $p$-Quantil $x_{p}$ ist die kleinste Ausprägung, sodass $F(x_{p})\geqslant p$.
- Fragestellung (deskriptiv): Bei welcher Ausprägung sind $p\cdot 100%$ der beobachteten Werte höchstens?
- Fragestellung (wahrscheinlichkeitsbezogen): Welcher Wert $x_{p}$ erfüllt $P(X\leqslant x_{p})=p$ (bzw. $\geqslant p$ für Definition des kleinsten solchen Werts)?
Wichtige stetige Verteilungen (mit Beispielen)
Im Folgenden zwei zentrale Verteilungen aus dem bereitgestellten Material: die stetige Gleichverteilung und die Exponentialverteilung. (Hinweis: Informationen zur Normalverteilung sind ausgeschlossen.)
1) Stetige Gleichverteilung (Uniformverteilung)
Definition: $X$ ist gleichverteilt auf $[a,b]$, wenn $$f_{G}(x,/,a;b)=\begin{cases} \dfrac{1}{b-a} & \text{für } x\in[a,b]\ 0 & \text{sonst} \end{cases}$$
Eigenschaften:
- Parameter: $a,b\in\mathbb{R}$ mit $a<b$.
- Verteilungsfunktion: $$F_{G}(x,/,a;b)=\begin{cases}0 &\text{für } x<a\ \dfrac{x-a}{b-a} &\text{für } x\in[a,b]\ 1 &\text{für } x>b \end{cases}$$
- Erwartungswert: $$E(X)=\dfrac{a+b}{2}$$
- Varianz: $$\operatorname{Var}(X)=\dfrac{(b-a)^{2}}{12}$$
Beispiel (Buswartezeit):
- Angenommen der Bus kommt alle 5 Minuten, wir wissen nur, dass die Wartezeit gleichverteilt auf $[0,5]$ ist.
- Wahrscheinlichkeit, dass wir weniger als 3 Minuten warten: $$W(X\leqslant 3)=F_{G}(3,/,0;5)=\dfrac{3-0}{5-0}=0.6$$
- Median (50%-Quantil): $$x_{0.5}=\dfrac{0+5}{2}=2.5$$
Anwendung:
- Gleichverteilung eignet sich, wenn alle Werte im Intervall als gleich wahrscheinlich angenommen werden, z.B. zufälliges Ankunftszeitfenster ohne Struktur.
2) Exponentialverteilung
Definition: $X$ ist exponentialverteilt mit Parameter $\lambda>0$, wenn $$f_{E}(x,/,\lambda)=\begin{cases} \lambda e^{-\lambda x} &\text{für } x\geqslant 0\ 0 &\text{sonst} \end{cases}$$
Eigenschaften:
- Parameter: $\lambda\in\mathbb{R}_{+}\setminus{0}$.
- Verteilungsfunktion: $$F_{E}(x,/,\lambda)=\begin{cases}0 &\text{für } x<0\ 1-e^{-\lambda x} &\text{für } x\geqslant 0 \end{cases}$$
- Erwartungswert: $$E(X)=\dfrac{1}{\lambda}$$
- Varianz: $$\operatorname{Var}(X)=\dfrac{1}{\lambda^{2}}$$
Herleitung aus Poisson-Prozess (Anwendungsbeispiel Warteschlange):
- Sei $Y$ die Anzahl der Personen in Zeitraum $t$ mit $Y\sim\operatorname{Poisson}(\lambda t)$.
- Wahrscheinlichkeit, dass in Zeit $t$ niemand kommt: $P(Y=0)=e^{-\lambda t}$.
- Das entspricht der Wahrscheinlichkeit, dass die Wartezeit $X$ länger als $t$ ist: $P(X>t)=e^{-\lambda t}$.
- Daraus folgt die Verteilungsfunktion $P(X\leqslant t)=1-e^{-\lambda t}$ und die Dichte wie oben.
Beispiel:
- Parameter $\lambda=2$ (Ereignisse pro Minute). Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde in den nächsten 3 Minuten an
Hast du bereits ein Konto? Anmelden
Stetige Verteilungen
Klíčové pojmy: Stetige Zufallsvariable durch Dichte $f$ und Verteilungsfunktion $F$ beschreiben, Quantil $x_p$ ist kleinster Wert mit $F(x_p)\ge p$, Gleichverteilung auf $[a,b]$: $f=1/(b-a)$, $E(X)=(a+b)/2$, Gleichverteilung Varianz $\operatorname{Var}(X)=(b-a)^2/12$, Exponentialverteilung $f(x)=\lambda e^{-\lambda x}$ für $x\ge0$, Exponentialverteilung $E(X)=1/\lambda$, $\operatorname{Var}(X)=1/\lambda^2$, Exponentielle Verteilung ist memoryless: $P(X>s+t|X>s)=P(X>t)$, Für Poisson-Prozess sind Abstände exponentialverteilt, Schätzer für $\lambda$ oft $\hat{\lambda}=1/\bar{x}$, Prüfe Wertebereich und Prozessannahmen bei Modellwahl