Zusammenfassung von Deutsche Literatur im Spätmittelalter
Deutsche Literatur im Spätmittelalter: Merkmale & Werke
Einführung
Die Periode zwischen Spätmittelalter und Frühneuzeit markiert einen kulturellen Wandel: Das Bürgertum in den Städten tritt als prägende Kraft der Literatur- und Bildungsentwicklung hervor. Technische Innovationen (Papier, Buchdruck) und städtische Institutionen (Schulen, religiöse Gemeinschaften) führten zu größerer Verbreitung von Schrift und neuen literarischen Gattungen.
Definition: "Bürgertum" bezeichnet hier die städtischen Schichten wie Handwerker und Kaufleute, die soziale und kulturelle Veränderungen vorantrieben.
Übersicht: Träger, Medien und Zentren
- Träger: Bürgertum (Handwerker, Kaufleute), weiterhin Kirche als Institution
- Medien: Papier statt Pergament, Buchdruck (ab ca. 1460) → Massenverbreitung von Texten
- Zentren: Städte mit Schulen und religiösen Gemeinschaften
Definition: "Buchdruck" – die Technik, Drucktypen zu verwenden, um viele Exemplare eines Textes herzustellen; entscheidend für die Verbreitung von Wissen.
Sprachliche Entwicklungen
- Frühneuhochdeutsch: beginnende stärkere Vereinheitlichung der Schriftsprache
- Schriftlichkeit und Lesefähigkeit nehmen zu, wodurch Inhalte breitere Bevölkerungsschichten erreichen
Wichtige literarische Veränderungen
- Übergang von handschriftlicher Manuskriptkultur zu gedruckten Büchern
- Vielfalt an Gattungen: Lyrik, Drama, Prosa in neuen bürgerlichen Formen
I. Neue bürgerliche Lyrik
Die bürgerliche Lyrik ab dem späten 15. Jahrhundert ist stark geprägt von städtischen Lebenswelten und Handwerkertraditionen.
a) Meistersang (Meistergesang)
- Entstand gegen Ende des 15. Jh. als bürgerliche Sing- und Dichttradition
- Vorbild: ritterlicher Minnesang, doch formal und inhaltlich bürgerlich modifiziert
- Träger: Zünfte und Werkmeister (z. B. Färber, Schneider, Lehrer)
- Charakteristika:
- Meist ohne Instrumentalbegleitung gesungen
- Strenge Regeln und Handwerksmetaphern
- Bedeutende Namen: Hans Folz, Hans Sachs (Hausdichter/Meistersinger)
- Sprache: oft einfacher als Minnesang, Alltagsbezug
Definition: "Meistersang" – städtische Dicht- und Sängergemeinschaft mit festen Regeln und Praxis des Wettliederschreibens.
b) Volkslied
- Entwickelte sich parallel zur niederen Minne
- Inhalte: einfache Liebeslieder, Alltagsszenen, Kinder- und Arbeiterlieder
- Form: eingängige Melodien, leicht merkbare Strophen
c) Kirchenlied
- Übersetzungen und Volkstümlichung lateinischer Hymnen
- Oft Übernahme von Melodien der Volkslieder
- Ziel: religiöse Inhalte für Laien zugänglich machen
II. Neue bürgerliche Dramatik
Das städtische Theater entwickelt sich aus liturgischen Spielen und volkstümlichen Aufführungen.
Mysterienspiel (Glaubens- und Passionsdarstellungen)
- Weiterentwicklung aus liturgischen Rollen des Gottesdienstes (z. B. Oster- oder Passionsspiel)
- Inhalt: Propheten-, Passion-, Legenden- und biblische Szenen mit verteilten Rollen
- Publikum: breite städtische Bevölkerung, Aufführungen an Festtagen
Volkstümliches und weltliches Drama
- Fastnachtsspiele und Lustspiele: profane Themen, stark humoristisch, viele Vulgarismen
- Charakter: Alltagssprache, Berufskarikaturen, viel Witz
- Vertreter: Hans Sachs, Hans Folz
Tabelle: Vergleich Mysterienspiel vs. Weltliches Drama
| Merkmal | Mysterienspiel | Weltliches Drama |
|---|---|---|
| Ursprung | Liturgie / Gottesdienst | Volksbrauch / Fastnacht |
| Themen | Biblisch, religiös | Alltag, Beruf, Satire |
| Sprache | Relativ gehoben, sakral | Umgangssprachlich, vulgär möglich |
| Publikum | Weit religiös gebunden | Breite städtische Masse |
| Aufführung | Festlich, ritualisiert | Straßentheater, Marktpl |
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Deutsche Literaturgeschichte – Bürgertum
Klíčové pojmy: Bürgertum als literarischer Träger in Städten, Papier und Buchdruck seit ca. 1460 erweitern Leserschaft, Frühneuhochdeutsch fördert Vereinheitlichung der Sprache, Meistersang: städtische Dicht- und Sängertradition, Volks- und Kirchenlieder verbinden Alltag und Religion, Mysterienspiel: liturgische Wurzeln, biblische Themen, Mystische Prosa sucht direkte Gottesbegegnung (z. B. Mechthild), Unterhaltungsprosa: einfache Sprache, breite Verbreitung, Fastnachtsspiele nutzen Alltagssprache und Humor, Editionskritik wichtig für Textvergleich, Interdisziplinäre Ansätze: Musik- und Theatergeschichte berücksichtigen, Städte als Zentren von Schule, Gemeinschaft und Literatur