Test zu Wettbewerb und Institutionalisierung im archaischen Griechenland
Wettbewerb und Institutionalisierung im archaischen Griechenland
Test: Archaisches Griechenland, Staatlichkeit, Polisentwicklung, Konkurrenz und Institutionalisierung, Theorien der Konkurrenz, Institutionalisierung: Theorie und Prozesse, Institutionalisierung: Institutionen und Wettbewerb, Konkurrenz in der griechischen Archaik
20 Fragen
Frage 1: Die Anwendung von Simmels Konkurrenzmodell auf die Antike birgt die Gefahr, die Antike moderner darzustellen, als sie tatsächlich war.
A. Ano
B. Ne
Erklärung: Der Text warnt davor, dass ein Modell, das zur Beschreibung eines als ‚typisch modern‘ empfundenen Phänomens entwickelt wurde, immer die Gefahr birgt, die Antike moderner zu machen, als sie tatsächlich war, wenn es auf diese angewandt wird.
Frage 2: Welche Aussage trifft laut Jan Meisters Beitrag über die Geltungskonkurrenz zwischen Praktiken des Prestigeerwerbs im archaischen Griechenland zu?
A. Die Konkurrenz fand primär zwischen Individuen auf gleicher Ebene statt, um einen einheitlichen adligen Wertehorizont zu etablieren.
B. Es handelte sich um eine Geltungskonkurrenz zwischen verschiedenen Praktiken des Prestigeerwerbs, die die Entwicklung eines einheitlichen adligen Wertehorizonts verhinderte.
C. Die Vielzahl von Feldern der Konkurrenz, die Prestige vermittelten, führte zur Entstehung einer geringen Anzahl von „Partiell-Besten“.
D. Die Aktionsfelder und Foren des Wettbewerbs, wie die Polis und panhellenische Spiele, wurden zunehmend institutionalisiert und veränderten die Bedingungen der Konkurrenz.
Erklärung: Laut Jan Meisters Beitrag konkurrierten die Akteure keineswegs auf gleicher Ebene, sondern es ging um eine Geltungskonkurrenz zwischen verschiedenen Praktiken des Prestigeerwerbs, die die Entwicklung eines einheitlichen adligen Wertehorizonts verhinderte (Option 1 ist falsch, Option 2 ist korrekt). Die vielfältigen Konkurrenzfelder brachten eine Vielzahl von „Partiell-Besten“ hervor, nicht eine geringe Anzahl (Option 3 ist falsch). Außerdem wurden die Aktionsfelder und Foren des Wettbewerbs, wie die Polis und panhellenische Spiele, zunehmend institutionalisiert und veränderten die Bedingungen der Konkurrenz (Option 4 ist korrekt).
Frage 3: Nach Werron können Konkurrenten in öffentlichen Formen der Konkurrenz auch ohne die Dritte Instanz als Informations- und Evaluationszentrum wissen, dass und worum sie konkurrieren.
A. Ano
B. Ne
Erklärung: Werron argumentiert, dass in öffentlichen Formen der Konkurrenz der Dritte als Informations- und Evaluationszentrum erscheint, ohne das die Konkurrenten buchstäblich nicht wissen könnten, dass und worum sie konkurrieren.
Frage 4: Gemäß dem Text, welche Faktoren ermöglichen es einem Läufer, mit abwesenden Läufern vergangener Zeiten um einen Bahnrekord zu konkurrieren?
A. Die direkte Distanzierungskonkurrenz mit anwesenden Mitläufern.
B. Moderne Massenmedien, die die Leistungen vergleichbar machen und räumliche sowie zeitliche Distanzen überbrücken.
C. Eine konkrete anwesende Dritte Instanz, die den Siegespreis vergibt.
D. Die ausschließliche Fokussierung auf die eigene Leistung ohne Berücksichtigung anderer.
Erklärung: Der Text erklärt, dass moderne Massenmedien die „mediensoziologische“ Implikation der Denkfigur einer „Öffentlichkeit“ darstellen, indem sie ermöglichen, dass Leistungen auch unter Abwesenden in der Öffentlichkeit vergleichbar gemacht werden und so räumliche wie zeitliche Distanzen überbrückt werden können. Ein Läufer konkurriert daher gleichzeitig mit abwesenden Läufern vergangener (und zukünftiger) Zeiten um den Bahnrekord.
Frage 5: Nach Berger und Luckmann lösen sich objektivierte Institutionen vollständig von den Handlungen der konkreten Akteure und werden als vollständig unabhängige Entitäten wahrgenommen, die nicht mehr von Menschen gemacht sind.
A. Ano
B. Ne
Erklärung: Objektivierte Institutionen lösen sich zwar von den sie kreierenden Akteuren und werden als eine versachlichte Wirklichkeit mit eigener Geschichte konzeptualisiert, doch bleiben sie stets an konkrete Akteure rückgebunden, in deren Handlungen sie jeweils aktualisiert werden. Die entscheidende Frage ist, ob den Akteuren bewusst bleibt, dass die gesellschaftliche Welt von Menschen gemacht ist und daher neu gemacht werden kann, selbst wenn sie objektiviert ist.