Podcast über Projektmanagement: Grundlagen und Methoden

Projektmanagement: Grundlagen und Methoden für Studenten

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Projektmanagement Methoden & Prozess0:00 / 23:07
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LaraGenau! Es ist wie die ultimative To-Do-Liste, aber eben für ein riesiges Projekt. Du siehst sofort, wo alles hingehört.
FinnUnd plötzlich ist dieses riesige, unbezwingbare Monster von einem Projekt... machbar. Okay, das ist zu gut, um es für uns zu behalten. Du hörst den Studyfi Podcast, hier sind Finn und Lara!
Kapitel

Projektmanagement Methoden & Prozess

Délka: 23 minut

Kapitoly

Die magische Planungsphase

Zeit, Kosten und Risiken

Von der Planung zur Tat

Agile Methoden und KI

Der krönende Abschluss

Goldene Regeln im Hörsaal

Vom Reden zum Machen

Der Goldstandard

Bücher für den Einstieg

Ein Roman als Lehrbuch

Berühmte deutsche Pannen

Wenn Start-ups straucheln

Projekt vs. Routine

Die Projekt-Landkarte

Was macht ein Projekt erfolgreich?

Gigantische Ausmaße

Logistische Meisterleistung

Zukunftsmusik?

Die künstliche Sonne

Quanten, KI und Cybersicherheit

Roboter, Raumfahrt und Medizin

Zusammenfassung und Abschied

Přepis

Lara: Genau! Es ist wie die ultimative To-Do-Liste, aber eben für ein riesiges Projekt. Du siehst sofort, wo alles hingehört.

Finn: Und plötzlich ist dieses riesige, unbezwingbare Monster von einem Projekt... machbar. Okay, das ist zu gut, um es für uns zu behalten. Du hörst den Studyfi Podcast, hier sind Finn und Lara!

Lara: Hallo zusammen!

Finn: Wir sind gerade mitten in einem Thema, das für viele erstmal trocken klingt, aber – und das meine ich ernst – euer Leben verändern kann, wenn ihr es einmal verstanden habt: Projektmanagement.

Lara: Absolut. Wir haben gerade über den Projektstrukturplan gesprochen, kurz PSP. Das ist das Herzstück der Planungsphase. Ohne einen guten Plan segelst du im Nebel.

Finn: Und die Planungsphase ist... nun ja, die Phase, in der man plant. Klingt logisch. Aber was gehört da alles rein, außer diesem PSP?

Lara: Eine ganze Menge! Nach dem PSP, wo du das Projekt in kleine, überschaubare „Arbeitspakete“ zerlegst, kommt die Ablauf- und Terminplanung. Da fragst du dich: Was muss wann passieren? Und was hängt voneinander ab?

Finn: Ah, das kenne ich! Das sind diese bunten Balkendiagramme, oder? Sieht ein bisschen aus wie Tetris.

Lara: Genau, das sind Gantt-Diagramme. Die zeigen dir auf einen Blick die ganze Zeitachse deines Projekts, inklusive der sogenannten Meilensteine.

Finn: Meilensteine sind also die wichtigen Kontrollpunkte? So wie „Konzept fertig“ oder „Prototyp live“?

Lara: Exakt. Das sind die Momente, an denen du kurz innehältst und feierst – oder merkst, dass du im Zeitplan hinterherhinkst. Daneben gibt es noch den Netzplan, der die Abhängigkeiten zwischen den Aufgaben grafisch darstellt. Der ist etwas technischer, aber super mächtig.

Finn: Okay, wir haben also den Plan, was zu tun ist, und wann es getan werden muss. Aber Projekte kosten ja auch Geld und brauchen Leute. Wie plant man das?

Lara: Das ist der nächste Schritt: die Ressourcen- und Kostenplanung. Du ordnest jedem Arbeitspaket zu, wer es macht, was es kostet und welche Materialien du brauchst.

Finn: Und woher weiß ich, wie lange etwas dauert oder wie viel es kostet? Ich kann ja schlecht in eine Glaskugel schauen.

Lara: Nein, zum Glück nicht. Dafür gibt es Schätzmethoden. Man kann zum Beispiel Expertenschätzungen einholen, also einfach Leute fragen, die das schon mal gemacht haben.

Finn: Klingt simpel.

Lara: Ist es oft auch. Eine etwas wissenschaftlichere Methode ist PERT. Da schätzt man einen optimistischen, einen pessimistischen und einen wahrscheinlichen Wert und berechnet daraus einen Mittelwert. Das reduziert das Risiko von totalen Fehleinschätzungen.

Finn: Apropos Risiko... was, wenn etwas schiefgeht? Der Hauptentwickler wird krank, der Kunde ändert seine Meinung... das Übliche.

Lara: Dafür gibt es das Risikomanagement. Noch in der Planungsphase überlegst du dir: Was könnte alles schiefgehen? Du identifizierst Risiken, bewertest ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und die möglichen Auswirkungen.

Finn: Und dann? Daumen drücken und hoffen, dass nichts passiert?

Lara: Nein, dann entwickelst du Maßnahmen. Was tun wir, WENN das Risiko eintritt? Eine bekannte Methode hierfür ist die SWOT-Analyse, bei der du Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken deines Projekts systematisch analysierst.

Finn: Okay, die Planung steht. Alles ist durchdacht, die Risiken sind bekannt. Jetzt geht's los, oder? Die Durchführungs- und Controllingphase.

Lara: Genau. Und „Controlling“ ist hier das Schlüsselwort. Du führst nicht nur aus, du überwachst permanent: Sind wir im Zeitplan? Halten wir das Budget ein? Stimmt die Qualität?

Finn: Wie macht man das? Jeden Tag das Team anrufen und fragen „Seid ihr fertig?“ stelle ich mir... anstrengend vor.

Lara: Und nicht sehr beliebt, nein. Dafür gibt es professionelle Tools wie Jira, Asana oder MS Project. Dort wird der Fortschritt dokumentiert. Und es gibt Kennzahlen, wie zum Beispiel den Earned Value.

Finn: Earned Value? Klingt kompliziert.

Lara: Stell es dir so vor: Du vergleichst den Wert der Arbeit, die tatsächlich erledigt wurde, mit dem, was du geplant hattest und was du dafür ausgegeben hast. So siehst du sofort, ob dein Projekt „gesund“ ist oder ob du mehr Geld ausgibst als geplant für den erreichten Fortschritt.

Finn: Also ein Fieberthermometer für mein Projekt. Verstehe. Und was ist mit Änderungen? Der Kunde will plötzlich doch alles in Pink statt in Blau.

Lara: Das ist Change Management. Jede Änderung muss bewertet werden: Was bedeutet das für Zeit, Kosten und Qualität? Nichts ist schlimmer als unkontrollierte Änderungen, die das ganze Projekt aus der Bahn werfen. Kommunikation ist hier alles.

Finn: Jetzt haben wir viel über dieses klassische, sehr strukturierte Vorgehen gesprochen. Planen, dann ausführen. Aber man hört doch immer öfter von agilen Methoden, oder? Scrum, Kanban...

Lara: Absolut! Das ist eine ganz andere Herangehensweise. Statt am Anfang alles bis ins kleinste Detail zu planen, arbeitest du in kurzen Zyklen, sogenannten Sprints, die meist zwei bis vier Wochen dauern.

Finn: Und am Ende jedes Sprints hat man... was?

Lara: Ein funktionierendes Teilergebnis. Etwas, das man dem Kunden zeigen kann. So bekommt man ständig Feedback und kann den Kurs anpassen. Das ist super flexibel und ideal für Projekte, bei denen die Anforderungen am Anfang noch unklar sind, wie bei Softwareentwicklung.

Finn: Und Kanban? Ist das nicht dieses Board mit den Zetteln, die man von „To Do“ nach „Done“ schiebt?

Lara: Genau das! Kanban ist genial, um den Arbeitsfluss zu visualisieren und Engpässe zu erkennen. Es geht darum, die Arbeit im Fluss zu halten, anstatt in starren Zyklen zu denken.

Finn: Und wie passt da jetzt die Künstliche Intelligenz rein, von der alle reden?

Lara: KI verändert das Projektmanagement gerade fundamental. KI-Tools können zum Beispiel viel genauere Aufwandsschätzungen abgeben, indem sie Daten aus tausenden alten Projekten analysieren. Sie können Risiken vorhersagen, bevor ein Mensch sie überhaupt erkennen würde, und sogar die Kommunikation im Team optimieren.

Finn: Wow. Die KI wird also zum Co-Projektleiter?

Lara: In gewisser Weise, ja. Sie nimmt uns repetitive Analyse-Aufgaben ab, damit wir uns auf die kreativen und strategischen Teile konzentrieren können. Ein riesiger Hebel!

Finn: Okay, das Projekt ist durch, die App ist gelauncht, der Kunde ist glücklich. Das war's dann, oder? Feierabend?

Lara: Fast! Die Abschlussphase ist super wichtig und wird leider oft vernachlässigt. Zuerst kommt die formale Abnahme durch den Auftraggeber. Er bestätigt, dass alles wie vereinbart geliefert wurde.

Finn: Haken dran, fertig.

Lara: Nicht ganz. Jetzt kommt der wichtigste Teil für die Zukunft: die „Lessons Learned“. Das Team setzt sich zusammen und analysiert: Was lief super? Was ging total daneben? Was lernen wir daraus für das nächste Projekt?

Finn: Also quasi eine offizielle Fehler-Analyse, damit man nicht immer wieder in die gleichen Fettnäpfchen tritt.

Lara: Genau. Das ist pures Gold für die Organisation. Dieses Wissen wird dann in einem Abschlussbericht festgehalten, zusammen mit einer Nachkalkulation, bei der du die geplanten Kosten den tatsächlichen gegenüberstellst.

Finn: Und dann? Löst sich das Team einfach in Luft auf?

Lara: Im Prinzip schon. Das Projektteam wird offiziell aufgelöst, das Wissen wird übergeben, und dann wird das Ergebnis stolz präsentiert. Das ist der Moment, an dem man den Erfolg wirklich feiert.

Finn: Puh, das ist wirklich ein ganzer Prozess, von der ersten Idee bis zur finalen Party. Aber wenn man es so zerlegt, klingt es total logisch und machbar.

Lara: Das ist der ganze Zauber des Projektmanagements. Es verwandelt Chaos in einen geordneten, zielgerichteten Prozess. Es ist das Handwerkszeug, um Visionen Wirklichkeit werden zu lassen.

Finn: Das bringt uns zu einem super wichtigen Punkt: Zusammenarbeit. Also, nicht nur in Lerngruppen, sondern direkt im Hörsaal. Gibt's da so 'ne Art... Knigge für Studis?

Lara: Absolut! Ein "Hörsaal-Knigge". An erster Stelle steht ganz klar respektvolles Verhalten. Das heisst, andere ausreden lassen, ihre Meinungen respektieren, auch wenn man sie nicht teilt. Das ist die absolute Basis.

Finn: Und das gilt für Kommilitonen genauso wie für den Dozenten. Ich glaube, das geht im Eifer des Gefechts schnell mal unter. Was noch?

Lara: Aktive Teilnahme. Es reicht nicht, nur körperlich anwesend zu sein und aufs Handy zu starren. Bring deine Ideen ein, beteilige dich an Diskussionen! Davon profitiert die ganze Gruppe.

Finn: Okay, Respekt und Teilnahme. Aber was ist mit den praktischen Dingen? Pünktlichkeit zum Beispiel. Klingt super spießig, ist aber doch entscheidend, oder?

Lara: Total entscheidend! Pünktlichkeit zeigt Respekt vor der Zeit der anderen. Das gilt für Vorlesungen, aber erst recht für Gruppenmeetings, bei denen Leute auf dich warten. Zuverlässigkeit ist da einfach alles.

Finn: Und wenn es dann doch mal kracht im Team? Das passiert ja leider.

Lara: Dann hilft nur offene Kommunikation. Wenn was unklar ist oder dich stört, sprich es an. Und zwar frühzeitig! Die meisten Probleme entstehen durch kleine Missverständnisse, die man am Anfang hätte klären können.

Finn: Nicht erst eine Nacht vor der Abgabe, wenn die Panik ausbricht.

Lara: Genau! Und das alles fusst auf Eigenverantwortung. Übernimm Verantwortung für deinen Teil und deine Lernfortschritte. Niemand wird dich an die Hand nehmen.

Finn: Das ist ein starkes Schlusswort für dieses Thema. Und es bringt uns direkt zu unserem nächsten Punkt...

Finn: Okay, das war jetzt eine Menge Theorie... aber wo fängt man an, wenn man sich da richtig reinlesen will? Hast du einen Buchtipp für uns?

Lara: Oh ja, und was für einen! Mein absoluter Favorit ist „Projekte managen“ von Heinz Schulz-Wimmer. Das ist quasi die Bibel des Projektmanagements. Der Schreibstil, die Grafiken... einfach top!

Finn: Klingt super! Wo bekomme ich das?

Lara: Tja, das ist der Haken. Es ist vergriffen. Man muss es antiquarisch suchen, aber es lohnt sich. Ernsthaft, das Buch ist eine Sechs-Sterne-Empfehlung, wenn es das gäbe.

Finn: Eine Schatzsuche also! Gibt es auch etwas, das man leichter findet?

Lara: Klar, keine Sorge. Für den Einstieg ist das „Handbuch Projektmanagement“ vom Springer Verlag super. Das ist ein dicker Wälzer mit den gesammelten Erfahrungen aus über 1500 Workshops.

Finn: Okay, das klingt nach einem Standardwerk. Und wenn's noch einfacher sein soll?

Lara: Dann ganz klassisch „Projektmanagement für Dummies“. Nicht vom Titel abschrecken lassen! Es erklärt die Grundlagen wirklich gut: planen, durchführen, kontrollieren. Perfekt für den Start.

Finn: Ich fühle mich nicht angesprochen, aber gut zu wissen! Was gibt's noch Wichtiges?

Lara: Für alle, die es international angehen wollen, gibt es den „PMBOK Guide“. Das ist der weltweite Standard, der die wichtigsten Werkzeuge zusammenfasst. Ziemlich trocken, aber fundamental.

Finn: Ein Standardwerk, verstehe. Hast du vielleicht noch einen Geheimtipp?

Lara: Einen hab ich noch, und der ist ungewöhnlich: „Das Ziel“ von Eliyahu Goldratt. Das ist ein Roman über Prozessoptimierung.

Finn: Ein Roman? Ernsthaft? Klingt... speziell.

Lara: Ist es auch! Aber es ist mega spannend und man lernt unglaublich viel dabei. Es krempelt das Managementdenken wirklich um. So, das waren jetzt die Bücher... aber Tools sind ja nochmal ein ganz anderes Thema.

Finn: Das klingt ja alles super in der Theorie. Aber Lara, mal ehrlich... Projekte scheitern doch ständig, oder?

Lara: Da sprichst du einen wunden Punkt an, Finn. Die Statistik ist tatsächlich ziemlich ernüchternd.

Finn: Oh, jetzt bin ich neugierig. Wie schlimm ist es denn?

Lara: Je größer das Projekt, desto schlimmer. Bei Projekten über 10 Millionen Euro wird praktisch keines erfolgreich abgeschlossen. Null Prozent!

Finn: Null? Das ist... schockierend. Die meisten haben also massive Probleme oder scheitern komplett?

Lara: Genau. Über 66 Prozent in dieser Größenordnung haben erhebliche Probleme. Das ist die harte Realität.

Finn: Okay, da fallen mir sofort ein paar Beispiele ein. Der Berliner Flughafen BER zum Beispiel.

Lara: Der Klassiker! Statt 2,7 Milliarden Euro hat er am Ende fast 7 Milliarden gekostet. Und er wurde neun Jahre später eröffnet als geplant.

Finn: Wahnsinn. Jeder Monat Verzögerung kostete 35 Millionen Euro. Aber das ist ja nicht das einzige Pannen-Projekt, oder?

Lara: Leider nicht. Der Neubau vom BND, unserem Geheimdienst, war ähnlich chaotisch. Die Klimaanlage musste komplett ersetzt werden, Baupläne wurden geklaut...

Finn: ...und sogar Wasserhähne wurden gestohlen! Das hab ich gelesen. Ein Schaden von einer Million Euro wegen ein paar Wasserhähnen.

Lara: Ja, manchmal ist die Realität absurder als jede Satire. Die Kosten haben sich da auch fast verdoppelt.

Finn: Das betrifft aber nicht nur riesige staatliche Bauprojekte, oder?

Lara: Absolut nicht. Nehmen wir ein BioTech-Start-up. Die hatten eine brillante Technologie, aber haben komplett vergessen, den Markt zu fragen, ob jemand sie braucht.

Finn: Also zu viel Fokus auf die Technik, zu wenig auf den Kunden?

Lara: Exakt. Technologische Exzellenz allein verkauft eben nichts. Oder ein E-Commerce-Unternehmen, das zu schnell gewachsen ist. Ihre IT-Infrastruktur ist unter der Last zusammengebrochen.

Finn: Das ist ein wichtiger Punkt. Skalierung muss also Hand in Hand mit stabilen Prozessen gehen.

Lara: Das ist die Kernaussage. Ohne ein solides Fundament bricht das schönste Haus zusammen. Und das führt uns direkt zum nächsten Punkt: Wie können wir dieses Fundament denn bauen und überwachen?

Finn: Okay, das ist klar. Aber wie unterscheidet man jetzt ein Projekt von einer reinen Routineaufgabe? Also, sagen wir mal... einen monatlichen Newsletter versenden.

Lara: Super Beispiel! Das ist Routine. Warum? Weil es wiederkehrend ist und einen definierten, gleichbleibenden Prozess hat. Ein Projekt hingegen ist einmalig und hat ein klares Ende.

Finn: Wie die Einführung eines brandneuen CRM-Systems. Das macht man ja (hoffentlich) nur einmal!

Lara: Genau! Der springende Punkt ist die Einmaligkeit und ein spezifisches Ziel. Wenn du das verwechselst, verschwendest du Ressourcen, indem du Routinen überplanst, oder scheiterst, weil du Projekte untermanagest.

Finn: Verstehe. Wenn wir also wissen, dass es ein Projekt ist, wie ordnen wir es dann ein? Gibt's da verschiedene Schubladen?

Lara: Absolut! Denk an eine Landkarte. Projekte kann man nach vielen Kriterien sortieren. Zum Beispiel nach Branche – also IT, Bauwesen, Bildung. Oder nach der Projektart.

Finn: Also ob's eine Investition ist oder Forschung und Entwicklung?

Lara: Exakt. Und auch die Größe spielt eine Rolle. Vom kleinen Team-Projekt, das ein paar Wochen dauert, bis hin zu milliardenschweren Unterfangen, die Jahre laufen.

Finn: Also vom Bau eines Vogelhauses bis zum Bau einer Raumstation.

Lara: Im Grunde ja! Diese Einordnung hilft uns, von Anfang an die richtigen Methoden und Werkzeuge zu wählen.

Finn: Und woran misst man am Ende, ob das Vogelhaus... oder die Raumstation... ein Erfolg war?

Lara: Da gibt's klassische Erfolgskriterien. Die wichtigsten sind: Zielerreichung, Termintreue und Budgeteinhaltung. Wurde also geliefert, was versprochen wurde, pünktlich und im Kostenrahmen?

Finn: Klingt logisch. Aber das ist nicht alles, oder?

Lara: Nein, auf keinen Fall. Die Zufriedenheit des Kunden und des Teams ist ebenso entscheidend. Und natürlich die Nachhaltigkeit des Ergebnisses.

Finn: Das macht Sinn. Aber bei jedem Projekt lauern doch sicher auch Risiken, oder? Das ist bestimmt ein riesiges Thema für sich.

Finn: Okay, Lara. Das klingt alles sehr theoretisch. Gib uns doch mal ein paar Beispiele für richtig große, greifbare Projekte. Was muss man sich da vorstellen?

Lara: Klar! Denk an Kraftwerke von Siemens für 250 Millionen Euro. Oder an die Stahlwerke von Thyssen-Krupp in Brasilien – da reden wir von fast fünf Milliarden Euro!

Finn: Fünf Milliarden! Das sind ja unfassbare Summen. Und das ist nur ein Projekt?

Lara: Genau. Oder schau in die Luftfahrt. Der Airbus A380 wurde als Konkurrenz zum Jumbo-Jet entwickelt. Oder der Militärtransporter A400M. Solche Entwicklungen sind gigantische Projekte.

Finn: Wahnsinn. Funktionieren solche Mammutprojekte denn immer reibungslos? Man hört ja oft von Pannen.

Lara: Nicht immer, aber es gibt fantastische Erfolgsgeschichten. Der Umzug des Münchner Flughafens 1992 zum Beispiel.

Finn: Der Umzug? Erzähl mal.

Lara: Stell dir vor: Über Nacht haben sie den kompletten Flughafen verlegt. 1.600 Lastwagen, 5.000 Helfer. Der Flugbetrieb lief bis zur letzten Minute am alten Standort.

Finn: Das klingt wie eine logistische Meisterleistung. Man nannte es den "größten Umzug seit der Völkerwanderung".

Lara: Absolut! Und am nächsten Morgen um 5:55 Uhr startete pünktlich das erste Flugzeug am neuen Airport. Alles lief perfekt.

Finn: Wow, das ist beeindruckend. Und was ist mit der Zukunft? Gibt es da auch so verrückte Ideen?

Lara: Oh ja! In Saudi-Arabien plant man "The Line", eine 170 Kilometer lange, emissionsfreie Stadt. Und es gibt die Idee einer 90-Kilometer-Brücke über die Beringstraße, die Russland und die USA verbindet.

Finn: Eine Brücke zwischen Russland und den USA? Das klingt ja fast nach Science-Fiction. Wahnsinn, was da alles möglich ist. Aber wie plant man solche komplexen Vorhaben überhaupt?

Finn: Okay, das ist wirklich eine Menge Stoff zum Nachdenken. Aber lass uns zum Abschluss mal den Blick nach vorne richten. Was sind denn die ganz großen, spannenden Projekte in Forschung und Technologie gerade?

Lara: Oh, da passiert unglaublich viel! Nehmen wir mal die Energieversorgung. In China wird an einer künstlichen Sonne geforscht, dem EAST-Reaktor.

Finn: Eine künstliche Sonne? Heißt das, ich bekomm' bald auch im Keller einen Sonnenbrand?

Lara: Nicht ganz. Es ist ein Fusionsreaktor, der die Energieerzeugung der Sonne nachahmt. Stell dir vor: saubere, sichere und quasi unerschöpfliche Energie. Das Plasma darin wird auf über 100 Millionen Grad erhitzt.

Finn: Hundert Millionen... das ist unvorstellbar. Und das fließt dann auch in andere Projekte ein?

Lara: Genau, die Erkenntnisse sind superwichtig für das globale ITER-Projekt. Das könnte die Energieprobleme der Welt lösen.

Finn: Okay, das ist ein echter Gamechanger. Was gibt's noch, das unser Leben bald verändern wird?

Lara: Quantencomputing und KI. In Deutschland geht bald der JUPITER-Supercomputer an den Start. Der setzt völlig neue Maßstäbe für KI und komplexe Simulationen.

Finn: Und während wir diese Superhirne bauen... denkt auch jemand an die Sicherheit?

Lara: Absolut. Zentren wie ATHENE entwickeln schon Post-Quanten-Kryptografie. Also Verschlüsselungen, die selbst von Quantencomputern nicht geknackt werden können. Ein Wettlauf quasi.

Finn: Ein Wettlauf, den wir hoffentlich gewinnen. Apropos Zukunft: Humanoide Roboter wie der Tesla Optimus oder die von Figure AI sind ja auch keine Science-Fiction mehr.

Lara: Richtig. Die sollen uns in der Industrie oder Pflege unterstützen. Gleichzeitig revolutionieren Gen- und Zelltherapien die Medizin, um Erbkrankheiten gezielt zu heilen.

Finn: Wahnsinn. Und SpaceX will mit wiederverwendbaren Raketen ja sogar Roboter auf den Mars schicken.

Lara: Exakt. Das Ziel ist, Raumfahrt bezahlbar zu machen und den Mars für Menschen vorzubereiten.

Finn: Puh, also künstliche Sonnen, Quantencomputer, Mars-Roboter und personalisierte Medizin. Die Zukunft klingt ganz schön aufregend.

Lara: Das ist sie. Von nachhaltiger Chemie bis zum Bauen im Kreislaufprinzip – Technologie ist wirklich der Schlüssel, um die großen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen.

Finn: Ein perfektes Schlusswort. Das war's für heute und für diese Staffel beim Studyfi Podcast. Vielen Dank, Lara, für die ganzen Einblicke!

Lara: Sehr gerne, Finn!

Finn: Und danke euch da draußen fürs Zuhören. Bleibt neugierig und bis zum nächsten Mal! Tschüss!