Zusammenfassung von Orthopädie und Traumatologie der Hüfte und des Oberschenkels

Orthopädie und Traumatologie der Hüfte und des Oberschenkels

Einführung

Pädiatrische Hüfterkrankungen umfassen mehrere angeborene und erworbene Erkrankungen des Hüftgelenks bei Kindern und Jugendlichen. Dieses Material konzentriert sich auf diagnostische Kriterien, klinische Zeichen und Therapieoptionen bei relevanten Erkrankungen wie kongenitaler Hüftdysplasie (kurz: HD), Morbus Perthes und Epiphyseolysis capitis femoris (ECF). Ziel ist ein kompakter, praxisnaher Überblick für Selbstlernende.

Definition: Pädiatrische Hüfterkrankungen sind Erkrankungen des kindlichen Hüftgelenks, die Wachstumsfugen, Knorpel und Knochen betreffen und funktionelle Störungen verursachen können.

Inhaltsübersicht

  1. Kongenitale Hüftdysplasie (HD) — Diagnostik und Therapie (früh/ spät)
  2. HG-Luxation — Exkurs: Definition, Risikofaktoren, Klinik
  3. Morbus Perthes — Ätiologie, Stadien, Diagnostik, Therapie
  4. Epiphyseolysis capitis femoris (ECF) — Formen, Klinik, Diagnostik, Therapie
  5. Schenkelhalsfehlstellungen (Coxa vara)

1. Kongenitale Hüftdysplasie (HD)

Wichtige Aspekte

  • HD beschreibt eine pathologische Entwicklung von Acetabulum und Femurkopf mit Inkongruenz oder Subluxation/Luxation.

Diagnostik

  • Für ältere Kinder wird Röntgen verwendet (erst nach dem 1. Lebensjahr sinnvoll, da das Becken vorher nicht ausreichend verknöchert ist).
  • Ziel der Röntgenuntersuchung: Beurteilung der Beckenentwicklung und Kongruenz zwischen Pfanne und Kopf.

Hinweis: Frühere bildgebende Untersuchungen nutzen meist Sonographie bei Säuglingen; das vorliegende Material beschränkt sich auf röntgenologische Beurteilung nach dem 1. LJ.

Therapie

  • Frühzeitige Therapie: konservative Maßnahmen wie Spreizhosen oder Gipsverbände zur Zentrierung des Hüftkopfes.
  • Späte Therapie: operative Behandlungen (z. B. Salter-Osteotomie, Triple-Osteotomie) mit dem Ziel, die Kongruenz zwischen Acetabulum und Femur zu verbessern.
💡 Věděli jste?Fun fact: Wusstest du, dass eine rechtzeitige konservative Behandlung bei Säuglingen oft eine Operation verhindern kann?

2. Exkurs: Hüftgelenksluxation (HG-Luxation)

Definition: Die Hüftkopf-Luxation liegt vor, wenn der Femurkopf aus der Pfanne dezentriert ist; sie tritt häufig zusammen mit einer Hüftdysplasie auf und kann ein- oder beidseitig sein.

Risikofaktoren

  • Genetische Prädisposition (höhere Prävalenz bei Mädchen)
  • Instabiles Hüftgelenk beim Neugeborenen
  • Überdehnung der Gelenkkapsel (z. B. Steißlage bei Geburt)
  • Fehlende Formgebung durch das Pfannendach
  • Im Jugendalter: starke Wachstumsdefizite der Pfanne

Klinik (typische Befunde)

  • Bei einseitiger Luxation: Beinlängenverkürzung
  • Bei beidseitiger Luxation: Kontraktur der Hüftflexoren, Beckenkippung, Hyperlordose der LWS

3. Morbus Perthes

Definition und Epidemiologie

Definition: Juvenile Hüftkopfnekrose (aseptische Osteochondrose) der Femurkopfepiphyse, Beginn meist im Alter von $5$ bis $7$ Jahren; häufiger bei Jungen im Verhältnis $4:1$; Dauer einige Monate bis ca. $5$ Jahre.

Ätiologie (vermutet)

  • Vaskuläre Störungen der Epiphyse
  • Wiederholte Mikrotraumata
  • Gerinnungsstörungen/Thrombophilie
  • Genetische Faktoren

Stadien (typischer Verlauf)

  1. Initialstadium: unvollständige Weiterentwicklung des Hüftkopfkerns
  2. Kondensationsstadium: Umbau der Spongiosa, partielle Frakturierung
  3. Fragmentationsstadium: Abbau der Spongiosa-Bälkchen, Lückenbildung
  4. Reparationsstadium: Neubildung von Spongiosa-Bälkchen und Wiederaufbau
  5. Ausheilungsstadium: Heilung, häufig mit Residualdeformität

Diagnostik

  • Anamnese: verminderte Belastungsfähigkeit, oft auf das ipsilaterale Knie projizierte Schmerzen
  • Klinische Untersuchung: Schonhinken, Bewegungseinschränkungen, vor allem Adduktion und Innenrotation, positives Viererzeichen
  • Bildgebung:
    • Röntgen zur Stadieneinteilung
    • MRT zur Früherkennung der Nekrose und Beurteilung der Vitalität
    • Gegebenenfalls Szintigrafie

Therapie

  • Konservativ: Ziel ist Vermeidung von Deformierung; beobachtendes Vorgehen, gelenksc
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Pädiatrische Hüfterkrankungen

Klíčové pojmy: HD: Röntgen erst nach 1. Lebensjahr zur Beurteilung der Beckenverknöcherung, Frühtherapie HD: Spreizhose/Gips zur Zentrierung des Hüftkopfes, Spättherapie HD: Beckenosteotomien (z. B. Salter, Triple) zur Verbesserung der Kongruenz, HG-Luxation: ein- oder beidseitig, oft mit HD assoziiert, Morbus Perthes: Beginn meist $5$–$7$ Jahre, Stadien I–V mit Remodeling, Morbus Perthes: MRT erkennt Nekrose früher als Röntgen, ECF: Altersgipfel $12$–$16$ Jahre, Formen lenta (langsam) und acuta (Notfall), ECF acuta: sofortige Reposition und Fixation, hohes Nekrose-Risiko, Drehmann-Zeichen typisch bei ECF (Abweichung bei Flexion), Coxa vara: CCD-Winkel < $120^\circ$, Ursache angeboren oder erworben, Bei Kindern immer altersgerechte Bildgebung wählen (Sonographie bei Säuglingen, MRT bei früher Nekrose)

## Einführung Pädiatrische Hüfterkrankungen umfassen mehrere angeborene und erworbene Erkrankungen des Hüftgelenks bei Kindern und Jugendlichen. Dieses Material konzentriert sich auf diagnostische Kriterien, klinische Zeichen und Therapieoptionen bei relevanten Erkrankungen wie kongenitaler Hüftdysplasie (kurz: HD), Morbus Perthes und Epiphyseolysis capitis femoris (ECF). Ziel ist ein kompakter, praxisnaher Überblick für Selbstlernende. > **Definition:** Pädiatrische Hüfterkrankungen sind Erkrankungen des kindlichen Hüftgelenks, die Wachstumsfugen, Knorpel und Knochen betreffen und funktionelle Störungen verursachen können. ## Inhaltsübersicht 1. Kongenitale Hüftdysplasie (HD) — Diagnostik und Therapie (früh/ spät) 2. HG-Luxation — Exkurs: Definition, Risikofaktoren, Klinik 3. Morbus Perthes — Ätiologie, Stadien, Diagnostik, Therapie 4. Epiphyseolysis capitis femoris (ECF) — Formen, Klinik, Diagnostik, Therapie 5. Schenkelhalsfehlstellungen (Coxa vara) --- ## 1. Kongenitale Hüftdysplasie (HD) ### Wichtige Aspekte - HD beschreibt eine pathologische Entwicklung von Acetabulum und Femurkopf mit Inkongruenz oder Subluxation/Luxation. ### Diagnostik - Für ältere Kinder wird **Röntgen** verwendet (erst nach dem 1. Lebensjahr sinnvoll, da das Becken vorher nicht ausreichend verknöchert ist). - Ziel der Röntgenuntersuchung: Beurteilung der Beckenentwicklung und Kongruenz zwischen Pfanne und Kopf. > **Hinweis:** Frühere bildgebende Untersuchungen nutzen meist Sonographie bei Säuglingen; das vorliegende Material beschränkt sich auf röntgenologische Beurteilung nach dem 1. LJ. ### Therapie - Frühzeitige Therapie: konservative Maßnahmen wie Spreizhosen oder Gipsverbände zur Zentrierung des Hüftkopfes. - Späte Therapie: operative Behandlungen (z. B. Salter-Osteotomie, Triple-Osteotomie) mit dem Ziel, die Kongruenz zwischen Acetabulum und Femur zu verbessern. Fun fact: Wusstest du, dass eine rechtzeitige konservative Behandlung bei Säuglingen oft eine Operation verhindern kann? --- ## 2. Exkurs: Hüftgelenksluxation (HG-Luxation) > **Definition:** Die Hüftkopf-Luxation liegt vor, wenn der Femurkopf aus der Pfanne dezentriert ist; sie tritt häufig zusammen mit einer Hüftdysplasie auf und kann ein- oder beidseitig sein. ### Risikofaktoren - Genetische Prädisposition (höhere Prävalenz bei Mädchen) - Instabiles Hüftgelenk beim Neugeborenen - Überdehnung der Gelenkkapsel (z. B. Steißlage bei Geburt) - Fehlende Formgebung durch das Pfannendach - Im Jugendalter: starke Wachstumsdefizite der Pfanne ### Klinik (typische Befunde) - Bei einseitiger Luxation: Beinlängenverkürzung - Bei beidseitiger Luxation: Kontraktur der Hüftflexoren, Beckenkippung, Hyperlordose der LWS --- ## 3. Morbus Perthes ### Definition und Epidemiologie > **Definition:** Juvenile Hüftkopfnekrose (aseptische Osteochondrose) der Femurkopfepiphyse, Beginn meist im Alter von $5$ bis $7$ Jahren; häufiger bei Jungen im Verhältnis $4:1$; Dauer einige Monate bis ca. $5$ Jahre. ### Ätiologie (vermutet) - Vaskuläre Störungen der Epiphyse - Wiederholte Mikrotraumata - Gerinnungsstörungen/Thrombophilie - Genetische Faktoren ### Stadien (typischer Verlauf) 1. Initialstadium: unvollständige Weiterentwicklung des Hüftkopfkerns 2. Kondensationsstadium: Umbau der Spongiosa, partielle Frakturierung 3. Fragmentationsstadium: Abbau der Spongiosa-Bälkchen, Lückenbildung 4. Reparationsstadium: Neubildung von Spongiosa-Bälkchen und Wiederaufbau 5. Ausheilungsstadium: Heilung, häufig mit Residualdeformität ### Diagnostik - Anamnese: verminderte Belastungsfähigkeit, oft auf das ipsilaterale Knie projizierte Schmerzen - Klinische Untersuchung: Schonhinken, Bewegungseinschränkungen, vor allem Adduktion und Innenrotation, positives Viererzeichen - Bildgebung: - Röntgen zur Stadieneinteilung - MRT zur Früherkennung der Nekrose und Beurteilung der Vitalität - Gegebenenfalls Szintigrafie ### Therapie - Konservativ: Ziel ist Vermeidung von Deformierung; beobachtendes Vorgehen, gelenksc