Podcast über Neurologische Symptome und Begriffe
Neurologische Symptome und Begriffe: Dein Leitfaden fürs Studium
Podcast
Neurologische Symptome
Délka: 5 minut
Kapitoly
Einleitung
Von Parese bis Plegie
Wenn die Bewegung verrückt spielt
Gestörte Wahrnehmung
Wichtige Begriffe
Bewegungen und Reaktionen
Der FAST-Test und Fazit
Přepis
Hannah: Maximilian, fast jeder kennt den Schauspieler Michael J. Fox und hat gesehen, wie sein Körper manchmal unkontrolliert zittert. Das ist wahrscheinlich das bekannteste Bild für ein neurologisches Symptom, oder?
Maximilian: Absolut. Dieses Zittern, der Tremor, ist ein klassisches Zeichen, das viele mit Parkinson in Verbindung bringen. Aber die Welt der neurologischen Symptome ist riesig und super spannend.
Hannah: Genau darüber sprechen wir heute. Willkommen zum Studyfi Podcast.
Hannah: Fangen wir mal mit etwas an, das oft verwechselt wird: Lähmungen. Was ist der Unterschied zwischen einer Parese und einer Plegie?
Maximilian: Sehr gute Frage! Denk an „partiell“ für Parese. Eine Parese ist eine unvollständige Lähmung, also eine Muskelschwäche. Es gibt noch eine Restfunktion. Eine Plegie hingegen ist eine komplette Lähmung. Da geht gar nichts mehr.
Hannah: Okay, Parese ist partiell, Plegie ist komplett. Und was bedeuten dann diese ganzen Vorsilben wie Hemi-, Tetra- oder Para-?
Maximilian: Die beschreiben einfach, wo die Lähmung auftritt. „Hemi“ bedeutet halbseitig, also zum Beispiel der rechte Arm und das rechte Bein. „Tetra“ sind alle vier Extremitäten, und „Para“ betrifft nur die Beine. Ganz logisch eigentlich.
Hannah: Wenn man's einmal gehört hat, ja!
Maximilian: Genau. Und neben Lähmungen gibt’s ja noch die Bewegungsstörungen. Den Tremor, also das Zittern, hatten wir schon. Sein „Gegenspieler“ ist oft der Rigor.
Hannah: Rigor? Klingt irgendwie starr.
Maximilian: Ist es auch! Rigor ist eine erhöhte Muskelspannung. Die Bewegung wird steif und zäh. Wenn Tremor und Rigor zusammenkommen, entsteht übrigens das sogenannte Zahnradphänomen. Bewegt man dann passiv ein Gelenk, fühlt es sich an, als würde es über Zahnräder einrasten.
Hannah: Klingt, als wäre man innerlich eine rostige Maschine.
Maximilian: Ein bisschen, ja. Und dann gibt es noch die Ataxie, das sind unkoordinierte Bewegungen. Man greift daneben oder läuft unsicher, fast wie ein Betrunkener, obwohl man nichts getrunken hat.
Hannah: Okay, jetzt wird's kompliziert: Agnosie, Apraxie, Anosognosie … was ist was?
Maximilian: Denk es dir so: Bei der Agnosie ist die Wahrnehmung selbst gestört. Du siehst zum Beispiel einen Schlüssel, aber dein Gehirn erkennt nicht, dass es ein Schlüssel ist. Seelenblindheit nennt man das auch.
Hannah: Wow. Und Apraxie?
Maximilian: Bei der Apraxie weißt du, was ein Schlüssel ist, aber dein Gehirn kann die Handlung „Schlüssel ins Schloss stecken und umdrehen“ nicht mehr planen und ausführen. Die Idee ist da, aber die Umsetzung scheitert.
Hannah: Das ist hart. Und dann gibt es noch den Neglect, richtig?
Maximilian: Ja, das ist besonders bizarr. Der Patient ignoriert eine seiner Körperhälften komplett. Er wäscht sich nur rechts, isst nur vom rechten Teil des Tellers. Es ist, als ob die linke Seite für das Gehirn nicht mehr existiert.
Hannah: So, das war echt viel, aber super spannend. Kommen wir zum letzten Punkt für heute: die neurologische Untersuchung. Da gibt's ja auch wieder einige Fachbegriffe, oder?
Maximilian: Absolut. Fangen wir mit den Reflexen an. Ein Eigenreflex ist monosynaptisch, wie der bekannte Knie-Sehnen-Reflex. Ein Fremdreflex ist polysynaptisch, also komplexer.
Hannah: Verstehe. Und was ist diese... Diadochokinese? Das klingt kompliziert.
Maximilian: Klingt schlimmer, als es ist. Das ist nur ein Koordinationstest mit schnellen, gegenläufigen Bewegungen, wie Glühbirnen eindrehen.
Hannah: Ah, okay! Und was ist der Unterschied zwischen einer assoziierten Bewegung und einer assoziierten Reaktion?
Maximilian: Gute Frage. Eine assoziierte Bewegung ist physiologisch und willentlich, wie das Mitschwingen der Arme beim Gehen. Die assoziierte Reaktion ist pathologisch und unwillkürlich.
Hannah: Also etwas, das man nicht kontrollieren kann. Und wie testet man das? Ich hab was von „Placing“ und „Holding“ gelesen.
Maximilian: Genau. Beim Placing beurteilen wir automatische Stellreaktionen. Beim Holding geht es um die Fähigkeit, eine Extremität aktiv gegen die Schwerkraft zu halten.
Hannah: Super wichtig! Und für den Notfall gibt es ja noch den FAST-Test, richtig?
Maximilian: Exakt. Das ist ein schneller Test bei Verdacht auf Schlaganfall: Face, Arm, Symmetrie, Time. Also Gesicht, Arme, Symmetrie prüfen und sofort die Zeit notieren und Hilfe rufen.
Hannah: Puh, das war eine Menge Stoff heute. Von Muskeln über Reflexe bis zum Notfall-Check. Vielen Dank, Maximilian, das war wieder super aufschlussreich.
Maximilian: Sehr gerne, Hannah. Das Wichtigste ist, die Zusammenhänge zu verstehen. Bis zum nächsten Mal!
Hannah: Macht's gut, liebe Zuhörer, und bis bald beim Studyfi Podcast!