MAAS-BGW: Arbeitsschutz im Qualitätsmanagement

Verstehe MAAS-BGW: Arbeitsschutz im Qualitätsmanagement mit dieser umfassenden Anleitung für Studierende. Lerne Aufbau, Umsetzung und Vorteile für sichere Arbeitsbedingungen kennen. Jetzt lesen!

Willst du verstehen, wie du Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement fest in ein Qualitätsmanagementsystem (QM-System) integrierst? Die MAAS-BGW: Arbeitsschutz im Qualitätsmanagement bieten hierfür einen umfassenden Leitfaden, speziell für Betriebe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Dieser Artikel erklärt dir einfach und verständlich die Struktur, die Anforderungen und die Vorteile der MAAS-BGW, damit du für deine Prüfungen bestens vorbereitet bist und die Thematik in der Praxis anwenden kannst. Wir beleuchten, wie Sicherheit und Gesundheit zu strategischen Zielen deines Unternehmens werden und wie das BGW qu.int.as-System dabei hilft, diese Ziele zu erreichen.

Was ist MAAS-BGW: Arbeitsschutz im Qualitätsmanagement? Eine Einführung

Die Managementanforderungen der BGW zum Arbeitsschutz (kurz MAAS-BGW) sind ein Instrument der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Sie ergänzen die Anforderungen eines Qualitätsmanagementsystems, typischerweise nach DIN EN ISO 9001:2015, um das Management von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Ziel ist es, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen optimal zu gestalten und eng mit dem QM-System zu verzahnen. Dadurch entsteht ein integriertes Managementsystem, das auch als BGW qu.int.as-System bezeichnet wird.

Die Philosophie hinter MAAS-BGW: Sicherheit und Gesundheit als Managementaufgabe

Die MAAS-BGW verstehen Arbeitsschutz als umfassende, ganzheitliche und präventive Managementaufgabe. Sicherheit und Gesundheit werden dabei als gleichwertige unternehmerische Ziele neben Qualität, Kundenzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit betrachtet. Das Leitziel ist ein fortlaufender Verbesserungsprozess, der die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Beschäftigten fördert. Dies wirkt sich motivierend aus und steigert die Leistungs- sowie Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebs.

MAAS-BGW im Kontext von ISO 9001 und ISO 45001

Die BGW bietet für die Integration des Arbeitsschutzes in ein QM-System nach DIN EN ISO 9001:2015 eine eigene Broschüre an. Die MAAS-BGW für DIN EN ISO 9001:2015 stellen ergänzend dazu konkrete Bezüge zu den Besonderheiten und Anforderungen der Qualitätsnorm her. Die Anforderungen und Kriterien der MAAS-BGW sind die BGW-spezifische Umsetzung des Nationalen Leitfadens für Arbeitsschutzmanagementsysteme (NLF) und der weltweit gültigen Norm DIN ISO 45001:2018 „Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“.

Aufbau der MAAS-BGW: Einblicke in die Struktur

Die Managementanforderungen zum Arbeitsschutz sind in sieben Abschnitte unterteilt. Jeder Abschnitt ist klar strukturiert, um die Umsetzung im Betrieb zu erleichtern.

Kernanforderungen und Arbeitsschutzkriterien

Jede Tabelle in den MAAS-BGW enthält eine Kernanforderung zum Arbeitsschutz, die du erfüllen musst. Diese Kernanforderung wird durch mehrere Arbeitsschutzkriterien konkretisiert. Diese Kriterien helfen dir, die Anforderungen präzise zu verstehen und umzusetzen. Ein Beispiel für eine Kernanforderung könnte der Umgang mit Überwachungs- und Messmitteln sein, konkretisiert durch Kriterien zur Ermittlung, zum Einsatz und zur Überwachung dieser Mittel.

Leitfragen und Dokumentationshilfen

Leitfragen unterstützen dich bei der Bearbeitung der Arbeitsschutzkriterien und dienen gleichzeitig als mögliche Fragen für ein internes Audit. Sie helfen dir, den Umsetzungsgrad im eigenen Betrieb zu überprüfen. Erläuterungen und Beispiele für die Dokumentation sind ebenfalls integraler Bestandteil der MAAS-BGW. Sie helfen dir, die Anforderungen inhaltlich zuzuordnen und umzusetzen, indem sie Hinweise zu Vorgabe- und Nachweisdokumenten liefern. Im Glossar sind zudem wichtige Begriffe zum Arbeitsschutz erklärt.

Die sieben Abschnitte der MAAS-BGW: Ein detaillierter Überblick

Die MAAS-BGW gliedern die Integration von Sicherheit und Gesundheit in sieben logische Abschnitte, die alle relevanten Aspekte eines Managementsystems abdecken.

1 Arbeitsschutz im Qualitätsmanagement – Grundsätze

Dieser Abschnitt legt die fundamentalen Prinzipien der Integration fest. Er betont, dass Arbeitsschutz die Handlungsfelder „Sicherheit“ und „Gesundheit“ bei der Arbeit umfasst und als umfassende, ganzheitliche und präventive Managementaufgabe verstanden wird. Qualität und Arbeitsschutz sind gleichwertige Ziele. Die Aufbau- und Ablauforganisation müssen die Arbeitsschutzaufgaben integrieren, wobei die Gesamtverantwortung bei der Unternehmensleitung liegt. Die kontinuierliche Beteiligung der Beschäftigten und der betrieblichen Interessenvertretung ist ebenfalls ein zentraler Grundsatz. Ziel ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.

2 Führung

Dieser Abschnitt befasst sich mit der Rolle der Unternehmensleitung. Er ist in drei Kernanforderungen unterteilt:

  • 2.1 Selbstverpflichtung der Leitung: Die Unternehmensleitung muss nachweisen können, dass sie sich zur Verwirklichung, Überprüfung und kontinuierlichen Weiterentwicklung eines qu.int.as-Systems verpflichtet. Dazu gehört die Planung, Einführung und Verbesserung des Systems, die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen, die Entwicklung einer Arbeitsschutzpolitik, die Festlegung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie die Bereitstellung von Ressourcen.
  • 2.2 Politik und Ziele für Sicherheit und Gesundheit: Hier geht es um die Festlegung einer verbindlichen Arbeitsschutzpolitik, die die unternehmerischen Grundsätze ergänzt und betriebsspezifische Gefährdungen berücksichtigt. Aus dieser Politik werden messbare Arbeitsschutzziele abgeleitet, die kontinuierlich bewertet und aktualisiert werden.
  • 2.3 Mitarbeiterorientierung und Kommunikation: Das Unternehmen berücksichtigt die Bedürfnisse und Erwartungen der Beschäftigten und fördert die regelmäßige Kommunikation zum Arbeitsschutz. Beschäftigte und die betriebliche Interessenvertretung sind aktiv an der Gestaltung des Managementsystems beteiligt, um ihre Kritik und Verbesserungsvorschläge einzubringen.

3 Struktur und Ressourcen

Dieser Abschnitt fokussiert auf die Bereitstellung der notwendigen Voraussetzungen für den Arbeitsschutz:

  • 3.1 Verantwortung und Befugnisse: Die Unternehmensleitung legt Aufgaben, Verantwortungen und Befugnisse für den Arbeitsschutz fest und kontrolliert deren Erfüllung. Dazu gehört die schriftliche Beauftragung einer kompetenten Person (qu.int.as-Beauftragte/-r) sowie die Bestellung von Arbeitsschutzbeauftragten (z.B. Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte, Sicherheitsbeauftragte) und relevanter Gremien (z.B. Arbeitsschutzausschuss).
  • 3.2 Personelle Ressourcen – Befähigung und Qualifikation: Führungskräfte, Beschäftigte und Beauftragte müssen über die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen verfügen. Der Betrieb ermittelt den Qualifizierungsbedarf, plant und dokumentiert Schulungen (inkl. Pflichtunterweisungen) und berücksichtigt dabei individuelle Voraussetzungen sowie betriebliche Veränderungen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird beurteilt.
  • 3.3 Infrastruktur und Arbeitsumgebung: Eine sichere und gesundheitsgerechte Infrastruktur und Arbeitsumgebung müssen gewährleistet und kontinuierlich verbessert werden. Dies umfasst Arbeitsstätten, Betriebs- und Arbeitsmittel, spezifische Arbeitsschutzinfrastruktur (z.B. PSA, Hebehilfen) sowie physikalische, chemische, biologische, physische, psychische und soziale Faktoren der Arbeitsumgebung.

4 Prozessintegration

In diesem Abschnitt wird beschrieben, wie der Arbeitsschutz in die betrieblichen Abläufe integriert wird:

  • 4.1 Planung der Integration des Arbeitsschutzes in die Prozesse: Für alle relevanten Unternehmensabläufe werden Regelungen zur Integration von Sicherheit und Gesundheit geplant. Dazu gehört die Ermittlung von Arbeitsschutzanforderungen, Zielen, Maßnahmen, Zuständigkeiten, Qualifikationen und Überwachungs- sowie Prüftätigkeiten. Risiken sollen minimiert und präventive Potenziale genutzt werden.
  • 4.2 Verwirklichung des Arbeitsschutzes in den Prozessen: Die geplanten Arbeitsschutzmaßnahmen werden umgesetzt, und es wird sichergestellt, dass Abläufe unter kontrollierten Bedingungen stattfinden. Relevante Vorschriften und Arbeitsanweisungen müssen verfügbar sein und befolgt werden. Arbeitsmittel und Schutzausrüstungen sind geeignet und werden bestimmungsgemäß eingesetzt. Regeln für Fremdpersonal und private Gegenstände sowie Sicherheits- und Gesundheitskennzeichnungen sind ebenfalls zu beachten.
  • 4.3 Beschaffung (schriftliche Festlegung): Beschaffte Produkte und Dienstleistungen müssen festgelegte Arbeitsschutzanforderungen erfüllen. Dies wird durch eine schriftliche Festlegung geregelt. Dazu gehört die Ermittlung von Anforderungen, die Auswahl geeigneter Lieferanten und Dienstleistungsunternehmen, die Kontrolle der sicheren Bereitstellung und Lagerung sowie regelmäßige Lieferantenbewertungen.

5 Arbeitsschutzprozesse

Dieser Abschnitt widmet sich spezifischen, zentralen Arbeitsschutzprozessen:

  • 5.1 Ermittlung und Umsetzung gesetzlicher, berufsgenossenschaftlicher und behördlicher Anforderungen (schriftliche Festlegung): Relevante Vorschriften, Regeln und behördliche Anordnungen werden regelmäßig erfasst, auf Änderungen überprüft und umgesetzt. Eine schriftliche Festlegung regelt das Vorgehen zur Ermittlung, Aufbereitung, Aktualisierung und Umsetzung dieser Anforderungen. Die Informationen müssen den Beschäftigten verständlich vermittelt werden.
  • 5.2 Gefährdungsbeurteilung (schriftliche Festlegung): Die Unternehmensleitung ermittelt und bewertet alle mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen. Zur Vermeidung oder Verringerung von Risiken werden Maßnahmen bestimmt und regelmäßig auf ihre Wirksamkeit überprüft. Dabei werden auch präventive Potenziale (Chancen) für sichereres und gesundes Arbeiten gesucht. Das Vorgehen ist durch eine schriftliche Festlegung geregelt.
  • 5.3 Umgang mit biologischen und chemischen Arbeitsstoffen (schriftliche Festlegung): Der sichere Umgang mit biologischen und/oder chemischen Arbeitsstoffen ist, soweit zutreffend, in einer schriftlichen Festlegung geregelt. Dies umfasst die Festlegung von Zuständigkeiten, die Ermittlung von Informationen über Stoffeigenschaften, die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen nach Bio- und Gefahrstoffverordnung und die Planung sowie Durchführung entsprechender Schutz- und Notfallmaßnahmen.
  • 5.4 Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge (schriftliche Festlegung): Das Unternehmen bietet den Beschäftigten eine spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge an und setzt die betriebsärztlichen Empfehlungen um. Die Ermittlung, Organisation, Durchführung und Auswertung der Vorsorge ist durch eine schriftliche Festlegung geregelt. Die Trennung von Vorsorge- und Eignungsuntersuchungen ist sichergestellt.
  • 5.5 Prüfung und Wartung (schriftliche Festlegung): Alle nötigen Prüf- und Wartungsmaßnahmen sind festgelegt, um die betriebliche Infrastruktur und Arbeitsumgebung aufrechtzuerhalten. Zuständigkeiten, Befugnisse und Qualifikationen sind ebenso geregelt wie die Dokumentation und Kontrolle der Maßnahmen. Die Fristen für zukünftige Prüfungen und Wartungen werden nach jeder Durchführung festgelegt.
  • 5.6 Umgang mit Überwachungs- und Messmitteln (schriftliche Festlegung): Das Unternehmen regelt die notwendigen Überwachungs- und Messaufgaben einschließlich der benötigten Prüfmittel. Um gültige Ergebnisse sicherzustellen, werden die Prüfmittel systematisch überwacht und verwaltet. Dies umfasst die Kalibrierung, Justierung und Kennzeichnung der Prüfmittel.
  • 5.7 Betriebsstörungen und Notfälle (schriftliche Festlegung): Das Unternehmen ermittelt und bewertet die Risiken für mögliche Betriebsstörungen und nicht medizinische Notfälle. Entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen werden getroffen, und das Vorgehen ist durch eine schriftliche Festlegung geregelt. Alle Beschäftigten kennen die Handlungsabläufe und Verhaltensregeln.

6 Kontinuierliche Verbesserung

Dieser Abschnitt beschreibt, wie das System stetig optimiert wird:

  • 6.1 Messung, Analyse, Verbesserung: Das Unternehmen plant und setzt Maßnahmen zur Überwachung, Messung, Analyse und Bewertung der Arbeitsschutzleistung um. Dies beinhaltet die regelmäßige Erhebung, Analyse und Bewertung von Daten zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz, um die Wirksamkeit des Managementsystems zu beurteilen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
  • 6.2 Integrierte interne Audits (schriftliche Festlegung): Regelmäßige integrierte interne Audits werden durchgeführt, um den Zustand, die Konformität und die Wirksamkeit des Managementsystems zu bewerten. Sie analysieren hemmende und fördernde Faktoren und identifizieren notwendige Korrektur- und Verbesserungsmaßnahmen, die terminiert und dokumentiert werden.
  • 6.3 Umfassende Verbesserungsmaßnahmen (schriftliche Festlegung): Das Unternehmen legt fest, wie Abweichungen, Fehler und Mängel systematisch erkannt, bewertet und beseitigt werden. Es werden Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen ergriffen, um die Ursachen zu beheben und ein erneutes Auftreten zu verhindern. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird überprüft.
  • 6.4 Managementbewertung: Die Unternehmensleitung bewertet in regelmäßigen Abständen die Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit des integrierten Managementsystems. Dies dient als zentrales Steuerungsinstrument, um den Zielerreichungsgrad zu prüfen, Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren zu identifizieren und Prioritäten für die zukünftige Entwicklung abzuleiten.

7 Dokumentation

Die Dokumentation ist essenziell für die Nachvollziehbarkeit und Wirksamkeit des Systems. Dieser Abschnitt legt die Anforderungen an die Dokumente des Managementsystems fest, die für die Planung, Steuerung und Kontrolle der Prozesse erforderlich sind. Dazu gehören unter anderem ein Managementhandbuch, Verfahrensanweisungen, Aufzeichnungen, externe Dokumente und die Kontrolle dokumentierter Informationen.

Karteikarten

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Was ist der erste Schritt bei der Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems (AMS)?

Entscheidung zur Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems.

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Umsetzung der MAAS-BGW: Praxisnahe Tipps für dein Unternehmen

Die Umsetzung der MAAS-BGW erfordert eine systematische Herangehensweise und Teamarbeit. Plane und organisiere die Umsetzung am besten analog zu deinem QM-Modell und behalte bereits etablierte Arbeitsweisen und Managementmethoden bei.

Wichtige Unterstützung und Zusammenarbeit:

  • Interne und externe Experten: Lass dich von einer Fachkraft für Arbeitssicherheit, einem Betriebsarzt oder einer Betriebsärztin und den Sicherheitsbeauftragten beraten.
  • Arbeitsschutzbeteiligte: Beziehe weitere relevante Arbeitsschutzbeteiligte wie den Arbeitsschutzausschuss ein.
  • Betriebliche Interessenvertretung: Sofern vorhanden, musst du die betriebliche Interessenvertretung von Anfang an beteiligen und ihre Informations-, Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte berücksichtigen.

Für eine erfolgreiche Zertifizierung setzt die BGW voraus, dass alle Kernanforderungen der MAAS-BGW erfüllt werden. Das „Wie“ der Umsetzung liegt in der Entscheidung jedes Unternehmens selbst. Es ist entscheidend, dass die Verzahnung von Arbeitsschutz- und Qualitätsanforderungen nachvollziehbar ist und alle Arbeitsschutzkriterien in geeigneten Prozessbeschreibungen oder Verfahrensanweisungen geregelt sind.

Entscheidende Punkte für die Umsetzung:

  • Erfüllung aller Kernanforderungen: Nach Maßgabe der konkretisierenden Arbeitsschutzkriterien.
  • Nachvollziehbare Verzahnung: Warum eine Arbeitsschutzanforderung und ihre Kriterien mit Qualitätsanforderungen verbunden sind, muss klar sein.
  • Schriftliche Festlegungen: Alle geforderten schriftlichen Festlegungen müssen in geeigneten Prozessbeschreibungen oder Verfahrensanweisungen geregelt sein.

Zertifizierung und Förderung: Die Vorteile für dein Unternehmen

Wenn du das MAAS-BGW-Zertifikat und eine Förderung erhalten möchtest, musst du dich von einer zugelassenen Zertifizierungsstelle bestätigen lassen, dass du die MAAS-BGW umgesetzt hast. Die freiwillige Begutachtung beinhaltet eine Dokumentenprüfung und die anschließende Begutachtung im Betrieb.

Vorteile einer erfolgreichen Zertifizierung:

  • Positive Wechselwirkungen: Optimaler Nutzen aus der Verzahnung von Qualität und Arbeitsschutz.
  • Finanzielle Förderung: Die BGW kann dich mit einer Prämie finanziell fördern.
  • Rabatte: Zertifizierte Betriebe erhalten auf kostenpflichtige BGW-Leistungen (z.B. Seminare, Beratungsangebote) einen Rabatt von bis zu 50 Prozent.

Eine systematische Bestandsaufnahme und Analyse der Fakten zu Kernanforderungen und Arbeitsschutzkriterien dient als Arbeitsgrundlage. Ziel ist es, den Erfüllungsgrad zu bewerten, Stärken und Verbesserungspotenziale zu gewinnen und konkrete Handlungsziele sowie Maßnahmen abzuleiten. Regelmäßige integrierte interne Audits und Managementbewertungen sind hierfür unerlässlich.

MAAS-BGW: Arbeitsschutz im Qualitätsmanagement – Fazit und Ausblick

Die MAAS-BGW bieten einen klaren Rahmen, um Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement in dein QM-System zu integrieren. Sie helfen dir, nicht nur gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, sondern auch eine lebendige Präventionskultur im Unternehmen zu etablieren. Durch die systematische Vorbeugung von Gefährdungen und Unfällen sowie die konsequente Nutzung von Chancen für eine gute Arbeitsschutzpraxis stärkst du die Gesundheit deiner Beschäftigten und verbesserst die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit deines Betriebs. Dies ist ein wertvolles Wissen, das dir sowohl im Studium als auch in deiner späteren beruflichen Praxis von großem Nutzen sein wird.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu MAAS-BGW für Studierende

Was sind die MAAS-BGW einfach erklärt?

Die MAAS-BGW sind Managementanforderungen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), die Unternehmen dabei unterstützen, den Arbeitsschutz und die Gesundheit ihrer Beschäftigten systematisch in ein bestehendes Qualitätsmanagementsystem (QM-System) zu integrieren. Es geht darum, Sicherheit und Gesundheit als strategische Unternehmensziele zu verankern und kontinuierlich zu verbessern.

Wie helfen MAAS-BGW bei der Integration von Arbeitsschutz in ein QM-System?

Die MAAS-BGW liefern einen detaillierten, in sieben Abschnitte gegliederten Leitfaden. Dieser umfasst Kernanforderungen, spezifische Arbeitsschutzkriterien, Leitfragen zur Umsetzung und Beispiele für die Dokumentation. Sie zeigen auf, wie die Unternehmensleitung Verantwortung übernimmt, Ressourcen bereitstellt, Prozesse gestaltet, spezifische Arbeitsschutzprozesse implementiert und das gesamte System kontinuierlich verbessert.

Welche Rolle spielt die Gefährdungsbeurteilung im MAAS-BGW-System?

Die Gefährdungsbeurteilung ist der Dreh- und Angelpunkt des Arbeitsschutzes im MAAS-BGW-System (siehe MAAS-BGW, 5.2). Sie ist eine Kernanforderung, bei der die Unternehmensleitung alle mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen ermittelt und bewertet. Auf dieser Basis werden Maßnahmen zur Risikominimierung abgeleitet und deren Wirksamkeit regelmäßig überprüft. Sie hilft auch, präventive Potenziale für sichereres und gesünderes Arbeiten zu erkennen und zu nutzen.

Ist eine Zertifizierung nach MAAS-BGW verpflichtend und welche Vorteile hat sie?

Eine Zertifizierung nach MAAS-BGW ist nicht verpflichtend, aber optional. Sie dient als Nachweis, dass das integrierte Managementsystem erfolgreich umgesetzt wurde. Unternehmen, die sich zertifizieren lassen, profitieren von finanziellen Förderungen durch die BGW, Rabatten auf BGW-Leistungen und einer Stärkung der Präventionskultur, was letztlich die Motivation der Beschäftigten und die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebs steigert.

An wen richten sich die MAAS-BGW primär?

Die MAAS-BGW richten sich primär an Unternehmensleitungen (oberstes Management) sowie an Personen mit Kenntnissen im Qualitätsmanagement, die Arbeitssicherheit und Gesundheit in ein QM-System einbinden möchten. Dazu gehören Qualitätsmanagementbeauftragte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärztinnen und -ärzte sowie andere für das Arbeitsschutzmanagement zuständige Personen.

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