Der französische Subjonctif: Einfach erklärt & angewendet
Délka: 4 minut
Was ist der Subjonctif?
Die regelmäßige Bildung
Wichtige Sonderformen
Zusammenfassung
Finn: …war-te mal, Lena, also ist der ganze Subjonctif eigentlich nur dazu da, eine Meinung oder ein Gefühl auszudrücken? Das ist ja unglaublich!
Lena: Genau das ist es! Es ist keine Zeitform, sondern ein Modus. Eine Art „Gefühls-Modus“ der französischen Sprache.
Finn: Okay, das muss ich erstmal verarbeiten. Und ich glaube, das müssen alle hören! Ihr hört den Studyfi Podcast, und heute knacken wir den Code des französischen Subjonctif.
Lena: Absolut. Lass uns das mal mit einem Beispiel klar machen. Wenn ich sage: „Forêt des Sens garantit une livraison“, also „Forêt des Sens garantiert eine Lieferung“, dann ist das ein Fakt. Das ist der Indikativ.
Finn: Klar, die Wirklichkeitsform. Kennen wir.
Lena: Aber wenn ich sage: „Le client est content que Forêt des Sens lui garantisse une livraison“, dann ändert sich alles. Der Kunde ist froh, *dass* die Firma garantiert.
Finn: Ah, es geht also um die Einstellung des Kunden, um sein Gefühl. Und *deshalb* brauchen wir den Subjonctif. Das macht plötzlich so viel Sinn!
Lena: Exakt! Es geht um Wünsche, Zweifel, Gefühle, Notwendigkeiten – alles, was subjektiv ist.
Finn: Okay, ich bin an Bord. Aber wie bildet man dieses sprachliche Wunderwerk? Das sieht immer so kompliziert aus.
Lena: Das ist der überraschend einfache Teil. Bei fast allen Verben nimmst du den Stamm der 3. Person Plural im Präsens. Also die „ils“ oder „elles“-Form.
Finn: Zum Beispiel bei „parler“, da wäre das „ils parlent“. Der Stamm ist also „parl-“.
Lena: Genau. Und an diesen Stamm hängst du dann die Subjonctif-Endungen an: -e, -es, -e, -ions, -iez, -ent.
Finn: Moment mal… -ions und -iez? Das sieht ja aus wie im Imparfait!
Lena: Richtig! Die „nous“- und „vous“-Formen sind identisch mit dem Imparfait. Ein kleiner Lern-Bonus.
Finn: Das ist ja genial! Also für „parler“ wäre es: que je parle, que tu parles, qu'il parle, que nous parlions, que vous parliez, qu'ils parlent. Wow.
Lena: Und das klappt bei ganz vielen Verben so. Bei „prendre“ nimmst du „ils prennent“, der Stamm ist „prenn-“. Also: que je prenne. Bei „voir“ nimmst du „ils voient“, Stamm „voi-“. Also: que je voie.
Finn: Das ist ja wie ein Baukasten-System. Das entmystifiziert das Ganze total!
Lena: Natürlich gibt es, wie immer im Französischen, ein paar Stars, die ihre eigene Show abziehen. Die unregelmäßigen Verben.
Finn: Ach was. Ich dachte, wir wären hier im einfachen Teil.
Lena: Keine Sorge, es sind die üblichen Verdächtigen. Avoir, être, aller, faire, savoir, pouvoir, vouloir…
Finn: Die Party-Crasher der französischen Grammatik. Was machen die denn im Subjonctif?
Lena: Die haben komplett eigene Formen, die man leider auswendig lernen muss. Die wichtigsten sind wohl bei „être“ und „avoir“.
Finn: Okay, hau raus.
Lena: Für „être“ brauchst du „que je sois“. Und für „avoir“ „que j'aie“.
Finn: Que je sois… que j'aie. Klingt schon sehr französisch. Aber die sind so häufig, die lernt man bestimmt schnell.
Lena: Ganz genau. Und bei „aller“ wird’s zu „que j'aille“, bei „faire“ zu „que je fasse“. Es sind nicht viele, aber sie sind wichtig.
Finn: Okay, also fassen wir zusammen. Der Subjonctif ist kein Hexenwerk.
Lena: Absolut nicht. Der springende Punkt ist: Er drückt eine subjektive Haltung aus – Gefühle, Wünsche, Zweifel.
Finn: Die Bildung ist meistens total logisch: 3. Person Plural Präsens als Basis nehmen und die Endungen -e, -es, -e, -ions, -iez, -ent dranhängen.
Lena: Und die paar wichtigen Ausnahmen wie être, avoir und aller einfach stur auswendig lernen. Das ist der beste Weg.
Finn: Super! Lena, vielen Dank. Das war erhellender als jede Grammatikstunde in der Schule.
Lena: Gern geschehen! Bis zum nächsten Mal.
Finn: Macht's gut und bis bald hier beim Studyfi Podcast!