Podcast über Ökologische und physiologische Potenz
Ökologische & Physiologische Potenz: Definition & Beispiele
Podcast
Ökologische Potenz und Artenverbreitung
Délka: 1 minut
Kapitoly
Potenz: Theorie vs. Realität
Die Schwarze Witwe und das Klima
Mehr als nur Temperatur
Přepis
Jonas: ...Moment, also eine Art kann im Labor bei einer bestimmten Temperatur super überleben, aber in der echten Welt würde sie genau dort scheitern? Das ist ja verrückt!
Leonie: Genau das ist der Punkt! Willkommen zurück zum Studyfi Podcast. Was du beschreibst, ist der Unterschied zwischen physiologischer und ökologischer Potenz.
Jonas: Okay, erklär mal. Physiologisch ist also quasi der Idealfall im Labor, ohne Konkurrenz?
Leonie: Exakt. Die ökologische Potenz hingegen beschreibt den Bereich, in dem eine Art unter realen Bedingungen mit Fressfeinden und Konkurrenz überleben und sich fortpflanzen kann. Der ist oft viel kleiner.
Jonas: Und das bringt uns zur Europäischen Schwarzen Witwe, richtig? Die mag es ja warm und trocken.
Leonie: Genau. Ihre Aktivität, Fortpflanzung und auch die Überwinterung hängen stark von der Temperatur ab. Durch den Klimawandel werden nördlichere Gebiete für sie potenziell passender.
Jonas: Weil die Umweltbedingungen sich ihrem Optimum, also dem Präferendum, annähern?
Leonie: Richtig. Wichtig ist: Die Toleranzkurve der Spinne verschiebt sich nicht. Die Umwelt verändert sich nur so, dass sie besser in die Kurve passt.
Jonas: Aber nur weil es wärmer wird, heißt das nicht, dass wir sie bald als Nachbarn haben, oder?
Leonie: Zum Glück nicht unbedingt. Temperatur ist nicht alles. Die Spinne braucht auch passende Netzplätze, genug Beute und wenig Fressfeinde.
Jonas: Ah, die ökologische Eignung ist also mehr als nur das Klima.
Leonie: Ganz genau. Der Merksatz ist: Klimatische Eignung ist noch lange keine Garantie für eine erfolgreiche Ausbreitung. Da spielen viel mehr Faktoren mit rein.