Grundlagen der Elektrotechnik

Tauche ein in die Grundlagen der Elektrotechnik! Lerne alles über Relais, Elektromotoren, Reihen- & Parallelschaltungen. Dein umfassender Guide für Schüler.

Willkommen zu den Grundlagen der Elektrotechnik! Dieser Artikel bietet Schülern und Interessierten einen umfassenden Überblick über wichtige Konzepte wie Relais, Elektromotoren sowie Reihen- und Parallelschaltungen. Wir tauchen tief in die Funktionsweisen und Anwendungsgebiete ein, um dir ein solides Verständnis der Elektrotechnik zu vermitteln.

Das Relais: Dein Fernschalter in der Elektrotechnik

Ein Relais ist ein elektrisch gesteuerter Schalter, der es ermöglicht, starke Ströme und hohe Spannungen durch schwache Ströme und niedrige Spannungen zu schalten. Es macht eine gefahrlose Fernbedienung elektrischer Geräte möglich und stellt eine „galvanische Trennung“ zwischen Steuer- und Arbeitsstromkreis her.

Wie funktioniert ein elektromagnetisches Relais?

Elektromagnetische Relais arbeiten nach dem Prinzip des Elektromagneten. Ein Strom in der Relaisspule erzeugt einen magnetischen Fluss durch einen ferromagnetischen Kern. Dieser zieht einen beweglich gelagerten, ebenfalls ferromagnetischen Anker an.

Durch diese Krafteinwirkung schließt der Anker und schaltet einen oder mehrere Kontakte. Sobald die Spule nicht mehr erregt ist, wird der Anker durch Federkraft in seine Ausgangslage zurückversetzt.

Aufbau eines Relais verstehen

Ein typisches mechanisches Relais besteht aus mehreren Schlüsselkomponenten:

  • Spule mit Weicheisenkern: Erzeugt das Magnetfeld, wenn Strom fließt.
  • Beweglicher Anker: Wird vom Magnetfeld angezogen und betätigt die Kontakte.
  • Kontaktfedern: Werden vom Anker isoliert betätigt und stellen die elektrische Verbindung her oder trennen sie.

Relais in Schaltplänen darstellen

Ein Relais wird in Schaltplänen meist in zwei Teile aufgeteilt dargestellt: die Spule und die Kontakte. Dies verdeutlicht, welcher Stromkreis das Relais ansteuert und welcher geschaltet wird. Die Darstellung kann je nach Art des Kontakts variieren.

Relais-Arten: Schließer, Öffner und Wechsler

Je nach Kontaktstellung in Ruhestellung und Funktion beim Schalten unterscheidet man verschiedene Relais-Typen:

  • Schließer: Die Kontaktzungen sind in Ruhestellung geöffnet. Wird der Steuerstromkreis geschlossen, fließt Strom durch die Relaisspule, der Anker zieht an, und die Kontaktzungen schließen den Arbeitsstromkreis.
  • Öffner: Die Kontaktzungen sind in Ruhestellung geschlossen. Wird der Steuerstromkreis geschlossen, wird der Arbeitsstromkreis geöffnet, und der Verbraucher schaltet sich aus.
  • Wechsler: Eine Kombination aus Schließer und Öffner. Ein Wechsler verfügt über einen gemeinsamen Anschluss, der in Ruhestellung mit einem Kontakt verbunden ist (Öffner) und bei Betätigung auf den anderen Kontakt umschaltet (Schließer).

Der Elektromotor: Vom Strom zur Bewegung

Ein Elektromotor wandelt elektrische Energie in mechanische Bewegungsenergie um. Dies geschieht durch die Wechselwirkung von Magnetfeldern. Ein gängiger 2-poliger Elektromotor erzeugt ein magnetisches Drehfeld, das den Rotor zur Drehung zwingt.

Wichtige Bauteile des Elektromotors und ihre Funktion

Ein Elektromotor besteht aus mehreren wesentlichen Komponenten, die zusammenarbeiten:

  • Grundplatte: Dient als stabile Basis für Montage und Befestigung des Motors.
  • Stromanschlüsse: Befinden sich meist in einem Klemmenkasten auf dem Motorgehäuse.
  • Schleifkontakte (Kohlebürsten): Bestehen oft aus Graphit-Kupfer-Gemischen und werden durch Federn an den drehenden Kommutator gedrückt, um Strom zu übertragen.
  • Stator (Elektromagnetfeld): Besteht aus einem laminierten Blechpaket (Eisen) und Wicklungen aus Kupferdraht, um Wirbelstromverluste zu minimieren. Er erzeugt das stehende oder drehende Magnetfeld.
  • Rotor (Anker mit Wicklung): Besteht aus einer Motorwelle, einem gestapelten Eisenkern aus isolierten Blechen und Wicklungen aus Kupferdraht oder Permanentmagneten. Er ist der drehende Teil des Motors.
  • Stromwender (Kommutator): Besteht aus Kupferlamellen, die auf der Welle sitzen und mit den Spulen verbunden sind. Zusammen mit den feststehenden Kohlebürsten überträgt er den Strom und sorgt für die kontinuierliche Drehrichtung.

Reihenschaltung und Parallelschaltung: Stromkreise verstehen

In der Elektrotechnik sind Schaltkreise die Basis für jede Anwendung. Die Art und Weise, wie Verbraucher miteinander verbunden sind, hat entscheidenden Einfluss auf Strom, Spannung und Widerstand. Hier lernen wir die Grundlagen der Elektrotechnik zu Schaltungen kennen.

Was ist elektrischer Widerstand?

Verbraucher wie Lampen oder Motoren hemmen den elektrischen Strom. Dieses Hemmen wird als elektrischer Widerstand (R) bezeichnet. Er wird in Ohm (Ω) gemessen.

Das Ohm'sche Gesetz: Die Basis der Elektrotechnik

Das Ohm'sche Gesetz beschreibt den Zusammenhang zwischen Spannung (U in Volt), Stromstärke (I in Ampere) und Widerstand (R in Ohm):

$$ R = \frac{U}{I} $$ $$ I = \frac{U}{R} $$ $$ U = R \cdot I $$

Dieses Gesetz ist fundamental für das Verständnis von Stromkreisen.

Die Reihenschaltung: Strom teilt sich auf

Bei einer Reihenschaltung sind die Verbraucher hintereinander geschaltet. Der Strom muss nacheinander durch jeden Verbraucher fließen.

  • Stromstärke: Die Stromstärke ist im gesamten Stromkreis überall gleich groß ($I_{ges} = I_1 = I_2$).
  • Spannung: Die Betriebsspannung teilt sich auf die angeschlossenen Verbraucher auf ($U_{ges} = U_1 + U_2$).
  • Gesamtwiderstand: Der Gesamtwiderstand ist gleich der Summe der Einzelwiderstände ($R_{ges} = R_1 + R_2$).

Die Parallelschaltung: Spannung bleibt gleich

Bei einer Parallelschaltung sind die Verbraucher parallel zueinander geschaltet. Der Strom teilt sich in mehrere Zweige auf.

  • Stromstärke: Der Gesamtstrom ist gleich der Summe der Ströme in den einzelnen Leitungszweigen ($I_{ges} = I_1 + I_2$).
  • Spannung: Alle parallel geschalteten Verbraucher erhalten die gleiche Betriebsspannung ($U_{ges} = U_1 = U_2$).
  • Gesamtwiderstand: Der Strom teilt sich mit jedem dazu geschalteten Widerstand auf und verringert somit den Gesamtwiderstand. Die Formel zur Berechnung lautet: $$\frac{1}{R_{ges}} = \frac{1}{R_1} + \frac{1}{R_2}$$

Vergleich: Reihenschaltung vs. Parallelschaltung

MerkmalReihenschaltungParallelschaltung
VerbraucheranordnungNacheinanderParallel zueinander
StromstärkeÜberall gleich ($I_{ges} = I_1 = I_2$)Summe der Einzelströme ($I_{ges} = I_1 + I_2$)
SpannungTeilt sich auf ($U_{ges} = U_1 + U_2$)Überall gleich ($U_{ges} = U_1 = U_2$)
GesamtwiderstandSumme der Einzelwiderstände ($R_{ges} = R_1 + R_2$)Kehrwert der Summe der Kehrwerte ($\frac{1}{R_{ges}} = \frac{1}{R_1} + \frac{1}{R_2}$)
Ausfall eines VerbrauchersUnterbricht den gesamten StromkreisDie anderen Verbraucher funktionieren weiter

Häufig gestellte Fragen zu den Grundlagen der Elektrotechnik

Welche Vorteile bietet ein Relais in der Elektrotechnik?

Ein Relais ermöglicht die sichere und ferngesteuerte Schaltung von Hochstrom- oder Hochspannungskreisen mit einem niedrigen Steuerstrom. Es bietet zudem eine galvanische Trennung zwischen Steuer- und Laststromkreis, was die Sicherheit erhöht und empfindliche Steuerungen schützt.

Was ist der Hauptunterschied zwischen Stator und Rotor in einem Elektromotor?

Der Stator ist der feststehende Teil des Elektromotors, der das Magnetfeld erzeugt. Der Rotor ist der sich drehende Teil des Motors (oft auch Anker genannt), der durch die Wechselwirkung mit dem Magnetfeld des Stators in Bewegung gesetzt wird und die mechanische Arbeit leistet.

Wann wende ich das Ohm'sche Gesetz an?

Das Ohm'sche Gesetz wird angewendet, um den Zusammenhang zwischen Spannung, Stromstärke und Widerstand in einem elektrischen Stromkreis zu berechnen. Es ist unerlässlich, um fehlende Größen zu bestimmen oder zu überprüfen, ob ein Stromkreis korrekt dimensioniert ist. So lässt sich beispielsweise der Widerstand (R) berechnen, wenn Spannung (U) und Strom (I) bekannt sind, oder der Strom (I), wenn Spannung (U) und Widerstand (R) gegeben sind.

Was passiert, wenn in einer Reihenschaltung ein Verbraucher ausfällt?

Fällt in einer Reihenschaltung ein Verbraucher (z.B. eine Glühbirne) aus, wird der gesamte Stromkreis unterbrochen. Dies liegt daran, dass der Strom einen durchgehenden Pfad benötigt, um zu fließen. Wenn ein Glied in der Reihe unterbrochen wird, kann kein Strom mehr durch die anderen Verbraucher fließen, und sie schalten sich ebenfalls aus.