Deutsche Präpositionen: Klassifikation und Gebrauch

Meistere deutsche Präpositionen! Lerne ihre Klassifikation, Gebrauch, morphologische Eigenschaften und Stellung. Dein umfassender Leitfaden für DaF-Lernende und die Maturita.

Willkommen zu deinem umfassenden Leitfaden über Deutsche Präpositionen: Klassifikation und Gebrauch! Präpositionen sind kleine, aber mächtige Wörter im Deutschen, die oft eine Herausforderung darstellen. Dieser Artikel beleuchtet ihre Bestimmung, morphologische Eigenschaften, Position und Bedeutung, um dir ein tiefgehendes Verständnis zu vermitteln. So bist du bestens für Klausuren und die Maturita vorbereitet.

Deutsche Präpositionen: Eine Einführung in Klassifikation und Gebrauch

Präpositionen sind unflektierbare Fügeteile mit einer besonderen Eigenschaft: Sie sind kasusfordernd. Das bedeutet, jede Präposition bestimmt den Kasus der nachfolgenden Nominalphrase, sei es Dativ, Akkusativ oder Genitiv. Diese Fähigkeit unterscheidet sie klar von Konjunktionen.

Semantisch gesehen sind Präpositionen Synsemantika. Sie besitzen entweder keine eigene lexikalische Bedeutung oder diese ist, wie bei Lokalpräpositionen, sehr eingeschränkt.

Klassifizierung nach morphologischen Eigenschaften: Primär- und Sekundärpräpositionen

Die Morphologie bietet eine wichtige Grundlage zur Einteilung deutscher Präpositionen. Hier unterscheiden wir zwischen primären und sekundären Präpositionen.

Primäre Präpositionen

  • Sind nicht als Ableitungen oder Zusammensetzungen erkennbar (z. B. auf, neben, ohne, wegen).
  • Regieren gewöhnlich den Dativ oder Akkusativ, manchmal auch beide Kasus. Ausnahmen sind während und wegen, die den Genitiv fordern.

Sekundäre Präpositionen

Diese Gruppe ist vielfältiger und bildet eine offene Klasse. Sie sind oft Ableitungen oder Zusammensetzungen:

a) Ableitungen oder konvertierte Wörter: Entstehen aus anderen Wortklassen, oft mit Suffixen wie -s oder -lich (z. B. angesichts, anlässlich, bezüglich). Auch unveränderte Substantive oder Partizipien können zu Präpositionen werden (z. B. dank, trotz, unweit).

b) Zusammensetzungen und Wortgruppen: Häufig aus Präposition + Substantiv, oft ohne Artikel (z. B. anhand, anstelle, aufgrund, aus Anlass, mit Hilfe, zufolge, unterhalb).

Ein spezieller Subtyp sind Verbindungen aus zwei Präpositionen, die eine Wortgruppe bilden (z. B. in Bezug auf, im Hinblick auf, im Vergleich zu). Die meisten sekundären Präpositionen regieren den Genitiv. Einige wenige fordern den Dativ (z. B. dank, entsprechend, gemäß, zufolge, zuliebe), und sehr selten den Akkusativ (z. B. ausgenommen, wie in „Ich mag Kuchen, Frankfurter Kranz ausgenommen“).

Deutsche Präpositionen nach der Position: Voran- und Nachstellung

Die Stellung der Präposition zur Nominalphrase ist ein weiteres wichtiges Klassifikationskriterium. Hier gibt es vorangestellte und nachgestellte Präpositionen.

Vorangestellte Präpositionen

  • Die Mehrheit der Präpositionen ist vorangestellt.
  • Sie stehen vor dem Nomen und markieren den Anfang der Nominalphrase.

Nachgestellte Präpositionen (Poststellung)

  • Stehen direkt im Anschluss an die Nominalphrase.
  • Sie sind weniger häufig, Beispiele sind zuliebe und halber.
  • Ich habe das nur dir zuliebe gemacht.
  • Ich muss dringender Geschäfte halber verreisen.

Sowohl Prä- als auch Poststellung

Einige Präpositionen können beide Stellungen einnehmen: entgegen, entlang, gegenüber, gemäß, nach, ungeachtet, wegen, zufolge. Oft ist dabei geregelt, welcher Kasus mit welcher Stellung verbunden ist.

Umklammernde Präpositionen

Ein Ausnahmefall sind zweiteilige Präpositionen, die die Nominalphrase umschließen. Sie stehen also vor und nach dem regierten Wort. Im Deutschen gehören um...willen und von...an zu dieser Gruppe.

  • um Gottes willen
  • von nun an

Didaktische Reflexion: Klassifizierung nach Bedeutung und Kasus für Deutschlerner

Für den Deutsch als Fremdsprache (DaF)-Unterricht erweisen sich alternative Klassifizierungen als besonders sinnvoll. Diese helfen Lernenden, die komplexe Welt der Präpositionen systematisch zu erfassen.

  1. Klassifizierung nach der Bedeutung
  • Lokale Präpositionen (Wo? Wohin? Woher?)
  • Temporale Präpositionen (Wann?)
  • Kausale Präpositionen (Warum?)
  • Modale Präpositionen (Wie?)
  1. Klassifizierung nach dem Kasus
  • Präpositionen mit Dativ
  • Präpositionen mit Akkusativ
  • Wechselpräpositionen (mit Dativ oder Akkusativ je nach Frage)
  • Präpositionen mit Genitiv

Die meisten DaF-Lehrbücher orientieren sich an einem dieser beiden didaktischen Kriterien, um den Gebrauch von Präpositionen verständlich zu machen. Das erleichtert das Lernen und die Anwendung im Alltag.

Häufig gestellte Fragen zu Deutschen Präpositionen

Was sind Präpositionen und welche Funktion haben sie in der deutschen Sprache?

Präpositionen sind unflektierbare Fügeteile, die eine Nominalphrase einleiten und deren Kasus bestimmen. Sie drücken räumliche, zeitliche, kausale oder modale Verhältnisse aus und verbinden Satzteile miteinander.

Wie unterscheidet man primäre und sekundäre Präpositionen auf morphologischer Ebene?

Primäre Präpositionen sind Grundformen und nicht ableitbar (z. B. auf, in, ohne). Sekundäre Präpositionen hingegen sind Ableitungen, Zusammensetzungen oder Konversionen aus anderen Wortarten (z. B. angesichts, dank, aufgrund).

Welche Kasus fordern die meisten sekundären Präpositionen?

Die meisten sekundären Präpositionen fordern den Genitiv (z. B. aufgrund, statt, trotz). Es gibt aber Ausnahmen, die den Dativ verlangen (z. B. dank, zufolge) und sehr wenige, die den Akkusativ fordern (z. B. ausgenommen).

Was sind Wechselpräpositionen und wann verwendet man welchen Kasus?

Wechselpräpositionen können je nach Kontext den Dativ oder den Akkusativ fordern. Der Akkusativ wird bei einer Richtungsangabe (Frage wohin?) verwendet, der Dativ bei einer Ortsangabe (Frage wo?). Beispiele sind an, auf, in, neben, über, unter, vor, zwischen, hinter.

Gibt es Präpositionen, die die Nominalphrase umschließen?

Ja, diese werden als umklammernde oder zweiteilige Präpositionen bezeichnet. Sie stehen sowohl vor als auch nach der regierten Nominalphrase. Beispiele im Deutschen sind um...willen und von...an.

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